Tue die ersten Werke!
„Aber ich habe gegen dich, dass du deine erste Liebe verlassen hast.“ (Offb. 2,4) Wie direkt doch diese Ermahnung war, die der Gemeindevorsteher in Ephesus hier erhielt!
Jesus hatte schon länger bemerkt, dass das Glühen der Liebe dieses Bruders nachgelassen hatte; die Liebe zu ihm, der der Weg, die Wahrheit und das Leben ist. Er hatte sich ganz langsam von diesem Weg entfernt, auf dem uns nur der Geist der Wahrheit leiten kann. Er hatte damit aufgehört, nur noch eines zu tun: zu vergessen, was dahinten ist, und nach dem vorgesteckten Ziel zu jagen, nach dem Siegespreis der himmlischen Berufung Gottes in Christus Jesus. Er hatte nicht diese vollkommene Gesinnung bewahrt, wie Paulus sie sein ganzes Leben lang hatte. Stattdessen kreisten seine Gedanken wahrscheinlich immer mehr um die Dinge, die er tat, für die er gelobt wurde und mit denen sein Name in Verbindung gebracht wurde.
Jesus bestätigte auch, dass dieser Bruder viel gearbeitet hatte um Jesu Namens willen. Er hatte geduldig Lasten getragen. Viele in seiner Gemeinde hielten ihn wahrscheinlich für einen Pfeiler, der immer da sein würde. Doch Jesus warnte ihn davor, dass sein Leuchter in Kürze weggerückt werden würde, sollte er nicht Buße tun. Danach würde er die Möglichkeit zur Selbsterkenntnis verlieren. In seinem jetzigen Zustand hatte er eigentlich schon keine Geistesgemeinschaft mehr mit seinen Brüdern und Schwestern, die in dieser glühenden Liebe zu Jesus lebten. Jesus hatte ihm lange genug Zeit gegeben, alle Ermahnungen anzunehmen, sich selbst zu richten. Doch nun, da er die Ermahnung gehört hatte und Jesus genau wusste, wie es um ihn stand, musste er rasch umkehren. Vers 5: „Denke nun daran, aus welcher Höhe du gefallen bist, und tue Buße und tue die ersten Werke! Wenn aber nicht, werde ich plötzlich über dich kommen ...“
Die ersten Werke tun, heißt, dass wir uns selbst richten. Die ersten Werke tun, heißt, dass wir nicht der Meinung sind, wir hätten den Segen Gottes verdient. Die ersten Werke tun, heißt, dass wir uns selbst für die Geringsten achten, und deshalb empfangen wir immer etwas vom Glauben der anderen. Wir reden aus unserem Glauben heraus, nicht aus Erkenntnis (Röm. 1,12).
Wenn mir nicht bewusst ist, wie überaus wichtig die ersten Werke sind – Jesus sagt hier ganz klar, dass es ihm nur darum geht –, dann ist tatsächlich die erste Liebe im Begriff zu sterben, oder sie ist bereits gestorben. Habe ich ein Ohr für das, was der Heilige Geist meinen Brüdern und Schwestern in der Gemeinde sagt, dann bin ich von ganzem Herzen darauf eingestellt, etwas daraus zu lernen!