„Bewahre mich, Gott!“
„Bewahre mich, Gott, denn ich traue auf dich.“ (Ps. 16,1–20)
Das riefen wir, als wir uns Gott übergaben. Dieser Ruf muss uns bis zum Ende bewahren. Wir müssen weiterhin bewahrt werden, auch nachdem wir den alten Menschen, das uns Bewusste, abgelegt haben. Paulus sagt: „Ich bin mir zwar keiner Schuld bewusst, aber darin bin ich nicht gerechtfertigt; der Herr ist’s aber, der mich richtet.“ (1. Kor. 4,4) Wir dürfen niemals so selbstsicher werden, dass wir glauben, dass der Herr an uns nichts zu richten hätte.
Wir dürfen die Reinigung unserer alten Sünden nicht vergessen, schreibt Petrus in 2. Petrus 1,9. Wenn wir das vergessen, können wir nicht bewahrt werden. Dann hören wir auf, um Bewahrung zu beten. Wir brauchen Bewahrung vor allem, was die Gemeinschaft mit Gott und den Heiligen hindert. „Ich habe gesagt zu dem Herrn: ‚Du bist ja der Herr! Ich weiß von keinem Gut außer dir. An den Heiligen, die auf Erden sind, an den Herrlichen hab ich all mein Gefallen.‘“ (Ps. 16,2–3) Wir müssen in einer ganzherzigen Beziehung zu Gott und den Heiligen bewahrt bleiben.
„Jagt dem Frieden nach mit jedermann und der Heiligung, ohne die niemand den Herrn sehen wird.“ (Hebr. 12,14) Dieses „Jagen“ bewahrt uns; wir müssen vor einer bitteren Wurzel, vor Unzucht und Weltlichkeit bewahrt werden, damit der gute, reine Geist, das Glück und die Freude, ja, die Salbung bewahrt bleiben. So werden wir in der Bruderschaft bewahrt bleiben und auch davor, gegen Gott und seine Heiligen zu rebellieren. „Und seht darauf, dass nicht jemand Gottes Gnade versäume; dass nicht etwa eine bittere Wurzel aufwachse und Unfrieden anrichte und viele durch sie verunreinigt werden; dass nicht jemand sei ein Hurer oder Gottloser wie Esau, der um der einen Speise willen sein Erstgeburtsrecht verkaufte.“ (Hebr. 12, 15–16)
Viele fangen gut an, bleiben aber im Laufe der Zeit nicht bewahrt. Es bedeutet sehr viel, wenn jemand ein Leben lang in der ersten Liebe bewahrt bleibt: in der Not und Erkenntnis, in der man seine Zuflucht zu Gott nimmt, und als glücklicher Bruder oder Schwester inmitten der Bruderschaft bewahrt bleibt. Nur wenn aus „gut begonnen“ auch „gut vollendet“ wird, werde ich dabei sein, wenn Jesus die Seinen holt. Dann habe ich Gottes Gnade nicht verspielt.