Verborgene Schätze

Erleuchtete Augen

August/September 2025

Erleuchtete Augen

„Und er gebe euch erleuchtete Augen des Herzens, damit ihr erkennt, zu welcher Hoffnung ihr von ihm berufen seid.“ (Eph. 1,18)

Welch große Hoffnung, die jeder Jünger durch seine Berufung im Leben hat. Die Hoffnung, die das Evangelium gibt, haben wir als einen Anker für unsere Seele, der sicher und fest ist und bis in das Innerste hineinreicht, hinter den Vorhang, wohin Jesus als Vorläufer für uns eingegangen ist (Hebr. 6,19–20).

Stürme brechen im Leben herein, und ohne Anker werden wir schnell von den Winden und Wellen unserer Gefühle und unseres menschlichen Verstandes mitgerissen (Eph. 4,14; Spr. 3,5). Wir haben einen solchen Anker, sicher und fest hinter dem Vorhang, wo unser Vorläufer eingegangen ist – und wir dürfen ihm folgen!

„Denn die er ausersehen hat, die hat er auch vorherbestimmt, dass sie gleich sein sollten dem Bild seines Sohnes, damit dieser der Erstgeborene sei unter vielen Brüdern.“ (Röm. 8,29) Niemand, der alles aufgegeben hat, um dem Meister in die Herrlichkeit zu folgen, wird in seiner Hoffnung enttäuscht werden (1. Pet. 4,1). Solche Menschen haben allen Grund, sich über die Hoffnung auf Gottes Herrlichkeit zu freuen, die in ihrem Leben offenbar werden wird. Und nicht nur das, sie sollen sich auch ihrer Bedrängnisse rühmen (Röm. 5,2–3).

In unseren Trübsalen und Versuchungen haben wir die Möglichkeit, unser Vertrauen und unsere Liebe zu Gott unter Beweis zu stellen. Er kann seine Macht zur Heiligung an uns beweisen. Wir lesen, dass Jesus, als er geschmäht wurde, die Schmähung nicht erwiderte. Er drohte nicht, als er litt, sondern stellte es dem anheim, der gerecht richtet (1. Pet. 2,23). Wir sind dazu aufgerufen, in Demut und im Glauben an Gott Jesu Fußspur zu folgen, damit seine Gnade in Fülle mit uns ist und wir standhalten. Er hat uns versprochen, dass wir nicht über unsere Kraft versucht werden (1. Kor. 10,13).

Sind unsere Herzensaugen erleuchtet, dann überstrahlt unsere Hoffnung all die Prüfungen und Nöte des Lebens. „Zeigst du dich mutlos am Tag der Drangsal, so ist deine Kraft gering.“ (Spr. 24,10 norw. Üb.) Mit einer lebendigen Hoffnung auf unseren Gott – den, der nicht lügen kann, der uns das ewige Leben vor Grundlegung der Welt verheißen hat und der alle Einzelheiten so lenkt, dass sie zu unserem Heil und unserer Reinigung dienen – wird der Tag der Prüfung zu einem Tag der Möglichkeiten. In den Prüfungen sehen wir ganz klar, dass wir Gottes Gnade und die Kraft des Heiligen Geistes brauchen, um siegreich auszuhalten. Wenn wir uns unter seine mächtige Hand demütigen, ist es uns versprochen, dass wir zu seiner Zeit erhöht werden – zu seinem Leben und zu seinen Tugenden!

Wir sehen die Sünde im Fleisch, die der Geist der Wahrheit aufdeckt und die durch den Geist getötet werden kann. Indem wir das, was offenbart wird, anerkennen und hassen, können wir die Taten des Fleisches töten und einen Schritt weiter auf dem Weg zu dem Leben gehen, nach dem wir uns sehnen.

„Wenn sie durchs dürre Tal ziehen, wird es ihnen zum Quellgrund. ... Sie gehen von einer Kraft zur andern und schauen den wahren Gott in Zion.“ (Ps. 84,7–8)

Mutlosigkeit oder Rückzug sind keine Option für diejenigen, die mit gesalbten Augen die Gelegenheit sehen, das Ziel ihres Glaubens – die Seligkeit – zu erlangen (1. Pet. 1,611). Ohne diese erleuchteten Augen kann man schnell blind werden und die Schuld den Mitmenschen oder den Umständen zuweisen. Anstatt goldene Gelegenheiten zum Ergreifen des ewigen Lebens zu sehen, sieht man nur Menschen, Probleme, Schwierigkeiten, Ungerechtigkeit, Unrecht usw. Eine trügerische Dunkelheit breitet sich aus, in der Satan die Möglichkeit hat, anzuklagen, zu entmutigen, zu verurteilen und zu verdammen.

Jesus ist der Anfänger und Vollender des Glaubens. Für die Freude, die ihn erwartete, erduldete er das Kreuz und achtete die Schande dabei für nichts und hat sich gesetzt zur Rechten des Thrones Gottes (Hebr. 12,2). Er wurde in allem geprüft und versucht und hat gesiegt! Der Löwe aus dem Stamm Juda hat überwunden! Sein Name sei gepriesen in alle Ewigkeit!

Er sitzt jetzt zur Rechten Gottes, um immer für uns, die wir durch ihn zu Gott kommen, zu bitten (Hebr. 7,25). Wir sind dazu berufen, so zu überwinden, wie er überwand! „Denn er, der heiligt, und die, die geheiligt werden, sind alle eines Ursprungs; darum schämt er sich nicht, sie Brüder zu nennen.“ (Hebr. 2,11) Sie werden mit ihm auf Thronen sitzen und in alle Ewigkeit mit ihm regieren!

„Der Gott der Hoffnung aber erfülle euch mit aller Freude und Frieden im Glauben, dass ihr immer reicher werdet an Hoffnung durch die Kraft des Heiligen Geistes.“ (Röm. 15,13)