Verborgene Schätze

Osterkonferenz

Mai 2025

Osterkonferenz

Jedes Jahr kommen weltweit Millionen Christen zusammen, um das Osterfest zu feiern. Wir versammeln uns, um uns an Jesus, unseren Heiland, zu erinnern. Doch wie viele von uns erfassen wirklich die tiefere Bedeutung der Osterbotschaft?

Kåre J. Smith eröffnete die Konferenz, indem er uns daran erinnerte, dass sowohl unsere Seele als auch unser Geist ihren Ursprung im Himmel haben – und dass beide Nahrung brauchen. Die beste Nahrung für uns ist das Wort des Glaubens, d.h. das Wort Gottes, das vom Himmel kommt. In den Gottesdiensten erlebten wir wirklich einen „reich gedeckten Tisch“. Das Wort Gottes wurde klar und kraftvoll verkündigt, so dass alle, die diese himmlische Berufung verspüren, Nahrung für ihren Geist bekommen konnten. Die Botschaft von dem im Fleisch geoffenbarten Jesus Christus war klar und deutlich zu hören.

Es ist wirklich seltsam, dass eine so große und wichtige Botschaft so vielen Menschen verborgen bleibt; unter uns soll sie jedenfalls nicht verborgen bleiben.

Hier folgt ein Auszug aus den Gottesdiensten der Konferenz.

Zur Ruhe kommen

Kåre J. Smith führte uns vor Augen, was geschah, als das Volk Israel vor dem Gelobten Land stand. Josua sollte es in ein Land der Sicherheit und Ruhe führen – an einen Ort, wo der Feind keine Bedrohung mehr darstellte und das Volk in Frieden leben konnte. Doch das Volk Israel vertraute nicht auf Gottes Kraft. Stattdessen schauten die Menschen auf ihre eigene Schwachheit und hielten es für zwecklos, zu kämpfen (4. Mose 13,25–33). In Kapitel 14 jedoch lesen wir von Josua und Kaleb, die eine ganz andere Einstellung hatten. Sie hatten einen unerschütterlichen Glauben an Sieg und fanden in diesem Glauben die Kraft, im Vertrauen auf Gott zu ruhen.

Was können wir daraus lernen? Dass wir nur dann Überwinder der Sünde werden können, wenn wir voller Vertrauen auf Gott eindringen. Dann ist da kein Platz für Zweifel und Unglauben, sondern nur für den völligen Glauben daran, dass es möglich ist, zu überwinden, und dass Gott uns die Gnade dazu geben wird.

Der Verfasser des Hebräerbriefs führt das Volk Israel als Beispiel an und ermahnt uns dazu, die Ruhe in Gott zu suchen. „Denn wenn Josua sie zur Ruhe gebracht hätte, wäre hernach nicht von einem andern Tag die Rede.“ Und weiter: „So lasst uns nun bemüht sein, in diese Ruhe einzugehen, damit nicht jemand zu Fall komme wie in diesem Beispiel des Ungehorsams.“ (norw.: „Unglaubens“) (Hebr. 4,8 und 11). Solange wir daran zweifeln, ob es möglich ist zu überwinden, haben wir keine Kraft zu kämpfen. Wir kommen nicht weiter und bleiben kraftlos. Wahre Ruhe werden wir nur dann erreichen, wenn wir uns Gott ganz hingeben.

„Weil nun Christus im Fleisch gelitten hat, so wappnet euch auch mit demselben Sinn; denn wer im Fleisch gelitten hat, der hat Ruhe vor der Sünde.“ (1. Petr. 4,1). Wir müssen gewillt sein, im Fleisch zu leiden, das heißt, der Sünde zu widerstehen. Dieser Kampf beginnt in den Gedanken. Wenn wir in unserem Sinn ebenso entschlossen sind wie Jesus und den Ernst in jeder noch so kleinen Versuchung erkennen, werden wir auch den Sieg über die Sünde erlangen, genau wie unser Herr und Meister. Dann können wir zur Ruhe kommen, und genau das ist es, was Gott für uns vorgesehen hat.

Es ist unmöglich, ganz und gar an Gott zu glauben und gleichzeitig zu erwarten, alles verstehen zu können, was er in unserem Leben tut. „Es ist aber der Glaube eine feste Zuversicht dessen, was man hofft, und ein Nichtzweifeln an dem, was man nicht sieht.“ (Hebr. 11,1). Auf unsere Sinne und unsere Vernunft ist nicht immer Verlass, denn auch sie sind vom Sündenfall beeinflusst. Es lohnt sich, darüber nachzudenken, dass Jesus nicht nach seinem eigenen Willen gehandelt hat, sondern nur nach dem, was er den Vater tun sah (Joh. 5,19).

Gottes Wort soll in uns wirksam sein, damit es Seele und Geist scheiden kann (Hebr. 4,12–14). Das Wort dringt durch, bis es Mark und Bein scheidet. So geschieht es, dass unser Eigenwille und unsere menschliche Kraft bloßgestellt werden, die so oft im Widerspruch zu Gottes Willen stehen. Dann können wir anfangen, in Gottes Kraft zu leben und nicht mehr in unserer eigenen Kraft.

Auch von Abraham können wir viel lernen. Obwohl die Verheißung Gottes mit jedem Jahr unwahrscheinlicher erschien, wurde sein Glaube immer stärker. Er zweifelte nicht an den Verheißungen Gottes (Röm. 4,19-21).

Alle Unruhe kommt aus der Vernunft. So war es auch beim Volk Israel: Wenn Gott sie segnete, jubelten die Menschen Doch es dauerte nicht lange, bis sie wieder anfingen zu klagen. Sie vertrauten weder Gott noch seinem Weg ins Gelobte Land, obwohl dieser Weg klar und vorherbestimmt war. Deshalb kam diese Generation nie dort an und ging auch nicht zur Ruhe ein (Hebr. 4,1–3).

Wer im Glauben lebt, wird erleben, was wahre Ruhe ist. All unsere Sorgen, Zweifel und Ängste können wir Jesus übergeben, indem wir uns einfach in seine Arme werfen. „Kommt her zu mir, alle, die ihr mühselig und beladen seid; ich will euch erquicken.“ (Mt. 11,28). Zur Ruhe in Gott kommen bedeutet, dass man von allen Sorgen und allem Streben um das Sichtbare und Irdische Ruhe findet. Viele Menschen quälen sich ab damit, dass sie versuchen, alles selbst zu tragen. Gottes Ruhe erfährst du, wenn du alles in seine Hände legst. David durfte diese Ruhe erfahren, trotz der schwierigen Situationen, in die er geriet. „Der Herr ist mein Hirte, mir wird nichts mangeln.“ Lies den Psalm 23.

Anstatt dass wir uns wie das Volk Israel jahrelang in der „Wüste“ verausgaben, können wir schon jetzt in Gott zur Ruhe kommen. Dort, am Thron der Gnade, können wir Hilfe suchen und Gnade finden – genau dann, wenn wir sie brauchen (Hebr. 4,16). Wenn wir uns Gott nahen, können wir hören, was er uns sagen will. Wir erhalten Zugang zum Heiligtum, wo wir Gottes Rede hören können. Jeder Jünger sollte sich im Heiligtum zu Hause fühlen. Auf die Stimme des Geistes zu hören, ist für einen Jünger eine natürliche Sache. So bekommen wir die Hilfe, derer wir bedürfen – und das Wort, das wir brauchen, um anderen zu helfen. Wenn wir auf die Stimme des Geistes hören, werden wir die guten Werke finden, die Gott zuvor für uns vorbereitet hat. (Eph. 2,10).

Ist Jesus dein Vorläufer geworden?

Paulus beginnt das Buch der Römer so: „Paulus, ein Knecht Jesu Christi, berufen zum Apostel, ausgesondert für das Evangelium Gottes, das er zuvor verheißen hat durch seine Propheten in der heiligen Schrift, von seinem Sohn, der im Fleisch gekommen ist aus dem Samen Davids und offenbart worden ist durch den Geist der Heiligkeit als der herrliche Sohn Gottes durch die Auferstehung von den Toten, Jesus Christus, unser Herr.“ (Röm. 1,1–4)

Für viele Christen beschränkt sich das Heil in Jesus Christus darauf, dass er am Kreuz für unsere Sünden gestorben und von den Toten auferstanden ist. Wir hören viel darüber, besonders zu Ostern. Und es ist ja absolut wahr, dass die Auferstehung Jesu ein großes und mächtiges Wunder ist. Wir werden Gott in alle Ewigkeit preisen, dass Jesus auf die Erde kam, für uns gelitten hat und von den Toten auferstanden ist.

Aber es gibt noch mehr, worauf du dich freuen kannst! Vor der Kreuzigung lebte Jesus dreißig Jahre lang wie ein Mensch – in einfachen Verhältnissen. Er war Zimmermann – viel mehr wissen wir nicht über sein Leben als Jugendlicher und Erwachsener. Doch das Leben, das er führte, ist von großer Bedeutung. Haben wir das verstanden?

Jesus wurde aus dem Samen Davids geboren. Das bedeutet, dass er versucht wurde, genau wie wir versucht werden (Hebr. 2,17–18). Er wurde versucht und hat jedes Mal überwunden. Das ist das Evangelium – Gottes gute Nachricht an uns Menschen. Es gibt nichts Größeres. „Nachdem Gott vorzeiten vielfach und auf vielerlei Weise geredet hat zu den Vätern durch die Propheten, hat er zuletzt in diesen Tagen zu uns geredet durch den Sohn.“ (Hebr. 1,1–2). Gott spricht nicht nur durch das, was Jesus sagte. Das Leben, das er als Mensch führte, soll auch zu uns sprechen. In diesem Leben liegt unser Heil, denn Jesus war unser Vorläufer: Er hat uns Fußspuren hinterlassen, denen wir folgen können.

Paulus verstand diesen Kampf gegen die Sünde: „So tue ich das nicht mehr selbst, sondern die Sünde, die in mir wohnt. Denn ich weiß, dass in mir, das heißt in meinem Fleisch, nichts Gutes wohnt. Wollen habe ich wohl, aber das Gute vollbringen kann ich nicht.“ (Röm. 7,17–18) Auch Jesus musste diesen Kampf führen, als er nach dem Willen Gottes suchte: „Doch nicht mein, sondern dein Wille geschehe.“ (Lk. 22,42)

Es war ein realer Kampf, den Jesus führte. In seinen Lebenssituationen als Bruder, Sohn und Zimmermann betete er zu Gott, und in einigen Bibelversen bekommen wir einen Einblick in sein Gebetsleben: „Und er hat in den Tagen seines irdischen Lebens (Luther 1912: seines Fleisches) Bitten und Flehen mit lautem Schreien und mit Tränen vor den gebracht, der ihn aus dem Tod erretten konnte; und er ist erhört worden, weil er Gott in Ehren hielt. So hat er, obwohl er der Sohn war, doch an dem, was er litt, Gehorsam gelernt.“ (Hebr. 5,7–8) Jesus lernte Gehorsam, und als er den Lauf vollendet hatte, wurde er „für alle, die ihm gehorsam sind, der Urheber der ewigen Seligkeit“. (Vers 9) Jetzt können auch wir, in den „Tagen unseres Fleisches“ dem Meister folgen. Wir können uns selbst verleugnen, unser Kreuz aufnehmen und ihm folgen (Mk. 8,34).

Der Gott der Welt – der Teufel – versucht, diesen wichtigen Teil des Lebens Jesu zu verbergen, damit die Menschen Jesus nicht als ihren Vorläufer begreifen sollen. (2. Kor. 4,3–4). Aber uns sollte diese Wahrheit nicht verborgen bleiben. Jesus ging den Weg des Kreuzes und sehnte sich nach Nachfolgern auf diesem Weg. Er wollte Brüder und Schwestern haben (Hebr. 2,11). Er ist der einzige Mittler zwischen Gott und den Menschen (1. Tim. 2,5).

Jesus nahm Fleisch und Blut an, wie wir, um den Teufel zu überwinden und uns von der Knechtschaft der Sünde zu befreien: „Weil nun die Kinder von Fleisch und Blut sind, hatte er gleichermaßen daran Anteil.“ (Hebr. 2,14–15) Jesus wollte sich nicht der Engel annehmen, sondern der Menschen (Vers 16). Und deshalb können wir, die wir glauben, kämpfen, wie Jesus gekämpft hat, und beten, wie Jesus gebetet hat.

Er lernte Gehorsam, und wir folgen ihm auf diesem Weg. Er überwand die Sünde im Fleisch, und wir folgen ihm nach. „Denn dazu seid ihr berufen, da auch Christus gelitten hat für euch und euch ein Vorbild hinterlassen, dass ihr sollt nachfolgen seinen Fußstapfen.“ (1. Petr. 2,21). Petrus beschreibt, wie sich Jesus verhielt, als er verspottet wurde und leiden musste (Vers 22–23). Anstatt der Sünde nachzugeben, siegte Jesus über die Begierden des Fleisches und kann uns deshalb in unserem Kampf helfen.

Möge Jesus unser Vorläufer sein! Dann werden die größten und wertvollsten Verheißungen – nämlich, dass wir Anteil an göttlicher Natur bekommen, für uns wahr. (2. Petr. 1,3–4).

„Es ist vollbracht!“

„Jesus, mein Heiland, wie groß ist’s und wert, dass du als Mensch kamst zu uns auf die Erd, arm und verachtet, geschmäht und geplagt, aber du trugst es als König fürwahr.“ Dieses Lied von Ingrid Bekkevold (WdH 245) wurde zu Beginn des Gottesdienstes am Ostermorgen gesungen. Das Lied ist geprägt von Ehrfurcht und Dankbarkeit für das große Werk Jesu und für das Heil, das er uns brachte. Doch wie ist es mit uns? Können wir ehrlich sagen, dass wir die Größe Jesu sehen, wenn wir mitten in den Prüfungen des Lebens stehen?

Petrus hatte die Kreuzigung Jesu miterlebt und alles, was an Ostern geschah. Er war Jesus auch in den letzten Jahren seines Lebens gefolgt und hatte gesehen, wie Jesus sich bei den unterschiedlichen Herausforderungen verhalten hatte, die ihm begegneten. Petrus war von Christus ergriffen und schreibt: „Gelobt sei Gott, der Vater unseres Herrn Jesus Christus, der uns nach seiner großen Barmherzigkeit wiedergeboren hat zu einer lebendigen Hoffnung durch die Auferstehung Jesu Christi von den Toten“ (1. Petr. 1,3)

Petrus wusste, woher er kam, und er verstand, dass er zu einer lebendigen Hoffnung wiedergeboren worden war. Die Auferstehung Jesu wurde zum sichtbaren Beweis für das Werk, das in Jesus stattgefunden hatte, während er als Mensch auf der Erde lebte.

Als Jesus am Kreuz starb, rief er aus: „Es ist vollbracht!“ (Joh. 19,30) Jesus hatte nie gegen seinen himmlischen Vater gesündigt. Er hatte nie versagt, und deshalb konnte ihn der Tod nicht festhalten. Er ist von den Toten auferstanden, und es heißt, dass er uns zu einem unvergänglichen, unbefleckten und unverwelklichen Erbe wiedergeboren hat – das all jene erwartet, die denselben Weg zu gehen verstehen, auf dem Jesus vorausging (1. Petr. 1,4–5).

Das Geheimnis vom im Fleisch geoffenbarten Christus ist der Schlüssel zu einem Überwinderleben. Das Werk, das in Jesus geschah, während er auf der Erde lebte, ist unser Vorbild. Der Teufel versucht, diesen Schlüssel vor uns zu verbergen. Deshalb ist es so wichtig, dass wir die Größe Jesu wirklich sehen und verstehen – auch dann, wenn wir im eigenen Leben mit Prüfungen konfrontiert werden.

Der Glaube richtet uns auf, und jeder Tag ist von Gott „vorbereitet“, um uns dem Bild seines Sohnes gleichzumachen (Röm. 8,29). Es ist eine Sache, das mit dem Kopf zu verstehen – eine andere ist es, treu zu sein und sich die Prüfungen des Lebens zum Heil dienen zu lassen, wenn es wirklich darauf ankommt.

Die Propheten bekamen gelegentlich eine Schau von Jesus gezeigt, und sie prophezeiten dem Volk. Eine dieser Prophezeiungen lautet wie folgt: „Siehe, dein König kommt zu dir, ein Gerechter und ein Helfer, arm und reitet auf einem Esel, auf einem Füllen der Eselin.“ (Sach. 9,9) So ritt der König der Könige in Jerusalem ein. Er war geprägt von Demut und gleichzeitig wird uns seine Größe vor Augen geführt.

Es steht geschrieben, dass Jesus „der Abglanz seiner Herrlichkeit und das Ebenbild seines Wesens“ ist. (Hebr. 1,3). Er hat sich freiwillig entschieden, den Weg der Erniedrigung zu gehen. Wir sind dazu berufen, in gleicher Weise zu leben – sein Leib auf Erden zu sein.

„So ermahne ich euch nun, ich, der Gefangene in dem Herrn, dass ihr der Berufung würdig lebt, mit der ihr berufen seid, in aller Demut und Sanftmut, in Geduld. Ertragt einer den andern in Liebe und seid darauf bedacht, zu wahren die Einigkeit im Geist durch das Band des Friedens“ (Eph. 4,1–3). Hier haben wir reichlich Gelegenheit zur Heiligung.

Stell dir vor, am Ende deines Weges sagen zu können: „Gott hat sein Werk in mir vollbracht!“ Das Leben und Sterben Jesu kann für uns eine unendliche Hilfe und ein Segen sein – sowohl für uns selbst, als auch für unsere Nächsten.

Segne die Menschen

Kåre J. Smith beendete die Konferenz, indem er uns daran erinnerte, dass wir dazu berufen sind, die Menschen zu segnen – vor allem die uns Nahestehenden und unsere Kinder. Wenn wir nicht wachsam sind, liegt es nahe, überheblich zu werden. Die Welt liegt im Argen. „Wer von Gott geboren ist, nimmt sich in Acht, und der Böse rührt ihn nicht an.“ (1. Joh. 5,18–19)

Wenn wir auf die Stimme des Geistes hören, werden wir immer etwas bei uns finden, das wir reinigen können. Denn der Geist begehrt auf gegen das Fleisch und gegen unseren eigenen Willen (Gal. 5,16–17). Alle Unvollkommenheit im Leben ist darauf zurückzuführen, dass wir uns nicht vor dem Bösen bewahren und dass wir nicht auf den Geist hören.

Gott gab Abraham ein Versprechen: „In dir sollen gesegnet werden alle Geschlechter auf Erden.“ (1. Mose 12,3). Durch Christus und durch die Wegleitung des Heiligen Geist bleibt die Verheißung des Segens Gottes fest und gilt auch für uns. Wir sind Abrahams Same geworden und uns wurden dieselben Verheißungen zuteil (Gal. 3,14–16). Wenn wir auf die Stimme des Geistes in unserem Herzen hören, können wir die Taten des Leibes sehen und haben die Möglichkeit, sie durch den Geist zu töten (Röm. 8,13). Doch hören wir die Rede des Geistes im Herzen nicht, werden wir nie zu einem Leben in Gott kommen.

Petrus schreibt: „Denn wer das Leben lieben und gute Tage sehen will, ...“ (1. Petr. 3,9–15). Er erklärt, wie wir ein Segen für andere sein können – egal, wie wir behandelt werden. Wenn wir mit etwas Bösem konfrontiert werden, haben wir eine gute Gelegenheit, im Gegenzug etwas Gutes zu tun. Auf diese Weise können wir im Segen, den Gott Abraham zugesagt hatte, weiterbauen.

Die einzige Möglichkeit, wie andere uns wirklich schaden können, ist, dass sie uns dazu zu bringen, Böses mit Bösem zu vergelten. Dann sind wir vom Bösen überwunden worden. Aber wenn wir Böses mit Gutem überwinden, gewinnen wir einen herrlichen Sieg. „Wir wissen aber, dass denen, die Gott lieben, alle Dinge zum Besten dienen, denen, die nach seinem Ratschluss berufen sind.“ Und das Beste für uns ist, dass wir dem Bild seines Sohnes gleichgestaltet werden. (Röm. 8,28–29)

Josef, der im Alten Bund lebte, verstand das: „Ihr gedachtet es böse mit mir zu machen, aber Gott gedachte es gut zu machen.“ (1. Mose 50,20) Gott ist treu. Wenn er segnet, kann das niemand verhindern.

Selbst Bileam, der selber von Geldgier verführt war, musste das erkennen: „Wie soll ich fluchen, dem Gott nicht flucht? Wie soll ich verwünschen, den der Herr nicht verwünscht?“ (4. Mose 23,8) Schließlich segnete er Israel dreimal. Trotzdem lehrte er den König Balak, wie er das Volk Israel zu Fall bringen konnte – indem er es zum Sündigen verführte. Damit öffneten die Israeliten selbst die Tür zur Verdammnis (K. 25,9). Gott griff ein und sowohl Bileam als auch Balak verloren ihr Leben (K. 31,8).

Und wie steht es mit uns? Wenn wir zum Beispiel Verleumdungen ausgesetzt sind? Wenn Gott gut von uns spricht, werden die Verleumder beschämt werden. Sie schaden sich damit nur selbst. „Die Rache ist mein; ich will vergelten, spricht der Herr.“ (Röm. 12,19) Und wir kennen die Ermahnung: „Lass dich nicht vom Bösen überwinden, sondern überwinde das Böse mit Gutem.“ (Vers 21)

Das Fleisch mit den Leidenschaften und Begierden soll gekreuzigt sein (Gal. 5,24). Wenn wir Menschen segnen und uns nicht von ihnen zur Sünde verleiten lassen, gehören wir Christus an – und stehen in der gleichen Beziehung zu Gott wie Abraham. Dann können wir die Menschen wirklich segnen und nichts kann uns zur Sünde verleiten. Mögen unsere Füße auf der Grundlage der Auferstehung stehen!