Lied

71

Wer Jesus, dem Meister, will gleichen

1.
Wer Jesus, dem Meister, will gleichen,
Folg nach seinem Wandel auf Erd.
Die göttliche Gnad war sein Eigen,
Durch Gottesfurcht ward er erhört.
Er predigte vom Himmelreiche
Und Sklaven der Sünd wurden frei.
Ja, Krankheit und Not mussten weichen,
Wo Jesus, der Herr, ging vorbei.
2.
Wenn alles schon schlafend man wähnte,
Da kniet' auf dem Berg er allein.
Die Kraft, die er täglich ausstrahlte,
Ward ihm im Verborgnen zuteil
So mündig und klar sein Verkünden,
So mächtig ein jegliches Wort.
Er drohte dem Meer und den Winden
Und diese gehorchten sofort.
3.
Im Tempel er mächtig sich zeigte:
«Ist dieses ein Haus meinem Gott?»
Er brannte in heiligem Eifer
Und trieb dort die Gottlosen fort.
Er kannte die Herzen der Heuchler,
Sein Wort war ein Richter, so klar.
Neid, Bosheit und Zorn sie verbargen
Und Todeshass in ihnen war.
4.
Er suchte nie Gunst bei den vielen,
Er sucht' das zerschlagene Herz.
Ihm zeigte den Weg er zum Leben
Und heilte ihm all seinen Schmerz.
Er sah das Verderben der Menschen,
Er weinte und litt große Not.
Er schüttete aus seine Seele,
Für Sünder ging er in den Tod.
5.
Nicht das, was er sah, für ihn zählte,
Der Menschen Geist prüft' er im Licht.
Denn niemand kannt er nach dem Fleische,
Verwandtschaftsband' schonte er nicht.
In Schwachheit er wurde vollendet,
Der Löwe aus Juda als Lamm,
Das sanftmütig, still bis ans Ende,
Des Kreuztodes Qualen annahm.
6.
Du hast einen Leib mir gegeben,
Erwählet zum Weizenkorntod.
Ganz opfre ich Willen und Leben,
Dein Wille, o Gott, ist mein Brot.
Wir säen mit Schwachheit umgeben,
Erstehen in Herrlichkeit, Kraft.
Wir säen, verachtet im Leben,
Erstehen in königlich Pracht.
Geschrieben von Olga Olsen (veröffentlicht 1916)Deutsche melodi (bearbeitet)Text © Stiftelsen Skjulte Skatters ForlagNorway ⋅ F