„Was ist das denn für ein Blöken, das ich höre?“
Saul war genau darüber informiert worden, was zu tun war. „So zieh nun hin und schlag Amalek. Und vollstreckt den Bann an allem, was es hat; verschone sie nicht, sondern töte Mann und Frau, Kinder und Säuglinge, Rinder und Schafe, Kamele und Esel.“ (1. Sam. 15,3)
Obwohl Saul das Beste und das Zweitbeste verschont hatte, errichtete er dennoch ganz freimütig ein Denkmal für sich auf dem Berg Karmel. Das zeigt, wie unglaublich schnell wir die demütige Haltung zu uns selbst verlieren und uns einen Namen machen wollen. Als Saul später Samuel traf, sagte er frech: „Gesegnet seist du vom Herrn. Ich habe des Herrn Wort erfüllt.“ (1. Sam. 15, 13) Er wusste zwar, dass das nicht stimmte, aber trotzdem wollte er versuchen, sich beim Propheten einen guten Namen zu machen.
Samuel antwortete ihm: „Was ist das denn für ein Blöken von Schafen in meinen Ohren, und ein Brüllen von Rindern, das ich höre?“ (1. Sam. 15, 14) Da kam Saul mit vielen typischen Ausreden für seinen Ungehorsam gegenüber Gott: Eigentlich sei es die Schuld des Volkes, und es sei beabsichtigt gewesen, das alles Gott zu opfern usw. Saul hatte die demütige Haltung, in der er war, als er zum König gesalbt wurde, verlassen, sodass er sich erlaubte, Gottes Gebot nach eigenem Ermessen zu beurteilen.
Die Geschichte von Saul soll uns lehren, in Gottesfurcht zu leben und Gottes Wort genau zu befolgen. Im neuen Bund geht es um unsere inneren Feinde. In Hebräer 12,1 heißt es, dass wir „alles ablegen sollen, was uns beschwert, und die Sünde, die uns umstrickt, und mit Geduld laufen in dem Kampf, der uns bestimmt ist“.
Hier wird deutlich, dass jeder Sieg und jede weitere Entwicklung unmöglich sind, ohne zuerst diesen „Weg des Gehorsams“ im eigenen Leben zu gehen – etwas, das Saul nicht ernst nahm (1. Sam. 15,22). Wenn ich bewusste Sünden leben lasse, hört man in meinem Leben immer noch das Blöken von Schafen und das Brüllen von Rindern. Es gibt viele Sünden, die immer noch „blöken“ können, obwohl sie eigentlich ein für alle Mal verbannt sein sollten. Denke zum Beispiel an die Geldgier, an egoistische Ambitionen, an das Suchen nach Anerkennung von Menschen usw. Das sind Sünden, die zu meinem alten Menschen gehören und die sofort mit den Nägeln des Glaubens ans Kreuz genagelt werden müssen.
Das kann ziemlich schnell geschehen, so wie Elias Aslaksen in Lied Nr. 163 in WdH (Wege des Herrn) schreibt: „Alle Sünd kann abgelegt nun werden, eins, zwei, drei und alles andre mit. Immer siegen! Immer siegen! Innig Gott um solchen Glauben bitt.“
Dann werde ich erleben, was in Römer 6,22 steht: „Nun aber, da ihr von der Sünde frei und Gottes Knechte geworden seid, habt ihr darin eure Frucht, dass ihr heilig werdet; das Ende aber ist das ewige Leben.“