Verborgene Schätze

„Er will uns ganz in die Heiligung führen“

April 2026

„Er will uns ganz in die Heiligung führen“

Im Laufe des Lebens kann es vieles geben, das man nicht versteht. Zu Hause, in der Gemeinde oder in unserem übrigen Umfeld können Situationen entstehen, wo Verstand und Gefühle rufen: Warum ist das so? Welchen Zweck hat das jetzt?

Solche Fragen haben alle Menschen – in jedem Alter und in jeder Lebenssituation –, und für viele endet dies in Depression, Verzweiflung oder Wut, was sich nicht nur auf das eigene Leben auswirkt, sondern auch auf die Ehe, die Familie und so weiter.

Aber wie ist das für einen Jünger? „Wir wissen aber, dass denen, die Gott lieben, alle Dinge zum Besten dienen, denen, die nach seinem Ratschluss berufen sind. Denn die er ausersehen hat, die hat er auch vorherbestimmt, dass sie gleich sein sollten dem Bild seines Sohnes …“ (Röm. 8,28–29) Das wissen wir! Es geht nun darum, dass das kein theoretisches Wissen ist, das von all unseren Gefühlen und Gedanken weggewischt wird, wenn solche Situationen auftauchen. Vielmehr sollen und können wir diese Situationen in einem starken und lebendigen Glauben annehmen – denn genau jetzt, in genau dieser Situation, arbeitet Gott mit uns daran, dass wir Jesus mehr gleichgestaltet werden, dass wir Tugenden gewinnen und verwandelt werden!

Mose wollte Gottes Herrlichkeit sehen. Da entgegnete Gott: „Und er sprach: Ich will vor deinem Angesicht all meine Güte vorübergehen lassen und will ausrufen den Namen des Herrn vor dir: Wem ich gnädig bin, dem bin ich gnädig, und wessen ich mich erbarme, dessen erbarme ich mich ... Mein Angesicht kannst du nicht sehen; denn kein Mensch wird leben, der mich sieht. ... Siehe, es ist ein Raum bei mir, da sollst du auf dem Fels stehen. Wenn dann meine Herrlichkeit vorübergeht, will ich dich in die Felskluft stellen und meine Hand über dir halten, bis ich vorübergegangen bin. Dann will ich meine Hand von dir tun, und du darfst hinter mir her sehen; aber mein Angesicht kann man nicht sehen.“ (2. Mose 33,18–23) Es war für Mose sicher kein angenehmes Gefühl, hart in die Felsspalte gepresst zu werden, doch es war die Herrlichkeit des Herrn, nämlich seine Güte, die an ihm vorüberging! Und von hinten – also hinterher – konnte er sehen, dass die Situation Gottes Güte war. Geht es uns in diesen „schwierigen“ Situationen nicht genauso? Wenn wir in Treue es einfach zulassen, dass Gott uns formt und züchtigt, können wir später erkennen, dass es Gottes Güte war, die an uns vorüberging! Und während dies geschieht, sehen wir es nicht, aber wir wissen es, schreibt Paulus in Römer 8,28.

„Der Herr züchtigt mich schwer; aber er gibt mich dem Tode nicht preis. Tut mir auf die Tore der Gerechtigkeit, dass ich durch sie einziehe und dem Herrn danke. Das ist das Tor des Herrn; die Gerechten werden dort einziehen.“ (Ps. 118,18–20) Für den Gerechten ist die Züchtigung des Herrn also ein herrliches Tor, das sich für ihn öffnet! Heißt das, dass wir die Situation dann besser verstehen oder dass wir Antworten auf alle unsere Fragen gefunden haben? Das ist nicht so sicher! „Sorgt euch um nichts, sondern in allen Dingen lasst eure Bitten in Gebet und Flehen mit Danksagung vor Gott kundwerden!“ (Phil. 4,6) Es steht dort nicht weiter, dass Gott dann Antworten auf all Fragen geben wird! Nein, die Erhörung des Gebets liegt darin, dass „der Friede Gottes, der höher ist als alle Vernunft, wird eure Herzen und Sinne bewahren in Christus Jesus.“ (Phil. 4,7)

„Er will uns ganz in die Heiligung führen, bis wir zum Preis seines Ruhmes dort stehn. Wer will den Herrn aller Herren wohl lehren, wie dieses herrliche Werk soll geschehn?“ (Liederbuch WdH 146) Also lasst uns in all diesen „unverständlichen“ Situationen feststehen im Glauben, im Vertrauen und in Dankbarkeit gegenüber Gott! Wie Elias Aslaksen in dem Lied schreibt, ist es der Wille des Herrn, uns ganz zu heiligen und uns zum Preis seiner Herrlichkeit zu formen. Dafür ist es notwendig, dass wir gezüchtigt, geformt und bearbeitet werden – auf vielerlei Weise, die unsere Vernunft und unsere Gefühle nicht begreifen.

Es ist nämlich Gottes Güte, die in uns und für uns wirksam ist! (Röm. 2,4)