Verborgene Schätze

Schnell zum Hören – langsam zum Reden

August/September 2025

Schnell zum Hören – langsam zum Reden

„Ihr sollt wissen, meine Lieben: Ein jeder Mensch sei schnell zum Hören, langsam zum Reden, langsam zum Zorn. Denn des Menschen Zorn tut nicht, was vor Gott recht ist.“ (Jak. 1,19–20)

Dies ist eine Ermahnung, die besonders notwendig ist, wenn wir in unseren Trübsalen und Anfechtungen sind. Wenn wir schnell zum Reden neigen, ist das, was aus unserem Mund kommt, oft vom Begehren und den Forderungen des Fleisches verunreinigt. Deshalb sollen wir uns darin üben, schnell zum Hören zu sein und langsam zum Reden. Gott will uns etwas über unsere Natur zeigen, über die Sünde in unserem Fleisch.

Jakobus schreibt, dass der Zorn des Mannes nicht das hervorbringt, was vor Gott recht ist, nämlich seine Tugenden, seine Güte, Liebe, Geduld, Langmut, seinen Frieden usw. Wir können auch sagen, dass des Mannes Bitterkeit, Ungeduld oder Undankbarkeit nicht das bewirkt, was vor Gott recht ist.

Es gibt viele Gelegenheiten, zum Beispiel im Familienleben mit Kindern und Ehepartner, bei denen die Worte leicht herausrutschen. Es offenbaren sich sich Ungeduld oder Gereiztheit, und das kann eine gedrückte Stimmung im Zuhause schaffen. Wir können das, was wir sagen, für berechtigt halten, doch es entspricht dennoch nicht dem, was vor Gott recht ist. Jesu Anliegen war es, dass Ströme lebendigen Wassers aus unserem Leib fließen (Joh. 7,38). Anstatt schnell zu reden sollen wir schnell zuhören, damit dies in unserem Leben geschehen kann. Dann kann der Geist unsere eigene Sünde und Forderungen offenbaren, die sterben sollen.

Auch im Gemeindeleben können schwierige Situationen entstehen, die uns herausfordern. Zum Beispiel können wir das Gefühl bekommen, dass unsere Ehre oder unser Ruf „angekratzt“ wird. Oder vielleicht mögen andere nicht, was wir sagen oder tun. Dann sind wir leicht versucht, bitter zu werden. Wenn ich dann schnell zum Reden bin, statt schnell zum Hören, kann eine bittere Wurzel aufwachsen, die auch andere verunreinigt (Hebr. 12,15).

„Wo viel Worte sind, da geht’s ohne Sünde nicht ab; wer aber seine Lippen im Zaum hält, ist klug.“ (Spr. 10,19)

Unsere Berufung ist es, unter den Weisen zu sein, die ihre Zunge im Zaum halten und sich vom Geist überführen lassen, der auf die eigene Sünde hinweist. Dann kann das, was vor Gott recht ist – Ströme lebendigen Wassers – in Form von Worten und Taten aus uns herausfließen.