„So seid nun Gott untertan!“
Dazu ermahnt Jakobus, und er fügt noch hinzu: „Widersteht dem Teufel, so flieht er von euch.“ (Jak. 4,7) Diese beiden Haltungen – die Unterordnung unter Gott und der Widerstand gegen den Teufel – sind untrennbar miteinander verbunden. Denn erst dann, wenn ich Gott untertan bin, wenn ich mich freiwillig entschieden habe, mich ihm zu unterordnen, empfange ich die Kraft, dem Teufel zu widerstehen, sodass er von mir flieht. Jakobus fährt fort und ermahnt, sich Gott zu nahen; so wird er sich auch uns nahen. Dann fügt er hinzu: „Reinigt die Hände, ihr Sünder, und heiligt eure Herzen, ihr Wankelmütigen.“ Ein ungeteiltes Herz für Gott zu haben, ist eine Voraussetzung dafür, dass Gott uns nahe bleibt.
Der gesalbte Cherub, wie er in Hesekiel 28 beschrieben wird, war nicht zufrieden damit, Gott untertan zu sein. Obwohl er von Gott in eine hohe Stellung eingesetzt worden war – er war das Siegel auf dem wohlgeordneten Bau, voll Weisheit und vollkommen an Schönheit, eingesetzt auf dem heiligen Gottesberg zusammen mit den anderen leuchtenden Steinen –, war er mit seinem Platz nicht zufrieden. Er wollte noch größer werden und erhob sich in seinem Herzen und ließ Hochmut gegen Gott in sein Herz hinein – gegen den, der ihm diese Würde gegeben hatte.
Er war es, der im Garten Eden in der Gestalt der Schlange Eva zum Unglauben und zum Zweifel am Wort Gottes verführte, sodass sie die Harmonie verließ, die im Garten geherrscht hatte, solange sie Gott und seinem Willen untertan gewesen war. Die Schlange brachte Eva dazu, den Baum als begehrenswert zu sehen, weil er verständig machen sollte – eine Einsicht außerhalb des Willens Gottes. Sie aß von der Frucht und gab auch Adam davon, sodass er ebenfalls davon aß. So kam die Sünde – der Unglaube und der Zweifel an Gott – in die Menschen hinein, die Gott selbst geschaffen hatte.
Diese verderbliche Macht der Sünde herrschte seit dem Fall im Garten Eden über die Menschheit. Die Menschen jagten nach Größe und Ehre, und da ihr Wille geprägt war von der Sünde in ihrem Fleisch, die durch den Sündenfall eingedrungen war, herrschte der Tod über sie (Röm. 5,12). Sie taten den Willen des Fleisches und der Vernunft, und der Teufel hatte Macht.
Als aber Jesus kam, wurde alles wieder in die rechte Ordnung gebracht. Er war Gott vollkommen untertan. Jesus selbst sagt: „Wahrlich, wahrlich, ich sage euch: Der Sohn kann nichts von sich aus tun, sondern nur, was er den Vater tun sieht; denn was dieser tut, das tut in gleicher Weise auch der Sohn.“ (Joh. 5,19) Und weiter sagt er: „Ich kann nichts von mir aus tun. Wie ich höre, so richte ich, und mein Gericht ist gerecht; denn ich suche nicht meinen Willen, sondern den Willen dessen, der mich gesandt hat.“ (Joh. 5,30) Gott war in ihm durch seinen ewigen Geist, und Jesus war Gott so vollkommen untertan, dass Gott alle Sünde verdammen konnte, die durch den Sündenfall in das Fleisch gekommen war und die auch in seinem Fleisch wohnte. Jesus war willig und gehorsam und opferte sich selbst durch die Kraft des ewigen Geistes, der in ihm war. Auf diese Weise konnte auch Jesus sich alle Dinge unterordnen (1. Kor. 15,25–26), und er herrschte über die Sünde (Röm. 5,17)! Er machte den zunichte, der die Macht des Todes hatte, und die ganze Fülle Gottes wohnte leibhaftig in ihm.
Nun sind wir an der Reihe. Jetzt können auch wir uns freiwillig Gott unterordnen, mit reinen Händen und gereinigten Herzen, frei von aller Zwiespältigkeit. Unser alter Mensch, unsere frühere Lebensweise, in der wir die offenbaren Werke des Fleisches taten, kann mit Jesus Christus gekreuzigt werden und mit ihm sterben. Und wir, die wir glauben, dass wir mit ihm gestorben sind, glauben auch, dass wir mit ihm leben werden. Wir halten uns der Sünde in unseren Gliedern für gestorben und werden immer lebendiger für die Wirkungen des Geistes dessen, dem wir untertan sind. Den Hochmütigen, die auf sich selbst vertrauen und ihre eigene Tüchtigkeit zum Maßstab machen, widersteht Gott. Den Demütigen aber gibt er Gnade – denen, die sich freiwillig Gott untergeordnet haben, der über allem thront und Macht im Himmel und auf Erden hat. Gelobt sei Gott! Er schenkt Gnade zum Sieg und zur Befreiung von all der Sünde, die einst durch den Sündenfall in die Welt gekommen ist und die die Menschen seither über Generationen hinweg plagt. Nun kann das Neue, ja ein ganz neues Leben, hervorwachsen.