Verborgene Schätze

Was prägt dich?

April 2026

Was prägt dich?

Alle Ermahnungen, die Paulus in Römer 12 gemäß der Rede des Heiligen Geistes aufschrieb, kommen direkt aus dem Herzen Jesu und geben ein wahres Bild von dem, was im Leben Jesu geschah.

Durch Gottes Barmherzigkeit werden wir ermahnt, unseren Leib als ein lebendiges, heiliges, Gott wohlgefälliges Opfer darzubringen (Röm. 12,1). Genau das tat Jesus, als er in die Welt kam: „Einen Leib aber hast du mir bereitet ... Siehe, ich komme, ...dass ich tue, Gott, deinen Willen.“ (Hebr. 10,5 u. 7). Das war sein Bund mit seinem Vater – der neue Bund.

Jesus diente am Altar (Hebr. 7,13). Sollen die Ermahnungen in Römer 12 Leben in uns werden, dann müssen auch wir diesen Altar im Innersten des Herzens tragen. Denn die Opfer liegen im Leib. Dann kommt der Leib Christi zum Vorschein, denn „wir sind untereinander einer des anderen Glied“ (Röm. 12,5).

„Und stellt euch nicht dieser Welt gleich, sondern ändert euch durch Erneuerung eures Sinnes, auf dass ihr prüfen könnt, was Gottes Wille ist, nämlich das Gute und Wohlgefällige und Vollkommene.“ (Röm. 12,2) Gottes Wille ist nicht eine äußere, mechanische Ausführung bestimmter Werke, sondern es sind Werke und eine Wirksamkeit, die einem Leben entspringen, dessen Basis in Ihm ist, der Liebe ist und der Ursprung der Weisheit. Für alles zu danken, ist der Wille Gottes in Jesus Christus. Wahrheit kann nur aus einer demütigen Herzenshaltung vor Gott hervorgehen.

Normalerweise werden die Gedanken von außen geprägt – von dieser Welt, die sichtbar und irdisch ist. Es ist eine Welt, die vom Fürsten dieser Welt beherrscht wird, und alles hat seine Wurzel im Leib der Sünde. „Denn alles, was in der Welt ist, des Fleisches Lust und der Augen Lust und hoffärtiges Leben, ist nicht vom Vater, sondern von der Welt.“ (1.Joh. 2,16) Die menschliche Vernunft lässt sich nicht mit dem Gehorsam gegenüber dem Wort Gottes vereinen, und all diese Meinungen, die Gottes Willen widersprechen, prägen uns nur allzu leicht. Gottes Absicht ist, dass wir als Gefäße der Barmherzigkeit von innen her geformt werden – als Ergebnis des Feuers, das den Sündenleib verzehrt und dadurch den Zugang zum Leben und zur Gedankenwelt Gottes öffnet – zum himmlischen Jerusalem.

Diese Welt ist das Ergebnis der unermüdlichen Arbeit, die der Fürst dieser Welt getan hat. Alles hat seine Ursache im Sündenfall, den derjenige bewirkte, der in seinem Herzen sprach: „Ich will in den Himmel steigen …“ (Jes. 14,13–14) Hier steht fünfmal „ich will“. Der Leib der Sünde ist voll von diesem Auftrieb, der im Willen des Fleisches liegt. Wenn ich mich mit meinem freien Willen mit dem Willen des Fleisches vereine, dann bin ich auf dem Weg des Eigenwillens, und der alte Mensch ist oder wird tätig. Dahinter stehen starke Geistesmächte, die sich nach außen hin in ein feines und farbenreiches Sprachgewand kleiden. Sie stehen in direkter Verbindung mit dem Fürsten dieser Welt. Ehre von Menschen steht ganz zentral in diesem „ich will“. Die Gedanken wandern dann hinaus und werden von dieser Welt geprägt. Wenn ich hingegen meinen freien Willen mit dem Willen Gottes vereine, finde ich den neuen und lebendigen Weg und die Fußspuren Jesu. Er tat immer Willen des Vaters. Durch diese Erneuerung des Sinnes geschieht die Verwandlung.

Darum ist eine Wiedergeburt notwendig. „Wahrlich, wahrlich ich sage dir: Wenn jemand nicht von Neuem geboren wird, so kann er das Reich Gottes nicht sehen.“ (Joh. 3,3) Das wurde mit Nachdruck gesagt! Durch die Wiedergeburt entsteht das Reich Gottes in uns, ein neues Geschöpf, das Augen und Ohren hat und nach Gott geschaffen ist – in wahrer Gerechtigkeit und Heiligkeit. Dann ist es nicht mehr die Welt mit ihrem falschen Glanz, die uns prägt, sondern Gottes Wille und Denken, die das Innerste unseres Herzens durchdringen, wo das Feuer des Altars wirksam ist.

Eine der Ermahnungen in diesem Kapitel lautet: „Seid eines Sinnes untereinander. Trachtet nicht nach hohen Dingen, sondern haltet euch zu den niedrigen. Haltet euch nicht selbst für klug.“ (Röm. 12,16) So entsteht die Bruderschaft Jesu und göttliche Einheit. Hier sehen wir Jesu Fußspuren und die Richtung des neuen und lebendigen Weges: Er führt nach unten, weil das Eigenleben sein Urteil empfängt. Dort, in der Zeit zwischen der Krippe und dem Kreuz von Golgatha, wurde der schmale Weg zum Leben eingeweiht.

Jesus verkörperte den vollkommene Gegensatz zur Selbstklugheit, indem er sagte: „Ich kann nichts von mir aus tun. Wie ich höre, so richte ich, und mein Gericht ist gerecht; denn ich suche nicht meinen Willen, sondern den Willen dessen, der mich gesandt hat.“ (Joh. 5,30) Wenn wir Gnade und Barmherzigkeit empfangen, dem Meister darin zu folgen, werden wir zum genauen Gegenteil dieser Welt, die nach dem Hohen strebt: groß, größer, am größten – wie eine Seifenblase, weit entfernt von Gott, der selbstkluge Menschen nicht achtet (Hiob 37,24). Ein Selbstkluger ist eine interessante Beute für den Fürsten dieser Welt, der nur gekommen ist, um zu stehlen, zu schlachten und umzubringen. Der Selbstkluge verirrt sich in den Gedanken seines Herzens, weil das Wort – die Ermahnung – nicht eindringt und die Gedanken und Absichten des Herzens richtet. Dieses „etwas sein wollen“ ist der eigentliche Grundstoff des Sündenleibes. Auf dem Altar Jesu brannte ein unauslöschliches Feuer, das diesen Stoff verzehrte, sodass er sagen konnte: „... denn es kommt der Fürst dieser Welt. Er hat keine Macht über mich.“ (Joh. 14,30) Der Wille und Widerstand des Fleisches waren besiegt und vernichtet – und damit auch alles, was Eigenwille ist.

Wenn diese Verwandlung durch die Erneuerung unseres Sinnes nicht geschieht, können wir uns zwar der äußeren Form der Gemeinde anpassen und uns danach richten. Was andere über uns denken, hat dann große Bedeutung. Das Gedankenleben wird horizontal. Wir hören die Verkündigung, sehen aber nicht die Herrlichkeit des Herrn. Paulus begegnete Jesus auf dem Weg nach Damaskus. Er sah und hörte. Seine Reisebegleiter hörten ebenfalls, sahen aber nichts (Apg. 9,7).

Zur Zeit des Johannes gab es viele, die sich nicht dafür interessierten, was in Jesus in den Tagen seines Fleisches geschah. Es gab keinen inneren Altar, auf dem das Feuer brannte, kein echtes Interesse daran, am Heil zu arbeiten. Sie waren in ihren Gedanken irregegangen, und auch darin gab es eine Entwicklung. Johannes schreibt: „Sie sind von der Welt; darum reden sie, wie die Welt redet, und die Welt hört sie.“ (1. Joh. 4,5) Sie entwickelten sich in den Künsten des Irrtums, sodass sogar Gottes Wort verfälscht wurde.

Aber über sich selbst und die anderen Glieder am Leib sagt Johannes: „Wir sind von Gott, und wer Gott erkennt, der hört uns; wer nicht von Gott ist, der hört uns nicht. Daran erkennen wir den Geist der Wahrheit und den Geist des Irrtums.“ (1. Joh. 4,6)

Wenn wir uns vom Geist der Wahrheit in die Reichtümer der vielen Ermahnungen dieses Kapitels hineinführen lassen, dann erkennen wir unser Eigenleben und unsere sündigen Neigungen und können sie auf den Altar legen. So bekommen wir Gemeinschaft mit dem, der im Fleisch offenbart wurde, und der Geist des Irrtums erhält keinen Eingang. Wir werden zu einem lebendigen Stein in dem Bauwerk, wo Christus der Eckstein ist. Er selbst sagt über diese Steine: „Sie sind nicht von der Welt, wie auch ich nicht von der Welt bin.“ (Joh. 17,16) Sie passen nicht zur Art dieser Welt. Jesus selbst wurde von den Bauleuten seiner Zeit verworfen.

Ehre von Menschen zu suchen, sich bei passender Gelegenheit „auf feine Weise“ zu rächen, andere zu beneiden – all das heißt, sich dieser Welt gleichzustellen. Dann lebst du im Irrtum.

Paulus’ Ermahnung, sich nicht dieser Welt gleichzustellen, hat mit unserem Gedankenleben zu tun und nicht mit äußeren Regeln, die man einhält, um Menschen zu gefallen. Sie ist vielmehr das Rezept für ein glückliches Leben vor Gottes Angesicht, jetzt und in alle Ewigkeit.

„Und die Welt vergeht mit ihrer Lust; wer aber den Willen Gottes tut, der bleibt in Ewigkeit.“ (1. Joh. 2,17) Solche werden nach dem Ebenbild des Vaters und des Sohnes geformt und sind wahrhaftig Glieder am Leib Christi, zum Segen und zur Erbauung.

Für solche ist in der Auferstehung ein Herrlichkeitsleib bereitet.