Verborgene Schätze

„... als dem Herrn und nicht den Menschen“

April 2025

„... als dem Herrn und nicht den Menschen“

„Alles, was ihr tut, das tut von Herzen als dem Herrn und nicht den Menschen, denn ihr wisst, dass ihr von dem Herrn als Lohn das Erbe empfangen werdet. Dient dem Herrn Christus!“ (Kol. 3,23–24)

Was ist die treibende Kraft in meinem Leben? Es gibt viele Dinge anzupacken, innerhalb wie außerhalb der Gemeinde, aber für wen tue ich all das? Uns ist wohlbekannt, was Jesus zu Beginn von Matthäus 6 sagt. Wer seine Almosen vor den Augen der Menschen Almosen gibt, um von ihnen gesehen zu werden, hat seinen Lohn schon gehabt. Wer aber seine Werke von Herzen als dem Herrn tut, wird von dem Herrn als Lohn das Erbe empfangen. Zwei grundverschiedene Endergebnisse: Der eine bekommt keinen Lohn, der andere bekommt das volle Erbe, nämlich die ewige Gemeinschaft mit Jesus und allen Heiligen.

Jesus fragt in Johannes 5,44: „Wie könnt ihr glauben, die ihr Ehre voneinander annehmt, und die Ehre, die von dem alleinigen Gott ist, sucht ihr nicht?“

Wie kann ich wahrhaftig glauben, wenn ich die Ehre der Menschen suche? Würde ich an Gott glauben, würde ich auch glauben, dass er in das Verborgene sieht und dass er, der in das Verborgene sieht, es mir öffentlich lohnen wird. Eine tödliche Falle – und ein Verlust für Zeit und Ewigkeit –, wenn ich mich in diesem Netz verfange. Ich möchte Menschen gefallen und für das, was ich tue, geehrt werden. Mein Antrieb ist, dass ich gelobt oder in einer Versammlung zitiert werde. Das macht mich besonders freimütig, glücklich und zufrieden. Erhalte ich hingegen kein Lob oder werde gar vergessen, so macht mich das missmutig und reserviert. Das Ergebnis, die Quittung eines solchen den Menschen zugewandtes Lebens wird sein, was Jesus beschrieb: „Es werden viele zu mir sagen an jenem Tage: Herr, Herr, haben wir nicht in deinem Namen geweissagt? Haben wir nicht in deinem Namen Dämonen ausgetrieben? Haben wir nicht in deinem Namen viele Machttaten getan? Dann werde ich ihnen bekennen: Ich habe euch nie gekannt. Weicht von mir, die ihr das Gesetz übertretet!“ (Mt. 7,22–23)

Was für ein tragischer Ausgang – ein solches Urteil am Ende eines Dienerlebens! Trotz allem, was ich getan und geopfert habe, trotz allem, was ich an Geld gegeben oder sonstwie beigetragen habe, bin ich nicht dabei! Ich habe meinen Lohn schon erhalten. Ich habe es für die Menschen getan. Was andere von mir dachten und über mich sagten, war das, was mich antrieb. Mir fehlte die wahre, brennende Liebe zu Jesus Christus! „Denn die Liebe Christi drängt uns, da wir erkannt haben, dass einer für alle gestorben ist und so alle gestorben sind. Und er ist darum für alle gestorben, damit, die da leben, hinfort nicht sich selbst leben, sondern dem, der für sie gestorben ist und auferweckt wurde.“ (2. Kor. 5,14–15) Möge die Liebe Christi die treibende Kraft in unserem Leben sein, damit wir das, was wir tun, von Herzen als dem Herrn und nicht den Menschen tun. So werden wir los vom Ehrgeiz, der so tief in der Menschennatur verwurzelt ist.

Es liegt nichts Verdammendes in der Erkenntnis, dass dieser Stoff in meinem Fleisch wohnt, doch wenn ich dem nicht widerstehe, sobald es mir bewusst wird, mache ich mich schuldig. Mögen wir diesen Stoff von ganzem Herzen hassen, wenn wir ihn sehen. Es ist großer Eifer notwendig, um aus diesem Netz frei zu werden. Doch mit Gottesfurcht und aufrichtigem Interesse an tiefgreifender Heiligung ist es voll und ganz möglich. Bitten wir Gott um erleuchtete Augen, damit wir sehen, was in uns wohnt. David sagt es so unglaublich treffend: „Erforsche mich, Gott, und erkenne mein Herz; prüfe mich und erkenne, wie ich’s meine. Und sieh, ob ich auf bösem Wege bin, und leite mich auf ewigem Wege.“ (Ps. 139,23–24). Darum kann man bitten. Solange wir leben, ist es möglich, den Weg der Ewigkeit zu betreten, der uns zum Erbe unter den Heiligen führen wird. Möge Gott mir die Gnade geben, diesen Weg zu gehen, so lange ich lebe.