Die Trübsale Hiobs
Im Laufe der Jahrhunderte haben nicht viele Menschen so viel Leid und Not wie Hiob durchgemacht. Er verlor alle seine Kinder und seinen Besitz und wurde sehr krank. Von seinen Freunden erhielt er wenig Trost, dafür aber viele Ermahnungen. Hiob muss in all dem viel Kummer und Kampf in seinen Gedanken gehabt haben, denn er hatte ein Leben für Gott geführte und die Gebote gehalten – mehr als jeder andere zu seiner Zeit.
Für uns ist es eine große Hilfe, auf sein Verhalten mitten in all dem zu achten, wie es in Hiob 1,22 beschrieben ist: „In diesem allen sündigte Hiob nicht und tat nichts Törichtes wider Gott.“
Es ist so ein Segen und eine Bewahrung, sich daran zu erinnern, dass wir nicht sündigen sollen – etwa indem wir in Bitterkeit oder geistliche Finsternis fallen –, selbst in den schlimmstmöglichen Situationen. Es kann Situationen geben, in denen wir ungerecht behandelt werden und in denen wir – aus unserer Sicht – selbst von Geschwistern nicht verstanden werden. Jesus war unser Vorläufer darin, voller Güte zu bleiben, auch wenn er ungerecht behandelt wurde. So heißt es in Lukas 23,34: „Jesus aber sprach: Vater, vergib ihnen, denn sie wissen nicht, was sie tun.“
Hiob klagte Gott nicht dafür an, dass das Geschehene Unrecht sei. Vielleicht sagen wir nicht ausdrücklich, dass Gott etwas falsch macht. Aber wir sagen es indirekt, indem wir klagen und die Schuld den Umständen oder anderen Menschen zuschieben. Gott hat die Übersicht. Er hat einen perfekten Plan mit einer guten Absicht für uns.
Wir können Hiob in den Situationen unseres eigenen Lebens als gutes Vorbild nehmen. Nichts darf als gültige Entschuldigung zum Sündigen gelten. Wir können darauf vertrauen, dass Gottes Weisheit alles im Griff hat, und so können wir in Gottes Natur wachsen.