Der kristallklare Strom
„Und er zeigte mir einen Strom lebendigen Wassers, klar wie Kristall, der ausgeht von dem Thron Gottes und des Lammes, mitten auf ihrer Straße und auf beiden Seiten des Stromes Bäume des Lebens, die tragen zwölfmal Früchte, jeden Monat bringen sie ihre Frucht, und die Blätter der Bäume dienen zur Heilung der Völker.“ (Offb. 22,1–2)
Solche Auswirkungen hat das Wort Gottes bei allen, die sich nach Heil sehnen. Es trägt beständig Frucht und bringt Leben und geistliche Gesundheit. Wird das Wort in seiner Schärfe und Klarheit verkündigt, lässt uns das uns selbst erkennen und führt uns dadurch aus der Dunkelheit ins Licht. Das Wort Gottes zeigt uns unser Elend und unsere Unzulänglichkeit und leitet uns dazu, an unserer Heiligung zu arbeiten. Es ist deutlich zu spüren, dass dieser kristallklare Strom bei unseren Konferenzen und Zusammenkünften fließt. Dafür danke ich Gott von ganzem Herzen. Diese scharfe Verkündigung richtet Gedanken und Absichten des Herzens, dringt durch und scheidet Seele und Geist. Unsere menschlichen Gedanken werden beleuchtet und gerichtet, und Gottes Gedanken strömen wie Sonnenlicht in Herz und Sinn hinein. Das führt dazu, dass die edle, echte, herzliche Bruderliebe wächst und wir immer enger durch ewige, unzertrennliche Bande miteinander verbunden werden. „Das Kreuz allein macht glücklich, frei und rein ...“, schreibt Aksel J. Smith im Chorus des Liedes WdH Nr. 365.
Diesem kristallklaren Strom begegnen wir im Zentrum der Bruderschaft, im Herzen der Gemeinde. Deshalb muss es uns ein dringendes Anliegen sein, diesem klaren Strom so nah wie möglich zu sein. Unsere Beziehung zu dieser edlen Bruderschaft muss innig, warm und ganz vertrauensvoll sein. Da begegnen wir dem Feuer der Demut. Es verbrennt unsere eigenen hohen, eingebildeten, seelischen Gedanken, unseren Eigensinn, unsere Sturheit, unsere selbstgerechten Gedanken. Solche Gedanken führen uns von Gott weg und bringen uns auf den Weg des Verderbens.
David, dieser demütige, aufrichtige und gottesfürchtige Mann, spürte auch dieses Potenzial zum Bösen, das in seinem Fleisch und seiner Seele schlummerte und ihn in die Irre führen konnte. In Psalm 139,23–24 schrieb er: „Erforsche mich, Gott, und erkenne mein Herz; prüfe mich und erkenne, wie ich´s meine.Und siehe, ob ich auf bösem Wege bin, und leite mich auf ewigem Wege!“
Sein größtes Anliegen war es, vor bösem Weg bewahrt zu bleiben – einem Weg, der uns viel näher liegt, als wir meinen. Seine Aufrichtigkeit und seine tiefe Herzensnot führten zu dem Gebet, das wir in Psalm 16 lesen können: „Bewahre mich, Gott; denn ich traue auf dich. Ich habe gesagt zu dem Herrn: Du bist ja der Herr! Ich weiß von keinem Gut außer dir. An den Heiligen, die auf Erden sind, an den Herrlichen hab ich all mein Gefallen.“
Mögen wir alle so gesinnt sein, dass wir uns um unseres Lebens willen an die Heiligen im Land halten und sie wahrhaftig als die Herrlichen sehen, an denen wir unsere ganze Freude haben. Dann bleiben wir auf dem Weg der Ewigkeit bewahrt. Dort, in dieser edlen Bruderschaft hat der Herr Segen und Leben bis in alle Ewigkeit verheißen. Da will ich für immer und ewig sein.