Verborgene Schätze

In der Liebe wachsen – in Einheit leben

November 2025

In der Liebe wachsen – in Einheit leben

In der Gemeinde erleben wir eine herrliche Gemeinschaft mit ehrlichen, gottesfürchtigen Menschen, echter Liebe, Frieden und Einheit. Aber auch hier begegnen wir Verhältnissen, die uns verletzen, verunsichern und enttäuschen können. Vielleicht wird eine Entscheidung getroffen, die wir nicht verstehen können, ein unbedachtes Wort gesagt, das uns trifft, oder wir haben einfach das Gefühl: „Ich gehöre nicht ganz dazu, werde nicht gesehen, nicht verstanden.“ Und plötzlich melden sich Gedanken: Eine Distanziertheit. Ein bisschen Bitterkeit. Ein Hauch von Misstrauen.

Wenn wir auf Schwächen, Fehler, Spannungen und Ungerechtigkeiten stoßen, spüren wir die Reaktion unserer Natur: Neid, Ungeduld, Rückzug, Anklage usw. Genau da liegt das Problem – nicht in der Umgebung, nicht bei denen, die mich und die Meinen vermeintlich falsch behandeln, sondern bei mir selbst – in meinem Fleisch!

„Offenkundig sind aber die Werke des Fleisches, als da sind: Unzucht, Unreinheit, Ausschweifung, Götzendienst, Zauberei, Feindschaft, Hader, Eifersucht, Zorn, Zank, Zwietracht, Spaltungen, Neid, Saufen, Fressen und dergleichen. Davon habe ich euch vorausgesagt und sage noch einmal voraus: Die solches tun, werden das Reich Gottes nicht erben.“ (Gal. 5,19–21)

„Und seht darauf, dass nicht jemand Gottes Gnade versäume; dass nicht etwa eine bittere Wurzel aufwachse und Unfrieden anrichte und viele durch sie verunreinigt werden.“ (Hebr. 12,15). Lass uns darauf achten, dass unser Blick nicht kritisch wird und unsere Liebe nicht abkühlt. Auch unsere Kinder und unsere Nächsten, die wir so sehr lieben und denen wir nur das Beste wünschen, bringen wir in Gefahr, aus der Liebe zu fallen und Anstoß zu nehmen.

Jesus fragt uns: „Denn wenn ihr liebt, die euch lieben, was werdet ihr für Lohn haben? Tun nicht dasselbe auch die Zöllner?“ (Mat. 5,46) Göttliche Liebe zeigt sich da, wo ich keine Resonanz bekomme. Wo Missverständnisse fortbestehen. Wo Verletzungen nicht sofort heilen.

„Ich aber sage euch: Liebet eure Feinde; segnet, die euch fluchen; tut wohl denen, die euch hassen; bittet für die, so euch beleidigen und verfolgen, auf dass ihr Kinder seid eures Vaters im Himmel. Denn er lässt seine Sonne aufgehen über Böse und Gute und lässt regnen über Gerechte und Ungerechte.“ (Mat. 5,44–45) Jesus ermahnt uns, in der Liebe zu sein wie unser Vater im Himmel. Er lässt seine Sonne über Bösen und Guten aufgehen – auch über denen, die mich nicht sehen, von denen ich mich nicht verstanden und gemocht fühle. Über die, die mir sympathisch sind, und über die, die mir unsympathisch sind. „Darum sollt ihr vollkommen sein, wie euer himmlischer Vater vollkommen ist.“ (Mat. 5,48)

Jeder, der nach dieser Richtlinie lebt und sich reinigt, wie Er rein ist, wird Gemeinschaft, Frieden und Barmherzigkeit erleben. Paulus macht es echt klar: „So zieht nun an als die Auserwählten Gottes, als die Heiligen und Geliebten, herzliches Erbarmen, Freundlichkeit, Demut, Sanftmut, Geduld; und ertrage einer den andern und vergebt euch untereinander, wenn jemand Klage hat gegen den andern; wie der Herr euch vergeben hat, so vergebt auch ihr!“ (Kol. 3,12–14)

Eine milde Antwort. Ein freundlicher Blick. Zuhören. Den anderen, der mir nicht so liegt, höher achten als mich selbst. Von Herzen vergeben in dem Bewusstsein, dass mir selbst viel vergeben wurde. Dann verschwinden Härte und Unbarmherzigkeit. Dann verschwindet alles, was trennt. Dann tragen wir dazu bei, vollkommene Bande der Gemeinschaft in unserer Umgebung zu knüpfen.

„Ich bitte aber allein nicht für sie, sondern auch für die, die durch ihr Wort an mich glauben werden, dass sie alle eins seien. Wie du, Vater, in mir bist und ich in dir, so sollen auch sie in uns sein, auf dass die Welt glaube, dass du mich gesandt hast.“ (Joh. 17,20–21) Unsere Einheit ist ein starkes Zeugnis dafür, was Gott in uns und unter uns tut. Möge Gott uns Gnade und Kraft geben, in der Liebe und Einheit zu wachsen. Dann werden unsere Kinder, unsere Nächsten, merken, dass die Reinheit und Einheit in der Bruderschaft stärker wird und dass das Leben Jesu sichtbar wird. So können sie durch unser Vorbild zum Glauben an ihn kommen.