„... bis ich komme“
„Fahre fort mit Vorlesen, mit Ermahnen, mit Lehren, bis ich komme.“ (1. Tim. 4,13) Diese einfachen und klaren Anweisungen sind heute wichtiger denn je. Das Ablenken unserer Gedanken und das Verzerren der Wahrheit sind zwei der wichtigsten Waffen des Teufels in unserer Zeit. Deshalb sind wir ganz darauf angewiesen, Gott treu zu suchen, bis in die innersten Winkel unseres Gedankenlebens, damit wir auf dem Weg bewahrt bleiben. Das Verlangen nach größerer Gottesfurcht schafft Raum dafür, dass die Ermahnungen ungehindert in unserem Leben wirken können. Dieser Hunger führt auch zur Erfüllung von Paulus’ Ermahnung, der Schriftlesung, der Ermahnung und der Lehre besondere Aufmerksamkeit zu schenken – sie als vorrangig und lebenswichtig zu betrachten. Es ist das eingepflanzte Wort, das die Kraft hat, etwas Neues in meinem Leben zu schaffen, sofern es in Glauben und Liebe zur Wahrheit über mich selbst angenommen wird.
Wenn ich etwas „weiß“ und das Bedürfnis habe, mein eigenes Wissen zu verteidigen, ist das ein Beweis dafür, dass ich immer noch von meiner eigenen Wichtigkeit überzeugt bin. „Ich weiß von keinem Gut außer dir.“ (Psalm 16,2) Lasst uns mit aufrichtigem Herzen zu ihm, unserem Herrn, kommen, wie es geschrieben steht. Ein wahres Herz ist ein Jüngerherz, das fest davon überzeugt ist, dass eine vollständige Verwandlung durch treuen Gehorsam gegenüber der Wahrheit geschehen wird. Keine anderen Motive, keine Abwehrmechanismen, kein Festhalten an früheren Erfahrungen bringt uns weiter, sondern nur eine große und alles überschattende Gewissheit dessen, was die Gottesfurcht in mir bewirken wird. Es ist Stolz, der mich glauben lässt, dass im Fleisch etwas Gutes zu finden ist, oder dass man darauf bauen kann. Das ist nicht der Fall, ganz im Gegenteil! Wir haben die Gewissheit, dass Gottesfurcht für alles von Nutzen ist – in diesem wie im zukünftigen Leben.
Was sonst kann uns sicher durch die verschiedenen Situationen führen, denen wir im Alltag begegnen? Gottesfurcht, allein Gottesfurcht. Furcht und Ehrfurcht vor dem, der die Macht hat, uns zu erhöhen und zu erniedrigen: Gott, der reich an Barmherzigkeit ist und immer auf den schaut, der zerbrochen und zerschlagen ist. Der Gott, der uns nur Gutes tun will und uns erbärmliche Geschöpfe in eine Braut verwandeln will, die zu seinem Sohn Jesus passt. Eine Braut, die im Laufe ihres Lebens gelernt hat, so gesinnt zu sein wie Jesus Christus. Das Einzige, was uns ansteht: aufrichtiger Gehorsam und einfältige Treue, damit wir lernen, was Gott in seiner Fürsorge durch die wechselnden Augenblicke unseres täglichen Lebens zu uns spricht.