Verborgene Schätze

Ist Christus mein Leben?

November 2025

Ist Christus mein Leben?

„Denn ihr seid gestorben, und euer Leben ist verborgen mit Christus in Gott.“ (Kol. 3,3) Paulus schreibt das so, als sei es eine Selbstverständlichkeit. Doch ist es das wirklich auch für mich? Wenn ich unruhig und besorgt bin und sich alles nur um mich dreht – wo ist dann mein Leben? Ist es mit Christus verborgen, oder stehe ich selbst im Mittelpunkt?

Paulus schreibt: „Denn Christus ist mein Leben ...“ (Phil. 1,21) Was bedeutet „Leben“ für mich? Nach seiner Begegnung mit Jesus hatte Paulus keinen Zweifel mehr darüber. Er, der sich ihm offenbart hatte, war nicht nur sein Herr geworden, sondern auch sein Leben. Wenn wir dieses verborgene Leben mit Christus leben wollen, muss unser Sinn auf das ausgerichtet sein, was droben ist (Kol. 3,2). Aber selbst dann wissen wir nur zu gut, dass wir immer noch einen Sündenleib mit uns tragen. Deshalb lautet die Ermahnung: „So tötet nun die Glieder, die auf Erden sind …“ (Kol. 3,5) Das Alte muss weichen – nicht aus eigener Kraft, sondern weil wir mit Christus gestorben sind.

Jesus hat uns ja nicht alleine zurückgelassen. Er sagte: „Ich komme zu euch“, und bat den Vater, den Heiligen Geist zu senden, den Geist der Wahrheit, damit er bei uns und in uns sei (Joh. 14,16–17). Ist es uns schon aufgegangen, wie privilegiert wir sind? Der Geist ist nicht ein zusätzlicher Beistand für einige wenige. Er ist lebensnotwendig für jeden, der an Jesu Leben teilhaben möchte. Er wird uns alles lehren. Und im Licht Gottes wird deutlich, was in uns wohnt: Unverstand, Selbstbezogenheit, Worte und Taten, die nicht mit dem Leben Christi übereinstimmen. Wenn wir das erkennen, dann wird durch Glauben die Weisheit an die Stelle der Torheit treten, wie wir es in der 3. Strophe von Lied Nr. 377 WdH singen. Mögen wir wachsam sein – im Licht und in einem wahrheitsliebenden Geist, sodass wir uns nicht zurückziehen, wenn der heilige Geist zu uns redet.

„Wenn aber Christus, euer Leben, offenbar wird, dann werdet ihr auch offenbar werden mit ihm in Herrlichkeit“. (Kol. 3,4–4) Glauben wir wirklich an dieses Wort, dann müssen wir uns nicht mehr verteidigen. Wir brauchen unsere eigene Haltung oder Ansicht nicht zu rechtfertigen. Gerade in Situationen, in denen wir das Gefühl haben, das Gesicht, unsere Ehre oder unsere Sicherheit zu verlieren, haben wir die Möglichkeit, uns Ihm hinzugeben. „Darum sollen auch die, die nach Gottes Willen leiden, ihm ihre Seelen anbefehlen als dem treuen Schöpfer und Gutes tun“. (1. Petr. 4,19) Es ist klar, dass dies Leiden mit sich bringen wird, aber genau hier öffnet sich ein Weg hinein zu seiner Ruhe. „So lasst uns nun bemüht sein, in diese Ruhe einzugehen ...“ (Hebr. 4,11) Ruhe finden wir nicht in Passivität, sondern in Hingabe an Ihn und vollkommenem Vertrauen. Geschieht etwas, das unseren Namen, unseren Ruf, unseren Stolz angreift, dürfen wir es getrost auf Ihn legen, der es zu tragen vermag und es in Wahrheit auch trägt. Und dann dürfen wir fortfahren, das Gute zu tun – in seiner Kraft, damit sein Leben uns auch immer mehr durchdringen kann.

Dann wird es so, wie Paulus es ausdrückt: „In allem erweisen wir uns als Diener Gottes ... in Ehre und Schande, in bösen Gerüchten und guten Gerüchten ...“ (2. Kor. 6,8) Ein verborgenes Leben mit Jesus ist ein Leben in völliger Hingabe an Gottes Willen. Deshalb müssen wir es wagen, uns in den verschiedenen Lebenssituationen selbst zu prüfen: „Ist es wirklich Christus, der in mir lebt?“ Ist das der Fall, werden auch wir einmal mit ihm offenbart werden in Herrlichkeit (Kol. 3,4).