Lied

129

O Weisheit von dem Himmel her, du hast erbaut dein Haus

1.
O Weisheit von dem Himmel her, du hast erbaut dein Haus
Und rufest aus der Höhe: Kehr um vom Weltgebraus!
Denn Lust zur Weisheit führt uns zur Königswürde ein,
Dann wir auf Thronen sitzen und richten Groß und Klein.
2.
O Weisheit, du die Mutter bist der Liebe, der nichts gleich,
Die Erste und die Größte in Gottes ewgem Reich.
Noch ehe er die Erde und was darauf, gemacht,
Standst du vor Gottes Throne in Schönheit und in Pracht.
3.
O Weisheit von dem Himmel her, die rein und lauter ist,
Ein Bild der Güte Gottes, ganz ohne Fehl du bist!
Du übertriffst an Klarheit ja noch der Sonne Schein.
Sollt diese sich verfinstern, strahlst du doch hell und rein.
4.
Die Weisheit von dem Himmel her tut auf der Stummen Mund,
Sodass der Kinder Zunge gesunde Lehr macht kund.
Sie führet aus dem Tode, wo jede Hilf war fern,
Und strahlet in dem Dunkel hell wie der Morgenstern.
5.
Sie wandelt auf dem Pfade der Gerechtigkeit einher
Und wahren Reichtum gibt sie dem, der sie liebet sehr.
Sie reichet langes Leben und Gottes Segen dar,
Ist uns ein Baum des Lebens und heißet Wunderbar.
6.
Die Heilgen, die von Gott bekamen Weisheit rein und klar,
Sie lösten alle Knoten und nichts verborgen war.
In Niedrigkeit sie lebten, doch wenn sie traten auf,
Kein Herrscher je vermochte, zu hindern ihren Lauf.
7.
Zuerst wird sie dich führen gar in Ungemach und Leid,
Wo Angst und Not dich schrecken und Gott hält Zucht bereit.
Doch wenn sie uns geprüft hat, dann kommt sie wieder her
Und heilet all die Wunden, die schmerzten uns so sehr.
8.
Darum rief ich den Herren an und bat ihn inniglich,
Der Geist der Weisheit kam dann und zog mich hin zu sich.
Mein Fuß in seinen Banden kann fest und sicher gehn.
In Feuersglut gehärtet – die Bande fest bestehn.
Geschrieben von Karl Pedersen (veröffentlicht 1920)Komponiert von Johannes A. HultmanText © Stiftelsen Skjulte Skatters ForlagNorway ⋅ D