Verborgene Schätze

Das Leben quillt aus dem Herzen

März 2026

Das Leben quillt aus dem Herzen

Das sagt Salomo in seinen Sprüchen über das Herz des Menschen, und deshalb gibt er auch die wichtige Ermahnung, sein Herz mehr als alles andere zu behüten (Spr. 4,23). Im Herzen eines Menschen gibt es viele Gedanken, Ratschläge und Überlegungen. Diese kommen beim natürlichen Menschen aus seinem menschlichen Verstand, seinen Einschätzungen und Gefühlen. Sie ergeben sich aus dem, was die Augen sehen und die Ohren hören. Wenn all diese Gedanken ungehindert ins Herz eines Menschen gelangen, dann bestimmen sie dessen Leben und Wandel.

Darum gibt es schon im Alten Testament starke Aufrufe zur Demut, zur Weisheit und zu Gottesfurcht, damit wir das eigene Gedankengut nicht ohne Weiteres als richtig und zuverlässig betrachten. Wir werden zum Beispiel in Sprüche 2,2–5 eindringlich ermahnt, unser Ohr der Weisheit zuzuwenden, nach Einsicht zu rufen, nach der Furcht des Herrn zu suchen und zu graben – und in Vers 11 dazu, dass Besonnenheit über uns wachen soll.

„Verlass dich auf den Herrn von ganzem Herzen und verlass dich nicht auf deinen Verstand! (Spr. 3,5). „Lass dein Herz meine Worte aufnehmen; halte meine Gebote, so wirst du leben.“ (Spr. 4,4). „Mein Sohn, merke auf meine Rede und neige dein Ohr zu meinen Worten. Lass sie dir nicht aus den Augen kommen; behalte sie in deinem Herzen.“ (Spr. 4, 20–21. „Höre auf Rat und nimm Zucht an, dass du hernach weise seist. In eines Mannes Herzen sind viele Pläne; aber zustande kommt der Ratschluss des HERRN.“ (Spr. ‬19, 20–21) „Wer sich auf seinen Verstand verlässt, ist ein Tor;wer aber in der Weisheit wandelt, wird entrinnen.“(Spr. 28,26)

Jetzt leben wir im neuen Bund, mit unendlich großen und gesegneten Möglichkeiten, unsere Herzen rein zu bewahren und dadurch in der Reinigung und Heiligung zu größerem Licht und größerer Weisheit zu gelangen. Dazu ist eine zielbewusste Arbeit nötig, weil es einen Sündenfall gab und wir einen Sündenleib haben. Es gibt so viel, was uns noch nicht bewusst ist und was noch außerhalb unseres Licht-Horizonts liegt. So vieles kann uns dazu bewegen, menschlich zu reagieren, ohne dass wir uns dessen bewusst sind oder es merken. Das kann dazu führen, dass wir stur und eigenwillig werden und es anderen schwer machen, mit uns umzugehen. Hier sind Gebet, Demut und Gottesfurcht vonnöten, damit die Ohren des Herzens sich mehr öffnen, um zu hören, was Gott zu sagen hat und mich lehren will. „Er weckt mich alle Morgen; er weckt mir das Ohr, dass ich höre, wie Jünger hören.“ (Jes. 50,4)

Es ist lebensnotwendig, dass Gottes Wort reichlich in unseren Herzen wohnt und darin seine wichtige Arbeit tut. „Denn das Wort Gottes ist lebendig und kräftig und schärfer als jedes zweischneidige Schwert und dringt durch, bis dass es scheidet Seele und Geist, auch Mark und Bein, und ist ein Richter der Gedanken und Sinne des Herzens.“ (Heb. 4,12) Man denke nur, wie es wäre, wenn Seele und Geist, Gelenke und Mark nicht geschieden würden und wenn alle Gedanken und Ratschläge, die aufkommen, freien Spielraum hätten. Sie müssen gerichtet werden, wenn wir in der Weisheit und den Tugenden Christi wachsen wollen. Das bedeutet, dass das Wort eine Scheidung in unseren Gedanken bewirkt – und dann gibt es eine ganze Reihe von Gedanken, zu denen wir entschieden und klar Nein sagen.

Petrus sagt, dass wir auf das prophetische Wort achten sollen, damit es wie ein Licht leuchtet, das an einem dunklen Ort scheint. Bis der Tag immer heller wird und der Morgenstern in unseren Herzen aufgeht (2. Petr. 1,19). Die Gedanken, die aus unserem „klugen Kopf” und aus unserer Seele mit ihren unzuverlässigen Gedanken und Gefühlen kommen, können dann außer Kraft gesetzt werden, wie Johan Oscar Smith in einem Brief an Elias Aslaksen vom 5. März 1927 schreibt: „Ist man gewillt, das Haupt, Christus, herrschen zu lassen, dann nimmt man die Haltung an, dass man nichts weiß, nichts versteht, nichts beurteilen kann, bevor nicht er, dem alles Gericht gegeben ist, sich zu erkennen gibt. Man wird einer, der nichts zu sagen hat, und muss das Kreuz eines solchen tragen, der nichts zu sagen hat, was dem schwerfällt, der etwas zu wissen meint. Auf diese Weise wird das Seelische außer Funktion gesetzt, und die geistliche Armut tritt an dessen Stelle. Man macht sich Christus als Haupt zunutze und ‚mein kluger Kopf‛ wird nur ein Empfangsapparat für ihn – Jesus Christus, den Hohepriester. Man wird wie der, der nichts weiß, nichts besitzt und sich nichts vornehmen kann.“

Sein Herz zu bewahren, fängt vor allem mit Reinheit an, so weit das Licht scheint. Und wenn man merkt, dass man ein sündiges Wesen hat und dass vieles noch im Dunkeln liegt, entsteht eine Sehnsucht nach mehr Licht, Reinigung und der Leitung des Geistes. Wir wissen, wie wichtig es ist, dass Gottes Wort in uns wirkt und in der Gemeinde verkündet wird, vor allem von den Ältesten, die Gott uns heute gegeben hat. Das Licht in uns wird dann immer klarer, sodass immer mehr vom Unbewussten ans Licht kommt. Und das Herrliche daran ist, dass wir dann daran arbeiten können.

Was für eine Gnade und was für eine Herrlichkeit, dass das Leben, das aus unserem Herzen kommt, immer mehr zu Gottes Wohlgefallen und zum Segen für unsere Mitmenschen wird!