Verborgene Schätze

Gott, unser Vater

November 2025

Gott, unser Vater

Es ist bemerkenswert, dass Paulus zu Beginn seiner Briefe die Gemeinden fast immer mit denselben Worten begrüßt: „Gnade sei mit euch und Friede von Gott, unserm Vater, und dem Herrn Jesus Christus!“ Es ist eigenartig, wie selbstverständlich wir das lesen, ohne uns des Inhalts und der Bedeutung bewusst zu werden. Schon dieser eine Satz kann unser ganzes Denken revolutionieren. Dieser Gruß entspricht jenem, den Maria Magdalena von dem auferstandenen Jesus überbringen sollte: „Geh aber hin zu meinen Brüdern und sage ihnen: Ich fahre auf zu meinem Vater und eurem Vater, zu meinem Gott und eurem Gott.“ (Joh. 20,17) Damit wurde diesen Brüdern etwas Revolutionäres gesagt, etwas, das Johannes so ausdrückt: „Die nicht aus menschlichem Geblüt noch aus dem Willen des Fleisches noch aus dem Willen eines Mannes, sondern aus Gott geboren sind.“ (Joh. 1,13) Petrus sagt, dass diese Wiedergeburt durch das lebendige Wort Gottes geschieht, das da bleibt. (1. Petr. 1,23). Gottes Wort ist der Same, in dem die Keimkraft für den gesamten Inhalt des Lebens Jesu, für all seine Weisheit und seine Tugenden liegt. Jakobus sagt dasselbe: Geboren nach seinem Willen durch das Wort der Wahrheit, damit wir die Erstlinge seiner Geschöpfe seien (Jak. 1,18).

Wir sind vom Höchsten, von der Majestät selbst, „adoptiert“ worden, aus der grausigen Grube – aus der Knechtschaft der Sünde und den Peinigungen Satans herausgezogen, vergeben und gereinigt, mit ihm auferweckt und in Christus Jesus mit eingesetzt in den himmlischen Regionen. Alles aus Gnade durch Glauben, wie wir in Epheser 2,8 lesen. Wir sind seine Kinder geworden, und der Geist und die Sehnsucht der Kindschaft führen uns zu einer besseren Erkenntnis des Willens des Vaters und zu einer tieferen Gemeinschaft mit ihm.

Dass wir das Recht erhalten, Kinder des Allmächtigen – des Gottes der Liebe – sein zu dürfen, ist ein unfassbares Vorrecht, dessen Wert wir nur nach und nach zu begreifen vermögen. Es bedeutet das Bürgerrecht für das Himmelreich. Es bedeutet, Gottes Erbe und Miterbe Christi zu sein (Röm. 8,17). Durch den Glauben daran sind wir Kinder der Verheißung, also vom Geschlecht Abrahams wie sein Nachkomme – Christus (Gal. 3,16). Wir sind Kinder Zions, Kinder Jerusalems, das droben ist. Das ist die Freie. Sie gebärt Kinder zur Freiheit, und sie ist unsere Mutter.

Mit einem solchen Vater und einer solchen Mutter können wir in eine helle Zukunft blicken – auch hier in dieser Welt.

Als Inhaber solcher Rechte und einer solchen Hoffnung haben wir auch klare Pflichten. „Zieht nicht unter fremdem Joch mit den Ungläubigen.“ So ermahnt uns Paulus in 2. Korinther 6,14 Dann stellt er fünf Fragen, die wir beantworten sollten. Um nur zwei davon zu nennen: „Was hat das Licht für Gemeinschaft mit der Finsternis? ... Oder was für ein Teil hat der Gläubige mit dem Ungläubigen?“ (V. 14 u. 15) Als Kinder dessen, der Liebe ist, können und sollen wir gut und freundlich sein und dankbar für alle Menschen, ja, sie aufrichtig lieben. Aber Gemeinschaft entsteht nur dort, wo es gemeinsame Interessen gibt und das gleiche Ziel. Wir essen und ernähren uns an dem Tisch, den unsere Mutter, das Jerusalem, das droben ist, für uns deckt. Die Ungläubigen essen von einem Tisch, den der Gott dieser Welt deckt, wo Größe, Gunst und Ehre der Welt angesehen sind. Ein Sinn, der das, was droben ist, sucht, und ein Sinn, der das Irdische sucht, lassen sich nicht miteinander vereinen. „Darum ‚geht weg von ihnen und sondert euch ab‘, spricht der Herr; ‚und rührt nichts Unreines an, so will ich euch annehmen und euer Vater sein und ihr sollt meine Söhne und Töchter sein‘, spricht der allmächtige Herr.“ (V. 17–18)

Paulus sagt auch: „Denn welche der Geist Gottes treibt, die sind Gottes Kinder.“ (Röm. 8,14) Nur im Heiligen Geist können wir den Hass erlangen und bewahren, der notwendig ist, um das Fleisch am Kreuz zu halten, es sterben zu lassen, damit die Versuchungen ihre Macht verlieren und besiegt werden. Das bedeutet im Geist zu wandeln. Der Geist verherrlicht Christus und die Reichtümer im Erbteil der Heiligen im Licht. Es gibt einen Wesensunterschied zwischen den Kindern Gottes und den Kindern des Teufels, den der Apostel Johannes klar beschreibt (1. Joh. 3,10). „Wir wissen: Wer aus Gott geboren ist, der sündigt nicht ...“ (1. Joh. 5,18)

„Seht, welch eine Liebe hat uns der Vater erwiesen, dass wir Gottes Kinder heißen sollen – und wir sind es auch!“ (1. Joh. 3,1) Unvorstellbar große Liebe! Mögen wir es klarer und umfassender sehen! Nur wer vom Geist gegen das Fleisch getrieben wird, erhält Offenbarung über diese für den menschlichen Verstand unverständliche, unverdiente Gnade! Sie verleiht uns Kraft und Arbeitseifer, uns von allem Sündhaften immer tiefer zu reinigen und zu einer Reinheit zu gelangen, wie er selbst rein ist (V. 3).

Diese Kinder Gottes sind ein Geschenk von Jesu Vater an seinen Sohn. Sie sind die Brüder Jesu und seine Schafe, die auf die Stimme des Hirten hören. Niemand wird sie aus meiner Hand reißen, sagte Jesus: „Was mir mein Vater gegeben hat, ist größer als alles, und niemand kann es aus des Vaters Hand reißen.“ (Joh. 10,28–30) Jesus gibt ihnen ewiges Leben, und sie werden ewig nicht verloren gehen (V. 28).

Wir müssen innehalten und genauer über diese Berufung nachdenken!

Hast du schon mal darüber nachgedacht, was für einen Vater du hast? Wenn wir dann in den Ofen des Leidens kommen und unser Glaube auf die Probe gestellt wird, wenn die Vernunft völlig stillsteht, dann wende deine Gedanken zu deinem Vater, dem Allmächtigen, Allweisen, Allgütigen, der im Sekundentakt bis ins Detail darauf achtet, dass keine Prüfung über dein Vermögen hinausgeht. Lass seine Worte durchdringen und die Gedanken und Sinne des Herzens richten, lass sie Seele und Geist scheiden (Heb. 4,12). Werde nicht mutlos, wenn die Zucht kommt. Das ist Gnade von Gott und ein Beweis dafür, dass du ein echter Sohn bist. Sei dem Vater der Geister untertan und reinige dich von allen Sorgen und destruktiven Gedanken (Heb. 12,11). Binde das Opfer an den Altar und gib niemandem die Schuld; sondern richte dich selbst und suche Gemeinschaft mit dem, der sein Leben für dich gegeben und alle deine Sünden gesühnt und dich vor der ewigen Verdammnis gerettet hat. Du sollst geheiligt werden, und als ein Sohn des Allmächtigen sollst du so geformt werden, dass du deinem Vater in all seinen herrlichen Tugenden und in seinem strahlenden Wesen gleich wirst. Frieden und Gerechtigkeit als Frucht geben dem Leben Inhalt und geistliche Energie, um alles zu ertragen, alles zu erdulden, alles zu hoffen ..., so wie dein himmlischer Vater.

Und was alle irdischen Dinge und unsere Bedürfnisse in dieser Welt betrifft, können wir in seinen sicheren, starken Händen ruhen. Unser himmlischer Vater weiß, was wir brauchen, lange bevor wir einen Gedanken daran haben. Denk daran: Das Himmelreich gehört diesen Kindern Gottes, die in sich selbst so arm sind, doch so reich in Gott. Lasst uns also dankbar sein!

Möge dieser Gruß „Gnade, Barmherzigkeit, Friede von Gott, unserm Vater, und Christus Jesus, unserm Herrn“ einen ewigen und bleibenden Eindruck hinterlassen und Hoffnung und Freude schaffen!