Verborgene Schätze

Der Weg Kains oder Christi Sinn?

August/September 2025

Der Weg Kains oder Christi Sinn?

Neid hat viele Menschen in eine Finsternis geführt, wo böse Gedanken im Herzen Wurzeln schlagen. In dieser Finsternis vertrauen sie ihren eigenen Gedanken und sehen nicht, wohin das führt. Denn die Finsternis hat die Augen blind gemacht.

Es ist wichtig, mit dieser Sünde in einem frühen Stadium abzurechnen. Denn wenn wir es zulassen, dass solche Neid-Gedanken weiterleben dürfen, werden sie sich entwickeln. Viele ruinierten sich selbst und andere, weil sie das nicht ernst nahmen. Aber wir können den Neid schon in der Jugendzeit besiegen.

Er kommt immer in Form eines Gedankens. Lassen wir diesen Gedanken im Herzen zu, wird er mächtig. In der Bibel gibt es dafür mehrere Beispiele: Kain wurde neidisch auf Abel, weil Gott Abels Opfer annahm, aber seines nicht. Er brachte seinen Bruder deswegen um (1. Mose 4). Josefs Brüder hassten ihn wegen seiner Träume und weil sein Vater ihn so lieb hatte. Sie warfen ihn in einen Brunnen und verkauften ihn dann als Sklaven (1. Mose 37). Saul wurde eifersüchtig auf David, weil das Volk sang: „Saul hat tausend erschlagen, aber David zehntausend.“ (1. Sam. 18,7) Das führte zu Hass und Verfolgung (1. Sam. 18).

Wenn man beobachtet, wie es einem andern gut geht, kann sich Neid wie ein Schatten einschleichen. Ohne es zu merken, kann man im Begriff sein, sich auf den Weg Kains zu begeben. Auf dieses Muster werden wir immer wieder in der Bibel hingewiesen. Auch Johan O. Smith sprach über diese Sünde in seiner letzten Rede am 22. April 1943: „Es ist merkwürdig zu sehen, wie schnell Neider auftauchen, sobald Gottes Licht sich einem Menschen offenbart. Das ist der Weg Kains.“

Lasst uns diesen Weg verabscheuen. Er hat über Jahrtausende hinweg zu Finsternis, Zerstörung und Mord geführt. Paulus schreibt, dass Neid und Missgunst zu den Werken des Fleisches gehören und dass diejenigen, die solches tun, das Reich Gottes nicht erben werden (Gal. 5,19). Das ist ein ernstes Wort.

Doch wir sind zu etwas ganz anderem berufen. „Und wenn ein Glied leidet, leiden alle Glieder mit, und wenn ein Glied geehrt wird, freuen sich alle Glieder mit.“ (1. Kor. 12,26) Wenn wir im Licht bewahrt bleiben und es nicht zulassen, dass die Sünde in uns Wurzeln schlägt, dann wächst etwas Neues in uns heran, nämlich Freude, Güte und Warmherzigkeit. Dann können wir uns aufrichtig mitfreuen, wenn andere Fortschritte machen und von Herzen sagen: Ich wünsche dem anderen wirklich, dass es ihm gut geht!

Lasst uns darum Christi Sinn haben, ein Sinn, der sich mit den anderen mitfreut, der das Licht liebt und sein Herz behütet, damit die Sünde keine Wurzeln schlagen kann.