Verborgene Schätze

Zu Jüngern machen

Februar 2026

Zu Jüngern machen

„So geht nun hin und macht zu Jüngern alle Völker, und tauft sie auf den Namen des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes und lehrt sie halten alles, was ich euch befohlen habe. Und siehe, ich bin bei euch alle Tage bis an das Ende der Weltzeit! Amen.“ (Mt. 28,19–20 SL)

Will ich Jesu Gebot erfüllen, hinauszugehen und alle Völker zu Jüngern zu machen, muss ich vor allem auf mich selbst acht haben. Bin ich selbst ein Jünger Jesu, der alles aufgegeben hat, um ihm nachzufolgen? Wenn die Menschen um mich herum zum Beispiel erleben, dass ich ständig andere kritisiere und mich über sie ärgere, dann bin ich für sie alles andere als ein gutes Vorbild für ein Jüngerleben. Ich bin nicht in der Lage dazu, sie zu lehren, all das zu befolgen, was Jesus uns befohlen hat. Falls das in meinem Leben so ist, muss ich Gott um Sieg über die Sünde bitten, um den Geist eines Überwinders.

Habe ich alles aufgegeben, um Jesus nachzufolgen, soll mich diese glühende erste Liebe zu ihm weiter antreiben, damit ich Jesus immer von ganzem Herzen liebe und nur ihm gefallen will. Gleichzeitig soll auch der Hass vollkommen sein gegen alles, was aus meinem Fleisch kommt, wie zum Beispiel der Wunsch nach Ehre.

„Wenn jemand zu mir kommt und hasst nicht seinen Vater, Mutter, Frau, Kinder, Brüder, Schwestern, dazu auch sein eigenes Leben, der kann nicht mein Jünger sein“. (Lk. 14, 26 u. 29) Jesus bringt hier sehr klar und unmissverständlich zum Ausdruck, was die Bedingung dafür ist, sein Jünger werden zu können. Er hätte es nicht radikaler und deutlicher sagen können. Er macht keine Ausnahmen.

Kommt Gottes Wort ins Herz eines Jüngers hinein, dann werden seine Gedanken und sein Herz fest. Das liegt vor allem daran, dass der Geist der Wahrheit den Jünger über seinen Egoismus aufgeklärt hat. Und den hasst er von ganzem Herzen, sodass nichts und niemand ihn davon abhalten kann, Gottes Wort genau zu befolgen nach dem Licht, das Gott ihm gegeben hat. Jesus hat uns in Matthäus 16,21–23 ein vollkommenes Beispiel dafür gegeben: „Seit der Zeit fing Jesus an, seinen Jüngern zu zeigen, dass er nach Jerusalem gehen und viel leiden müsse von den Ältesten und Hohenpriestern und Schriftgelehrten und getötet werden und am dritten Tage auferstehen. Und Petrus nahm ihn beiseite und fuhr ihn an und sprach: Gott bewahre dich, Herr! Das widerfahre dir nur nicht! Er aber wandte sich um und sprach zu Petrus: Geh weg von mir, Satan! Du bist mir ein Ärgernis; denn du meinst nicht, was göttlich, sondern was menschlich ist.“ Jesus liebte den Vater und die Menschen so sehr, dass ihn nichts davon abhalten konnte, Gottes vollkommenen Willen zu tun.

Nichts beeindruckt mich so sehr wie das Erlebnis von Gemeinschaft im Geist mit Jüngern Jesu, die ihm ganz hingegeben sind. Sie führen ein mit Christus gekreuzigtes Leben und sind ergriffen von ihrem Bräutigam. Wenn wir uns selbst verleugnen und jeden Tag unser Kreuz auf uns nehmen, sind wir auf demselben Weg wie unser Herr und Meister. Es ist klar, dass wir selbst Jünger sein müssen, um andere zu Jüngern Jesu machen zu können. Lasst uns um Liebe beten und um die Kraft des Heiligen Geistes, damit wir in allen Lebenslagen Gottes Wort und die Tugenden Christi ausstrahlen können!

„Ein neues Gebot gebe ich euch, dass ihr euch untereinander liebt, wie ich euch geliebt habe, damit auch ihr einander lieb habt. Daran wird jedermann erkennen, dass ihr meine Jünger seid, wenn ihr Liebe untereinander habt.“ (Joh. 13, 34–35) Wenn wir diesen Vers über das neue Gebot lesen, das Jesus uns gegeben hat, nämlich dass wir einander so lieben sollen, wie er uns geliebt hat, dann wird uns bewusst, dass dies ein sehr hohes Ziel ist – aus menschlichem Vermögen niemals zu erreichen. Doch Gott sei Lob und Dank: Wenn wir unsere älteren Brüder und Schwestern erleben, die diesen Weg nun schon seit vielen Jahren gehen, und ihre Liebe zu Jung und Alt wahrnehmen, erkennen wir, welche enorme Ausstrahlung sie haben! Die Beispiele, die wir unter uns sehen, zeigen ganz klar, dass das Evangelium Frucht gebracht hat und weiterhin Frucht bringt.