Hältst du in der Prüfung stand?
Josef sagte zu seinen Brüdern: „Und nun, ihr habt mich nicht hergesandt, sondern Gott; der hat mich dem Pharao zum Vater gesetzt und zum Herrn über sein ganzes Haus und zum Herrscher über ganz Ägyptenland.“ (1. Mose 45,8)
Josef konnte bezeugen, dass er von Gott eingesetzt worden war. Er wurde ein mächtiger Mann in Ägypten, war sich aber bewusst, dass es Gott war, der ihm die verschiedenen Aufgaben anvertraut hatte.
Welchen Weg hatte Gott für Josef vorgesehen, bevor er diese große Bestimmung erreichte? Wer hätte wohl standgehalten in solch schweren Prüfungen: Verraten von neidischen Brüdern, hinabgeworfen in die Grube, verkauft in die Fremde, versklavt im Hause Potifars und zu Unrecht eingekerkert? Es ist außergewöhnlich, wie Josef sich bei all dem nahe zu Gott hielt, der genau auf ihn aufpasste und seine Liebe und Gottesfurcht sah!
Diese Gottesfurcht lehrte Josef, in Prüfungen auszuhalten. Nach der Prüfungszeit konnte Gott Josef zu dem Werk einsetzen, das er für ihn vorgesehen hatte: Er wurde zu einem großen Segen für viele!
Als Josef auf diese Weise erhöht wurde, war auch das wiederum eine Prüfung – ob er auch in der Erhöhung Gott treu bleiben würde. Die Geschichte erzählt uns, dass Josef Gott treu blieb und seine Liebe und Gottesfurcht bewahren konnte, sodass er in der Lage war, seinen Brüdern zu vergeben und ihnen zu helfen. Was für ein demütiger und treuer Mann Josef war, in Schande und Bedrängnis ebenso wie auch in Erhöhung und Macht. Er wurde zum Segen für ganze Völker.
Auch heute gibt es Bedarf an Dienern, die in der Gemeinde eingesetzt werden können, Menschen, die Gott mit ungeteiltem, reinem Herzen dienen! Auch sie müssen geprüft werden: „Desgleichen sollen die Diakone ehrbar sein, nicht doppelzüngig, keine Säufer, nicht schändlichen Gewinn suchen ... Und man soll sie zuvor prüfen, und wenn sie untadelig sind, sollen sie den Dienst versehen.“ (1. Tim. 3,8–10) Gott stellt uns auf die Probe, ob wir ihm dienen und ihn lieben, wenn seine Hand über uns ist, oder ob wir den Menschen gefallen wollen. Es mag Zeiten der Züchtigung geben, Zeiten der Trübsal, aber Gott schaut genau hin. „Selig ist, wer Anfechtung erduldet.“ (Jak. 1,12) Wer in der Prüfung standhält, den kann Gott für sein Werk einsetzen und zum Segen für viele werden lassen.
Wenn du Gottes Hand über dir spürst, bleibe nahe bei Gott, und Gott wird nahe bei dir bleiben. Demütige dich unter die gewaltige Hand Gottes, und du wirst erleben, wie Gott dich erhöht. Egal, was deine Gefühle sagen – lebe im Glauben und lass das Feuer in dir wirken, damit aller Eigensinn zugrunde geht. Eine solche Zeit des Zerbruchs ist notwendig, wenn du willst, dass Gott dich in seinem Werk nach seinem Ratschluss gebrauchen kann.
Und inmitten all der Arbeit bleibt ein Diener nahe bei Gott. Seine Liebe und die Gottesfurcht seines Herzens bewirken, dass er arm im Geist ist und Gott zu ihm reden kann. Er sehnt sich nach Heiligung und gibt Gott die Ehre, der darauf mit Gnade zum Wachstum antwortet – sowohl im persönlichen Leben als auch im Dienst.
Paulus ermahnt uns innig, brennend im Geist zu sein und dem Herrn allein zu dienen (Röm. 12,11). Möge Gott uns die Gnade geben, so zu leben, damit wir nie reich und satt werden und dadurch ein trübes Auge bekommen, sondern weiterhin klar sehen, uns demütigen und nach Heiligung streben.