Verborgene Schätze

Gehorsam

Mai 2025

Gehorsam

Die Worte Jesu in Offb. 2,2-5 an den Engel der Gemeinde in Ephesus sind ernst: „Aber ich habe gegen dich, dass du deine erste Liebe verlassen hast.“ Am Maßstab dieser Worte sollte man sein eigenes Leben immer wieder prüfen; sie sind dazu geeignet, mein Christenleben und meine Gottesfurcht einer ständigen Revision zu unterziehen. Grundlage und Kern meines Christenlebens müssen notwendigerweise Gottesfurcht und Liebe zu Gott sein! Daraus entspringt alles! Sie rücken alles in meinem Leben ins rechte Licht und bewirken Verlangen und Sehnsucht danach in meinem Herzen, Gottes würdig zu wandeln und ihm in allen Dingen gefällig und gehorsam zu sein.

Doch ist diese Grundlage nicht in Ordnung, dann ist große Gefahr im Verzug, denn das bedeutet ein Abweichen vom ersten und höchsten Gebot, das da lautet: „Du sollst den Herrn, deinen Gott, lieben von ganzem Herzen, von ganzer Seele und von ganzem Gemüt.“ (Mt. 22,37) Eigentlich ist nichts in Ordnung, solange das Fundament nicht in Ordnung ist. Die Werke, die man getan hat, werden dann vor Gott nicht für vollkommen befunden. Andererseits: wenn diese Sache in Ordnung ist, dann ist es nur eine Frage der Zeit, bis auch alles andere in die rechte Ordnung kommt. Hapert es aber in dieser Sache, dann ist es zwar durchaus möglich, dass man wie der reiche Jüngling sagen kann: „Das habe ich alles gehalten von Jugend auf.“ (Mt. 19,20) Jedoch: das erste und höchste von allen Geboten von allen hat man nicht gehalten. Wenn man dann in den Verhältnissen des Lebens vor Entscheidungen gestellt wird, ist es leicht passiert, dass man es dem reichen Jüngling gleichtut und traurig fortgeht. (Mt. 19,22). Man liebt Gott nicht so sehr, dass man bereit ist, alles zu erleiden und alles zu opfern, um seiner Stimme zu folgen.

So ist es im persönlichen Leben, und so ist es in der Familie und Gemeinde. Es kann alles noch so gut organisiert und geordnet sein, doch wenn bei den Verantwortlichen die erste Liebe verloren geht oder erkaltet, ist die Gefahr groß, dass das eigentliche Fundament mangelhaft ist.

Johan O. Smith schreibt in „Skjulte Skatter“ (Mai/Juni 1929): „Treue gegenüber der Stimme Gottes im Innersten des Herzens ist die göttliche Lebensader, die Gottes Gemeinde Kraft und Licht zuführt. Reißt sie ab, bedeutet das Tod und Untergang.“

Saul war zu Anfang ein herausragender Mann! Er war demütig und Gott treu ergeben. Aber mit der Zeit verwarf er Gott und sein Wort – offenbar, weil ihm Ehre und Ansehen bei den Menschen wichtig war! (1. Sam. 15,30) Also musste Gott denselben Propheten, der Saul zuvor zum König gesalbt hatte, mit der folgenden traurigen Botschaft schicken: „Weil du des Herrn Wort verworfen hast, hat er dich auch verworfen.“ (1. Sam. 15,23) Das wäre nicht passiert, wenn er Gott geliebt hätte! Abraham war ganz anders eingestellt und wurde ein leuchtendes Vorbild für alle Geschlechter! Gott prüfte ihn, indem er ihm befahl, seinen Sohn Isaak zu opfern. (1. Mos. 22,2) Viele Gedanken müssen Abraham durch den Kopf gegangen sein, aber er stand am nächsten Tag früh auf. Nach dreitägigem Marsch kam er an der Opferstätte an. Er war gehorsam bis zum Äußersten, und dann rief Gott vom Himmel: „Nun weiß ich, dass du Gott fürchtest!“ (1. Mos. 22,12) Und weiter: „Ich will dich segnen und deine Nachkommen mehren ... und durch deine Nachkommen sollen alle Völker auf Erden gesegnet werden, weil du meiner Stimme gehorcht hast.“ (1. Mos. 22,17-18)

So hoch werden Liebe zu Gott und Gehorsam gewürdigt!