Keine behauenen Steine im Altar
In Römer 12 sehen wir, wie Jesus für den Altar des neuen Bundes Sorge trug. Alle, die in ihm – in seinem Leib – vereint werden, bringen ihre eigenen Leiber als ein Gott wohlgefälliges Opfer dar. „Ich ermahne euch nun, Brüder und Schwestern, durch die Barmherzigkeit Gottes, dass ihr euren Leib hingebt als ein Opfer, das lebendig, heilig und Gott wohlgefällig sei. Das sei euer vernünftiger Gottesdienst. Und stellt euch nicht dieser Welt gleich, sondern ändert euch durch Erneuerung eures Sinnes, auf dass ihr prüfen könnt, was Gottes Wille ist, nämlich das Gute und Wohlgefällige und Vollkommene.“ (Röm. 12,1–2)
Diesen Gottesdienst richtete Jesus durch das Blut des ewigen Bundes auf (Hebr. 13,20–21). Das war der neue Bund mit seinem Vater. Es brauchte eine Reinigung des Inneren, ein Sterben der Sünde im Fleisch. Auf diese Weise opferte sich Jesus durch den ewigen Geist (Röm. 9,11–20). Das Blut, das dabei vergossen wurde, ist das Blut des Bundes. Dieses Blut bezeugte, dass Jesus niemals seinen eigenen Willen getan hatte. Er hielt den Bund mit seinem Vater. Und er tat das mit Lust, weil er seinen Vater liebte (Psalm 40,9).
Wenn wir auch nach dem vollkommenen Gesetz der Freiheit leben wollen, dann tun wir, was wir tun, aus Liebe zu Jesus. Nicht aus Zwang. „Denn welche der Geist Gottes treibt, die sind Gottes Kinder. Denn ihr habt nicht einen Geist der Knechtschaft empfangen, dass ihr euch abermals fürchten müsstet; sondern ihr habt einen Geist der Kindschaft empfangen, durch den wir rufen: Abba, lieber Vater!“ (Römer 8,14–15) Darum haben wir Lust zu diesem Gottesdienst. Wir haben Lust dazu, uns selbst hinzugeben, damit Jesus in unserem Leben mehr Raum gewinnen kann. Und wenn noch mehr geopfert werden soll, dann wollen wir das auch tun, Gott! Dann haben wir Abrahams Glauben und sind Abrahams Kinder. Wir sind Erben der Verheißungen. Das ist unbegreiflich groß! „Und wenn du mir einen steinernen Altar machen willst, sollst du ihn nicht von behauenen Steinen bauen; denn wenn du mit deinem Meißel darüberkommst, entweihst du sie. Du sollst auch nicht auf Stufen zu meinem Altar hinaufsteigen, dass nicht deine Blöße aufgedeckt werde vor ihm.“ (2. Mos. 20,25–26) Das bedeutet: In der Gemeinde des lebendigen Gottes soll alles ungekünstelt und natürlich sein – so, wie Gott in jedem Einzelnen wirkt (1. Pet. 4,10–11). Nicht in der Weise der Welt – weder wie man redet, noch wie man singt, spielt oder sich kleidet. Solche Menschen werden vom Zeitgeist behauen. Und wer steckt eigentlich hinter dem Zeitgeist? Natürlich steckt der Satan hinter all dem. Wenn dein Auftreten so beschaffen ist, dass dein Name und dein Ego zur Geltung gebracht werden, dann entweihst du Gottes Altar. Solche Menschen denken, dass sie Gott dienen und wollen etwas auf Gottes Altar opfern, aber sie verunehren ihn dabei.
Jesus sagt zum Beispiel: „Ich nehme nicht Ehre von Menschen an.“ (Joh. 5,41) Und dann sagt er: „Wer aus sich selbst redet, der sucht seine eigene Ehre; wer aber die Ehre dessen sucht, der ihn gesandt hat, der ist wahrhaftig, und keine Ungerechtigkeit ist in ihm.“ (Joh. 7,18) Es ist also ungerecht, seine eigene Ehre zu suchen. Auf solche Opfer kann das Feuer des Herrn niemals fallen – und es hilft auch nicht, viel zu opfern. Solange du dein Eigenes suchst, kann dich das Feuer des Herrn nicht freimachen, sodass du zu geistlichem Wachstum in Gott kommst.
Darum muss die Gemeinde rein bewahrt werden von allem Kunstfertigen in Sprache, Gesang, Musik, Kleidung und allem anderen, was von weltlichen Menschen zurechtgehauen wurde, um in die religiöse Welt und den Zeitgeist zu passen. Sowohl Petrus als auch Paulus schreiben über äußeren Schmuck, siehe 1. Petrus 3,3–4 und 1. Timotheus 2,8–10. Du kannst zum Beispiel Gold- oder Silberschmuck oder andere Sachen tragen, um deine Eitelkeit zu befriedigen, oder du kannst dich mit deinem Wissen, deiner Ausbildung, deiner guten finanziellen Lage schmücken oder versuchen, mit deinem künstlerischen Gespür, deiner Gelehrsamkeit oder deiner Intelligenz zu glänzen. Das sehen wir bei Frauen und Männern, bei jungen und älteren Leuten, aber solch eine Eitelkeit ist unerhört töricht. Das ist nicht christlich. So verunehrst du den Altar. Wir sollen stattdessen ein Vorbild für die Gläubigen sein: in Worten, im Wandel und in der Reinheit (Joh. 4,12). Und weiter ermahnt Paulus den jungen Timotheus in seinem zweiten Brief (2. Tim. 3,14–15 SLT), dass er bei dem bleiben soll, was er gelernt hat, weil er weiß, von wem er es gelernt hat, damit er durch den Glauben an Christus Jesus weise gemacht wird, zu seinem Heil. Es ist genau das Gegenteil davon, auf die eigene Vorzüglichkeit zu vertrauen und all das Großartige, das in den Augen der Menschen gilt, an sich zu hängen und sich damit zu schmücken, um vor Menschen etwas zu gelten. Nein, heilige vielmehr Christus als Herrn in deinem Herzen (1. Petr. 3,15)!
Wir sollen nicht auf Stufen zum Altar hinaufsteigen. Man will also gerne nach oben, um beachtet zu werden und auf menschliche Weise etwas zu bedeuten. Du benutzt deinen eigenen Meißel: „Ich habe das gemacht – ich habe das geschafft – das ist mein Bereich.“ Du möchtest also gern ein paar Stufen höher steigen und deinen Namen mit deinen Gaben und deinen Diensten in Verbindung bringen. Aber dann entheiligst du den Altar, indem du die Schande deiner eigenen Blöße zeigst. Wenn du in der Gemeinde eine Art Leiter bist und darin etwas Großes im menschlichen Sinne siehst, dann entehrst du den Altar! Wenn Gott unseren Dienst segnen soll, müssen wir in Selbsterniedrigung und Demut bewahrt bleiben! Und alle Ehre Gott geben! Dann können wir die Hoffnung, die in uns ist, mit Sanftmut und Ehrfurcht verteidigen, und der Segen des Herrn kommt über die Gemeinde (1. Petr. 3,15).
Elia baute den niedergerissenen Altar des Herrn aus Steinen wieder auf – Stein für Stein (1. Kön. 18). Und dann goss er Wasser über den Stier und den Altar und alles andere. Tut‘s noch einmal, sagte er! So war es unmöglich geworden, dass Elia das Feuer auf dem Altar entzünden konnte! Aber auf dem Brandopferaltar betete er zu Gott, und dann kam das Feuer des Herrn und verbrannte den Altar, den Stier, das Wasser und alles andere (1. Kön. 18,38).
Du musst in deinem Inneren einen Altar haben, auf dem du alles opferst, was aus deinem Fleisch kommt und in dein Herz eindringen will. Da soll das Feuer des Herrn Tag und Nacht brennen (Hebr. 13,10). Möge Gott uns mächtig dazu stärken, das zu verstehen, damit wir diesen Altar im Herzen bewahren, auf dem ein mächtiges Feuer von Gott brennt! Denn nur mit solchem Eifer können wir Gott wohlgefällig sein, sodass er uns und unseren Dienst segnen kann (1. Kön. 20–22)!