Verborgene Schätze

Die Sommerkonferenzen

August/September 2025

Die Sommerkonferenzen

Dieser Sommer war reich erfüllt, voller beeindruckender Erlebnisse und schöner Momente mit Freunden aus nah und fern. Es ist ergreifend zu sehen, mit welchem Einsatz und welcher Sehnsucht darauf hingearbeitet wird, einander zu treffen, und zu erleben, wie groß das Engagement für die Konferenzen unter unseren Freunden ist.

Viele haben sich wohl an die Geschichte von den Jüngern erinnert, die auf dem Weg nach Emmaus miteinander redeten: „Und sie sprachen untereinander: Brannte nicht unser Herz in uns, da er mit uns redete auf dem Wege und uns die Schrift öffnete?“ (Lk. 24,32) Diesen Sommer haben auch wir – genauso lebendig – die Botschaft von den Leiden Christi und dem Weg zur Herrlichkeit gehört. Wir sind Gott von Herzen dankbar für die Diener, die er in der Gemeinde gesetzt hat, und besonders für unseren lieben Bruder und Freund Kåre J. Smith, der den ganzen Sommer über treu mit Gottes Wort gedient hat.

In den Versammlungen bekamen wir einfache und klare Wegleitung: Wir sind dazu berufen, im zu Geist wandeln und Jesu Leben in uns wachsen zu lassen. Möge das für den Rest unseres Lebens immer unser erster Programmpunkt sein! Wir blicken mit großer Dankbarkeit auf die Konferenzen dieses Sommers zurück. Hier folgt ein Auszug aus den Versammlungen, der zum Nachdenken anregen und Mut machen soll.

Das Ohr Gott zuneigen – und verstehen, was die Gemeinde ist

Kåre J. Smith erinnerte uns an eine wichtige Aufforderung, die Gott Israel vor langer Zeit gab und die für uns heute genauso aktuell ist: „Merke auf mich, mein Volk! Neige dein Ohr zu mir, du meine Gemeinde! Denn von mir geht das Gesetz aus, und mein Recht werde ich zum Licht für die Völker machen.“ (Jes. 51,4 norw. Übers.) Gott gab Israel seine Gebote und Gesetze, damit ein starkes und gerechtes Volk hervorwachsen sollte, ein Vorbild für andere Nationen. Aber es gab eine Bedingung: Alles hing davon ab, ob sie auf Gott hören und seinen Worten folgen würden.

Der Prophet Jeremia rief dem Volk zu: „O Land, Land, Land, höre des HERRN Wort!“ (Jer. 22,29) Es ist ganz entscheidend, dass wir imstande sind, Gottes Stimme zu hören. Wir sind dazu berufen, Gottes Kinder zu sein, und die ganze Schöpfung wartet darauf, dass Gottes Kinder offenbar werden (Röm. 8,19–22). Doch hören wir das Wort des Herrn? Haben wir unser Herz und unseren Sinn für das geöffnet, was Gott uns sagen will?

Heutzutage wird die Aufmerksamkeit so leicht abgelenkt von dem, was Ewigkeitswert hat. Die Welt hat so viel zu bieten, was unser Interesse fangen kann was und unsere Gedanken und Zeit in Anspruch nimmt, dass es manchmal schwer ist, Gottes leise Stimme zu hören. „So sage ich nun und bezeuge in dem Herrn, dass ihr nicht mehr leben dürft, wie die Heiden leben in der Nichtigkeit ihres Sinnes.“ (Eph. 4,17) Die Heiden kannten Gott nicht und hatten weder Gebote noch Verheißungen. Israel hingegen hatte Gottes Verheißungen, aber sie wären umsonst, wenn die Israeliten nicht auf Gottes Wort hören und danach handeln wollten. Wenn wir über unsere eigene Heiligung nachdenken, ist es ganz entscheidend, dass wir unser Ohr zu Gott neigen und den Heiligen Geist in unserem Inneren zu uns reden lassen. „Hört mir zu, die ihr die Gerechtigkeit kennt, du Volk, in dessen Herzen mein Gesetz ist!“ (Jes. 51,7)

Die Hauptaufgabe der Gemeinde ist es, Menschen zu helfen, Jünger zu werden, die Jesus nachfolgen wollen. Als Paulus den Ephesern über die Herrlichkeit schrieb, die durch Jesus offenbart wurde, betonte er, wie Christus uns am Kreuz mit Gott in einem Leib versöhnt hat (Eph. 2,16). Als Christi Braut soll die Gemeinde rein und heilig sein. „Damit er für sich die Gemeinde herrlich bereite, die keinen Flecken oder Runzel oder etwas dergleichen habe, sondern die heilig und untadelig sei!“ (Eph. 5,27). Wenn wir ein gekreuzigtes Leben führen, werden wir ein Teil von Christi Leib auf der Erde.

Jesus ist das Haupt des Leibes, und das Haupt ist zu einer besonderen Aufgabe erkoren. Doch die einzelnen Glieder haben auch ein Werk bekommen. Es ist ein Irrtum zu denken: „Jesus hat schon alles erledigt, wir müssen nichts mehr tun“. Alle, die in Christi Leib sind, sind berufen, im Einvernehmen mit dem Haupt zu leben. Wer nicht mit Christus gekreuzigt ist, gehört auch nicht zum Leib Christi (Gal. 5,24).

Es ist gesegnet, in der Gemeinde zu sein, aber viel besser ist es, geöffnete Augen zu bekommen, um zu erkennen, was die Gemeinde wirklich ist. Jesus ist das Haupt der Gemeinde, und am Kreuz war er der Siegesherr: „Er hat die Mächte und Gewalten ihrer Macht entkleidet und sie öffentlich zur Schau gestellt und hat einen Triumph aus ihnen gemacht in Christus.” (norw. Übers.: am Kreuz; Kol. 2,15) Die Gemeinde besteht aus Menschen, die Jesus folgen und als Jünger leben wollen. Sie sind nicht nur Mitglieder, sondern Nachfolger.

Kåre J. Smith las aus dem Epheserbrief vor, der ein klares Bild zeichnet, was die Gemeinde ist. Nachdem Jesus seinen großen Sieg errungen hatte, steht geschrieben: „Und alles hat er unter seine Füße getan und hat ihn gesetzt der Gemeinde zum Haupt über alles, welche sein Leib ist, nämlich die Fülle dessen, der alles in allem erfüllt.“ (Eph. 1,22–23) Jesus ist vollkommen, aber sein Leib auf der Erde entwickelt sich ständig weiter. Gott arbeitet mit jedem von uns, um uns nach seinem Willen zu formen. Jesus war ein demütiger Mann und wohlvertraut mit der Erniedrigung. „Dass er aber aufgefahren ist, was heißt das anderes, als dass er auch hinabgefahren ist in die Tiefen der Erde? Der hinabgefahren ist, das ist derselbe, der aufgefahren ist über alle Himmel, damit er alles erfülle.“ (Eph. 4,9–10) Jesus hatte sich entschieden, diesen Weg in der Niedrigkeit zu gehen, und gab uns damit die Möglichkeit, verwandelt zu werden.

Paulus beschreibt weiter, wie Gott die Gemeinde aufbaut (V. 13). Es geht darum, im Glauben zu wachsen, reifer zu werden und Jesu Leben mehr Raum in uns zu geben. Die Gemeinde – der Leib Christi, seine Braut – wird geformt, indem wir aufhören zu sündigen und selbstsüchtig zu sein und uns für die Wahrheit entscheiden. „Lasst uns aber wahrhaftig sein in der Liebe und wachsen in allen Stücken zu dem hin, der das Haupt ist, Christus. Von ihm aus gestaltet der ganze Leib sein Wachstum, sodass er sich selbst aufbaut in der Liebe – der Leib, der zusammengefügt und gefestigt ist durch jede Verbindung, die mit der Kraft nährt, die jedem Glied zugemessen ist.“ (V. 15–16)

Unsere Verbindung zum Haupt, Christus

Wir glauben, dass die, die Jesus wirklich folgen und nach seinem Vorbild leben, den Leib Christi hier auf der Erde bilden. Christus selbst ist das Haupt dieses Leibes (Kol. 1,18). Und er will uns zeigen, wie wir uns in den verschiedenen Situationen des Lebens verhalten sollen.

Manche erleben, dass sie in der Gemeinde nicht die Gemeinschaft finden, die sie sich wünschen, oder dass sie nicht so dienen können, wie sie es gerne möchten. Dann liegt der Gedanke nahe, dass dies die Schuld der anderen ist. Doch das ist ein Missverständnis. Das Problem liegt nie bei den anderen. Jeder von uns wird eines Tages vor Gottes Angesicht für sein eigenes Leben Rechenschaft ablegen müssen (Röm. 14,12). Es geht nur um unsere eigene Verbindung zum Haupt – zu Christus. Es bringt nichts, anderen die Schuld zu geben, denn Christus gibt jedem seinen Platz und seine Aufgabe im Leib Christi: „Und er selbst gab den Heiligen die einen als Apostel, andere als Propheten, andere als Evangelisten, andere als Hirten und Lehrer, damit die Heiligen zugerüstet werden zum Werk des Dienstes. Dadurch soll der Leib Christi erbaut werden.“ (Eph. 4,11–12)

Gott hat gerade darum Gemeindediener eingesetzt, damit jeder von uns sich in dem Dienst weiterentwickeln kann, der ihm zugedacht ist. Jedes Glied am Leib hat eine Funktion und eine Aufgabe, die dazu beiträgt, dass der Leib – also die Gemeinde – wachsen und sich entwickeln kann (V. 13). Wenn wir engen Kontakt mit Jesus haben, kann Gottes Geist uns dazu leiten, die Wahrheit über uns selbst zu erkennen. Dann können wir uns reinigen und in Christus wachsen (V. 15).

„Hab acht auf dich selbst und die Lehre, beharre in diesen Stücken! Denn wenn du das tust, wirst du dich selbst retten und die, die dich hören.“ (1. Tim. 4,16) Wer aufhört, sich weiterzuentwickeln und im Geistlichen passiv wird, verliert die Verbindung zum Haupt. Das geschah bei einigen Gemeindeleitern in Kleinasien. Jesus musste zu ihnen sagen: „Du hast den Namen, dass du lebst, aber du bist tot.“ (Offb. 3,1) „Aber ich habe gegen dich, dass du deine erste Liebe verlassen hast.“ (Offb. 2,4) Das sollte uns mehr Ernsthaftigkeit geben, besonders uns, die wir schon jahrelang in der Gemeinde sind und vielleicht angefangen haben, Dinge als selbstverständlich hinzunehmen.

Gottes Wort redet über das Wachstum in allen Tugenden Christi. Das heißt, wir sollen in allem so werden wie Jesus. Der Apostel Petrus schreibt dazu: „So wendet allen Fleiß daran und erweist in eurem Glauben Tugend und in der Tugend Erkenntnis und in der Erkenntnis Mäßigkeit und in der Mäßigkeit Geduld und in der Geduld Frömmigkeit/Gottesfurcht und in der Frömmigkeit/Gottesfurcht Brüderlichkeit und in der Brüderlichkeit die Liebe.“ (2. Petr. 1,5–7) Wenn diese Tugenden in uns wachsen, zeigt das, dass wir fruchtbar und lebendig sind in der Erkenntnis Jesu Christi (V. 8).

Die Gemeinde der Aufrichtigen

Gott sucht Menschen, die gerecht und aufrichtig sind. Das hat er schon immer getan. Das ist ein Thema in mehreren Psalmen, zum Beispiel: „Halleluja! Ich danke dem Herrn von ganzem Herzen im Rate der Frommen (Aufrichtigen) und in der Gemeinde.” (Ps. 111,1) „Halleluja! Singet dem HERRN ein neues Lied; die Gemeinde der Heiligen soll ihn loben.“ (Ps. 149,1)

Diese Aufrichtigen und Gottesfürchtigen haben eine ganz andere Gesinnung als die, die Gott nicht fürchten. Über sie steht geschrieben: „Darum bestehen die Gottlosen nicht im Gericht noch die Sünder in der Gemeinde der Gerechten.“ (Ps. 1,5)

Diese Botschaft ist heute aktueller denn je. Bruder Kåre J. Smith betonte, wie wichtig es ist, nach Gottes Wort zu leben und es ernst zu nehmen. Gott bereitet in unserer Zeit eine Braut für seinen Sohn zu. Die Braut macht sich bereit, um ihrem Bräutigam zu begegnen. Gott sammelt aufrichtige und gerechte Menschen in seiner Gemeinde. Sie sind der Leib Christi auf der Erde und werden eines Tages für immer mit ihm vereint sein.

„Und es wurde ihr gegeben, sich anzutun mit schönem reinem Leinen. Das Leinen aber ist die Gerechtigkeit der Heiligen.“ (Offb. 19,8 LU84) Unsere Taten sind unsere Kleidung, und wir sollten an unserem Brautkleid arbeiten, damit es so schön wie möglich wird. Gott fordert Aufrichtigkeit von seinen Auserwählten. Falschheit, Oberflächlichkeit und Betrug sind für ihn ein Gräuel. Das wissen die Aufrichtigen und nutzen die Zeit, die sie haben, um sich selbst zu richten und ein neues, reines Kleid zu weben. (1. Petr. 4,17–18). Die Zeit, die wir haben, ist sehr kostbar. Jetzt ist der richtige Zeitpunkt, um uns auf die Wiederkunft Jesu vorzubereiten.

Im Laufe der Zeit haben nur wenige wirklich verstanden, wer Jesus ist: „Sie sprachen: Einige sagen, du seist Johannes der Täufer, andere, du seist Elia, wieder andere, du seist Jeremia oder einer der Propheten.“ (Mt. 16,14). Verstehen wir wirklich, wer Jesus ist?

„Du bist Christus, des lebendigen Gottes Sohn!“ (V. 16). Petrus bekam diese Offenbarung vom Vater, und wir brauchen diese Offenbarung auch. Wir sind dazu berufen, nützliche Helfer zu sein, wenn Jesus seine Gemeinde aufbaut. Und diese Gemeinde kann nie zerstört werden: „Und ich sage dir auch: Du bist Petrus, und auf diesen Felsen will ich meine Gemeinde bauen, und die Pforten der Hölle sollen sie nicht überwältigen.“ (V. 18)

Gott führt sein Werk auch heute weiter. Deshalb dürfen wir nie träge und gleichgültig werden und von Gottes Wort abweichen. Das Gebäude soll im gleichen Geist und mit der gleichen Kraft gebaut werden, wie es von den heiligen und gottesfürchtigen Männern vor uns gebaut wurde. Und wir können uns einer Sache sicher sein: Gott wird der Gemeinde weiterhin alle hinzufügen, die sich nach tiefem und wahrem Heil sehnen (Apg. 2,47).

Gott sei Dank, dass er die Gerechten und Aufrichtigen versammelt.

Ein Leben in Gehorsam

Gott ist unendlich groß, es gibt keine Grenzen für ihn, und wir Menschen können die Tiefe seiner Allmacht nicht begreifen. Er kann nicht versucht werden zum Bösen, und er selbst versucht niemanden (Jak. 1,13). Er hat uns einen Mittler geschickt – jemanden, den wir verstehen und an den wir uns halten können: Jesus Christus. „Denn es ist ein Gott und ein Mittler zwischen Gott und den Menschen, nämlich der Mensch Christus Jesus.“ (1. Tim. 2,5)

Jesus kam als Mensch auf die Erde. Er wurde als Mensch geboren und lebte unter seinen Brüdern und Schwestern. So wie wir versucht werden, wurde auch er versucht. Aber er widerstand der Sünde, litt in den Versuchungen und errang einen Sieg nach dem anderen. Er weiß genau, wie es sich anfühlt, im Kampf zu stehen, und er kann uns helfen, wenn wir gegen die Sünde und gegen die Begierden kämpfen, die im Fleisch wohnen (Heb. 2,16–18). Das ist eine ergreifende Botschaft!

Aber warum sind es nur so wenige, die die Sünde überwinden? Das liegt daran, dass die meisten Menschen Gottes Wort nicht ernst nehmen. Anstatt zuerst nach Gottes Reich zu trachten, wie Jesus es uns gebot, sind die meisten mit vielerlei anderem beschäftigt (Mt. 6,33). Viele Gläubige geben sich mit dem halben Evangelium zufrieden: dass sie Vergebung für ihre Sünden bekommen können; aber sie zeigen wenig Interesse daran, vom Meister zu lernen.

Ein Jünger Jesu zu sein, heißt, Gehorsam zu lernen. Sogar Jesus musste lernen, gehorsam zu sein: „So hat er, obwohl er der Sohn war, doch an dem, was er litt, Gehorsam gelernt.“ (Heb. 5,8)

Der Apostel Paulus bekam Gnade von Gott, und gleichzeitig sollte er die Menschen dazu bringen, im Gehorsam des Glaubens zu leben. Sie sollten nicht nur mit dem Kopf glauben, sondern auch lernen, im Glauben zu leben (Röm. 1,5). Im Neuen Testament gibt es viele Ermahnungen, das zu tun, was Jesus sagt, und gehorsam zu sein. „Was nennt ihr mich aber Herr, Herr, und tut nicht, was ich euch sage?“ (Lk. 6,46)

Echte Veränderung kann nicht ohne Gehorsam gegenüber Gottes Wort geschehen. Wenn wir gehorsam sind, entwickeln wir uns weiter und lernen, unseren eigenen Willen aufzugeben, damit wir für Gott leben können. Das ist der Weg zum neuen Leben. „Und da er vollendet war, ist er für alle, die ihm gehorsam sind, der Urheber der ewigen Seligkeit geworden.“ (Heb. 5,9)

Jesus nachzufolgen heißt, etwas zu opfern. Es geht nicht nur darum, an ihn zu glauben; es geht darum, in seinen Fußspuren zu folgen und verwandelt zu werden. Das geschieht, wenn wir Gottes Wort befolgen und uns Heiligen Geist zeigen lassen, wo wir Verwandlung brauchen. Wenn wir auf das Wirken des Geistes hören, bringen wir unser Leben als ein Opfer dar, das Gott gefällt (Röm. 15,16–18).

Bevor Jesus in den Himmel aufgenommen wurde, gab er seinen Jüngern Gebote, die sie befolgen sollten (Apg. 1,1–2). Der Gehorsam gegenüber diesen Geboten sollte sie näher zu Gott bringen und ihr Leben verwandeln. Gott will uns auf dieselbe Spur bringen. Wenn wir Gehorsam lernen, wie Jesus es getan hat, wird Jesus unser Meister. Dann werden wir durch den Tod Jesu mit Gott versöhnt, und nicht nur das: Wir dürfen durch sein Leben leben! (Röm. 5,10).

Der Weg des Glaubens ins gelobte Land

Die zweite Sommerkonferenz fing mit einer sehr wichtigen Erinnerung an: Kåre J. Smith sprach gesegnet über die großen Verheißungen, die Gott den Menschen gab, die im Glauben leben. Alle Verheißungen Gottes haben Bedingungen, aber wenn wir sie erfüllen, wird Gott sein Wort halten, wie er es immer getan hat.

Der Apostel Johannes schreibt, dass der, der aus Gott geboren ist, die Welt besiegt: „Und das ist der Sieg, der die Welt besiegt hat: unser Glaube. Wer ist es aber, der die Welt überwindet, wenn nicht, der da glaubt, dass Jesus Gottes Sohn ist?“ (1. Joh. 5,4–5) Um die Welt und den Zeitgeist zu überwinden, ist ein starker Geist erforderlich. Es kann unmöglich gelingen, wenn wir versuchen, mit einem Bein innerhalb und einem außerhalb zu stehen. Der Sieg über die Welt wird möglich, wenn man von Gott geboren ist und ihm von ganzem Herzen gehört.

Das Volk Israel ist ein starkes Beispiel für uns. Als Sklaven in Ägypten hatten die Israeliten keine Zukunft, aber Gott wollte sie ins gelobte Land bringen (2. Mos. 3,8). Als die Prüfungen kamen, hatten sie nicht den Glauben, um zu kämpfen. Sie verließen sich auf alte Erfahrungen, zweifelten, gaben ihren Gefühlen nach und wandten sich den Götzen zu. Deshalb schwor Gott, dass keiner von ihnen ins Land kommen würde (4. Mos. 13,25; 14,5; Hebr. 4,1–3).

Das Gleiche kann heute passieren. Als Jünger sind wir dazu berufen, „das gelobte Land einzunehmen“ – den Sieg über die Sünde in unserem eigenen Fleisch zu erringen und an Christi Leben und Tugenden teilzuhaben (Gal. 5,22–24). Doch wenn die Prüfungen kommen, zweifelt die große Mehrheit an Gottes Versprechen, und wenn man sich vom Zeitgeist mitreißen lässt, wird man oberflächlich. Dann erlangt man die Verheißungen nie und findet nicht ins gelobte Land.

Josua sollte Israel in das Land der Ruhe führen, wo der Feind schon besiegt war (Hebr. 4,8). Aber das Volk vertraute mehr auf die eigene Stärke als auf Gott. Josua und Kaleb hingegen vertrauten auf Gott. Sie hatten gehört, was Gott gesagt hatte, und wussten, dass er helfen würde. Deshalb glaubten sie schon vor dem Kampf an den Sieg (4. Mos. 14,8–10). Gott hielt sein Versprechen.

Das Leben, zu dem wir berufen sind, ist ein Leben im vollen Vertrauen auf Gott, in dem wir standhaft im Kampf gegen die Sünde bleiben. Der Ankläger wird immer sagen, dass wir keinen Erfolg haben werden. Sollen wir auf ihn hören? Auf keinen Fall! Wir sollen uns auch nicht auf unsere Gefühle und Sinne verlassen. Noch nie hat Gott die Menschen, die voll und ganz für ihn leben, im Stich gelassen. Das Einzige, was uns davon abhält, zur Ruhe zu kommen, ist, dass wir uns nicht voll und ganz hingeben.

Josua ermahnte das Volk: „Setzt euch bloß nicht gegen den Herrn auf!“ (4. Mos. 14,9). Das können auch wir zu Herzen nehmen. Wir müssen auf Gottes Stimme hören und auf sein Wort vertrauen. Dann werden wir das Heil erleben, zu dem er uns berufen hat: „Mein Gerechter aber wird aus Glauben leben. Wenn er aber zurückweicht, hat meine Seele kein Gefallen an ihm. Wir aber sind nicht solche, die zurückweichen und verdammt werden, sondern solche, die glauben und die Seele erretten.“ (Heb. 10,38–39)

Um die Sünde in deinem eigenen Fleisch zu überwinden, brauchst du wirklich Feuer und Eifer. In der Bergpredigt sagt Jesus: „Ihr sollt nicht meinen, dass ich gekommen bin, das Gesetz oder die Propheten aufzulösen; ich bin nicht gekommen aufzulösen, sondern zu erfüllen.“ (Mt. 5,17). Er benutzte konkrete Beispiele zu Themen wie Unzucht und Unreinheit und sagte: „Wenn dich aber dein rechtes Auge verführt, so reiß es aus und wirf’s von dir!“ (V. 27–29). Jesus meinte das nicht als Übertreibung, sondern wollte damit sagen, wie ernst wir das nehmen müssen, um ganz zur Ruhe zu kommen. Wie ist es mit uns? Wie weit sind wir willens, im Kampf gegen die Sünde zu gehen?

Manche Menschen sind ganz zufrieden, wenn sie die offenbaren Sünden überwinden und wenn andere einen guten Eindruck von ihnen haben. Aber was ist mit unseren Gedanken, die niemand sehen kann? Haben wir auch in Sachen Unzucht, Sorgen, Neid, Bitterkeit oder Ungeduld Ruhe gefunden? Wenn wir in den Kampf ziehen, müssen wir uns mit diesem Wort wappnen: „Denn wer im Fleisch gelitten hat, der hat Ruhe vor der Sünde.“ (1. Pet. 4,1). Nur so können wir das gelobte Land erreichen.

„So lasst uns nun bemüht sein, in diese Ruhe einzugehen, damit nicht jemand zu Fall komme wie in diesem Beispiel des Ungehorsams.“ (Heb. 4,11–13) Die Israeliten riefen zu Gott, wenn der Feind die Oberhand über sie gewann; doch oft kehrten sie zu ihren alten Gewohnheiten zurück, wenn Gott gnädig gewesen war und sie einen Feind besiegt hatten. Das ist eine Tendenz bei vielen Gläubigen. Man ruft zu Gott, wenn man in Not ist, aber man hasst die Sünde nicht genug, um dagegen zu kämpfen, damit man wirklich Ruhe findet.

Wir sind dazu berufen, im gleichen Geist wie Jesus zu leben, in dem Geist des Glaubens, der die Menschen auszeichnet, die Gott von ganzem Herzen dienen. Es war dieser Geist, der David dazu gebracht hatte, gegen Goliath anzutreten. Im Glauben konnte er schon vor dem Kampf vom Sieg erzählen (1. Sam. 17,44–45)! Das ist der prophetische Geist, der direkt von Gott kommt (2. Petr. 1,19–21).

Von der menschlichen Unruhe zur Ruhe in Christus

Seit dem Sündenfall sind die Menschen von Unruhe und Sorgen geprägt. Gedankenkarusselle plagen sie oft sehr. Aufgrund der Sünde werden die Gedanken sehr unruhig, und das Leben wird beschwerlich. Deshalb macht Jesus ein Angebot, das sofort Hoffnung auf Besserung gibt: „Kommt her zu mir, alle, die ihr mühselig und beladen seid; ich will euch erquicken.“ (Mt. 11,28) Stell dir vor, alle könnten diese Einladung annehmen und darauf vertrauen, dass das Rezept, das Jesus uns gibt, Gold wert ist?

Um die Ruhe zu finden, die Jesus uns anbietet, müssen wir ihm vertrauen, uns bekehren und auf das Wort eingehen. „Im Anfang war das Wort, und das Wort war bei Gott, und Gott war das Wort.“ Er ist es, der seit dem Anfang bei Gott war. „Alle Dinge sind durch dasselbe gemacht, und ohne dasselbe ist nichts gemacht. was gemacht ist. In ihm war das Leben, und das Leben war das Licht der Menschen.“ (Joh. 1,1-4). Weiter heißt es: „Und das Wort ward Fleisch und wohnte unter uns. Und wir sahen seine Herrlichkeit, eine Herrlichkeit als des eingeborenen Sohnes vom Vater, voller Gnade und Wahrheit.“ (V. 14)

Jesus kam als Mensch auf die Erde, genau wie wir. Er war bereit, sich selbst zu opfern und öffnete uns dadurch einen neuen und lebendigen Weg (Hebr. 10,20), indem er die Sünde und die Begierde überwand, die in der menschlichen Natur so tief verwurzelt sind. Nie zuvor hatte Gott den Menschen eine größere Botschaft übermittelt als die, welche uns durch Jesus übergeben wurde (Hebr. 1,1–3). Das Evangelium ist das Wertvollste überhaupt, das Gott uns anvertrauen konnte. Aber der „Gott dieser Welt“ versucht, diese überaus große Gabe vor den Menschen zu verbergen (2. Kor. 4,3–4). Oft machen wir uns nicht klar, dass gerade in den Prüfungen und Schwierigkeiten, denen wir begegnen, Gottes Herrlichkeit aus uns hervorleuchten soll (V. 6). Wenn wir nun so auf die Probe gestellt werden, müssen wir am Wort festhalten, damit es in uns lebendig wird, so wie es in Jesus lebendig wurde.

Wir werden ständig versucht, und eben deshalb sollen wir auch ständig das Sterben Jesu an unserem Leibe tragen, damit sein Leben in uns sichtbar wird (2. Kor. 4,10). Das klingt vielleicht etwas abstrakt, aber das Leben als Jünger Jesu besteht natürlich aus ganz konkreten Dingen. Unser Glaube beeinflusst unsere Einstellungen, die wiederum unsere Entscheidungen beeinflussen und uns in den täglichen Situationen zum Handeln bewegen. Wenn wir nicht in diesem Prozess oder „im Lauf“ bleiben, wird uns das Licht des Evangeliums immer schwächer leuchten. Diejenigen, die das Evangelium wirklich angenommen haben, freuen sich über die Prüfungen und verlieren nie den Mut. Sie lernen zu kämpfen und auf der inneren Rennbahn zu laufen. Sie wissen, dass es eine Realität gibt, die für viele unbekannt und unsichtbar ist, denn wenn sie sich vom Geist Gottes leiten lassen und im Kampf treu sind, wird ihr Inneres ständig erneuert (V. 16–18).

Es gibt einen Unterschied zwischen den Begriffen Frieden und Ruhe. Wir erleben Frieden mit Gott durch die vergebende Gnade in Jesus Christus (Röm. 5,1–2). Auf dieser Grundlage können wir nun in die Ruhe eingehen. Die Schwierigkeiten, denen wir begegnen, bewirken in uns etwas, das wir mit in die Ewigkeit nehmen können und das uns Jesus ähnlicher macht (V. 3–5). Wenn wir uns ganz Gott übergeben und uns von ihm leiten lassen, bekommen wir Teil am Geist, der im Wort Gottes ist, und nicht nur am Buchstaben (2. Kor. 3,4–6). So wie das Wort in Jesus Fleisch wurde, kann das Wort auch ein Teil von uns werden.

Wenn wir voll und ganz an Gott und seine Führung glauben, ist es unmöglich, gleichzeitig unser Leben selbst in die Hand zu nehmen und uns von unserer Vernunft leiten zu lassen. „Es ist aber der Glaube eine feste Zuversicht dessen, was man hofft, und ein Nichtzweifeln an dem, was man nicht sieht.“ (Hebr. 11,1) Abraham ist dafür ein starkes Beispiel. Aus menschlicher Sicht war es unmöglich, dass Gott sein Versprechen ihm gegenüber halten konnte, doch Abraham zweifelte dennoch nicht daran (Röm. 4,19–21). Wenn wir Gottes Wort nicht glauben, kommt Unruhe auf, denn Unruhe kommt aus der menschlichen Vernunft und aus Unglauben.

Das Wort bringt uns zur Ruhe. „Denn das Wort Gottes ist lebendig und kräftig und schärfer als jedes zweischneidige Schwert und dringt durch, bis dass es scheidet Seele und Geist, auch Mark und Bein, und ist ein Richter der Gedanken und Sinne des Herzens.“ (Heb. 4,12) Werden unsere Gedanken von der Vernunft gesteuert, bilden wir uns ein, alles mögliche beurteilen zu können, doch das schafft nur Unruhe. Wenn das Wort unsere eigenen Gedanken von Gottes Willen trennt, passiert etwas mit uns: Wir richten unseren Blick auf Gott! Und alles ist bloß und aufgedeckt vor ihm (V. 13). Dann geschieht Gottes Wille in uns, und das Wort wird unser Leben. Wir dürfen die wunderbare Ruhe erleben, zu der Jesus uns einlädt.

Erhebt eure Häupter – eure Erlösung ist nah.

Wenn wir uns die heutige Welt anschauen, wird klar, dass die Zeit der Gnade bald vorbei ist. Deshalb sollten wir unseren Blick auf das Himmelreich richten und die kostbare Zeit, die wir haben, nutzen, um Heil zu suchen. Wir müssen uns vorbereiten, so wie sich eine Braut für ihren Bräutigam bereit macht.

Jesus sagt: „Wenn aber dieses anfängt zu geschehen, dann seht auf und erhebt eure Häupter, weil sich eure Erlösung naht.“ (Lk. 21,28) Er fährt mit einem Gleichnis fort: „Seht den Feigenbaum und alle Bäume an: wenn sie jetzt ausschlagen und ihr seht es, so wisst ihr selber, dass der Sommer schon nahe ist. So auch ihr: Wenn ihr seht, dass dies alles geschieht, so wisst, dass das Reich Gottes nahe ist.“ (V. 29–31)

Jesus fand es schon damals wichtig, seine Jünger zu ermahnen, wachsam zu sein und zu beten, „dass ihr stark werdet, zu entfliehen diesem allen, was geschehen soll, und zu stehen vor dem Menschensohn.“ (V. 36) Und er warnt auch eindringlich davor, sich zu berauschen und von weltlichen Sorgen einnehmen zu lassen. (V. 34–35). Denn wenn wir uns davon einfangen lassen, verlieren wir unsere himmlische Berufung und fügen uns selbst und anderen viel Leid zu.

Wir sehen, was heute mit Israel passiert, und wissen, dass Gott der Richter ist und regiert: „Denn es kommt nicht vom Aufgang und nicht vom Niedergang, nicht von der Wüste und nicht von den Bergen, sondern Gott ist Richter, der diesen erniedrigt und jenen erhöht.“ (Ps. 75,7–8). Gottes Plan für das irdische und das geistliche Israel wird mit den Jahren immer deutlicher sichtbar. Gott passt auf sein Volk auf, und alle großen Ereignisse des Weltgeschehens passieren, damit Gottes Wort in Erfüllung geht. Alles läuft nach seinem Plan. Wer auf den Herrn wartet, hat keinen Grund, sich zu fürchten. Die sichere Erwartung, dass Jesus Christus bald wiederkommen wird, um uns zu sich zu holen, gibt uns große Kraft und Freude.

Gott will, dass die Heiligen gerettet werden, bevor das Ende kommt, also bevor Gottes Zornesschalengerichte über die Erde gehen (Offb. 16). „Und zu warten auf seinen Sohn vom Himmel, den er auferweckt hat von den Toten, Jesus, der uns errettet von dem zukünftigen Zorn.“ (1. Thess. 1,10) Wenn Jesus kommt, wird er seine Braut zu sich nehmen.

„Wehe denen, die hinabziehen nach Ägypten um Hilfe… Denn Ägypten ist Mensch und nicht Gott, und seine Rosse sind Fleisch und nicht Geist.“ (Jes. 31,1–3) Gott bereitet sich sowohl das irdische als auch das geistliche Israel zu. Er wird seine Hand über beide ausstrecken. Für uns, die wir im neuen Bund leben, ist Ägypten ein Bild für die Welt. Wenn wir dann die Parallele zum oben genannten Vers ziehen, wird uns klar, dass wir unsere Hoffnung nie auf die Welt oder den Zeitgeist setzen dürfen, sondern nur auf den Herrn.

Auch wenn es in der Welt immer dunkler wird und das Böse zunimmt, ist es im Leib Christi genau umgekehrt: Dort wachsen alle Tugenden Christi. Wenn Jesus wiederkommt, wird er seinen Leib auf Erden zu sich holen, der dabei helfen soll, das Tausendjährige Reich zu errichten. Von da an werden wir für immer mit dem Herrn zusammen sein (1. Thess. 4,17).

Lasst uns unseren Blick fest auf unseren Bräutigam richten und Gottes Reich immer vor unserem inneren Auge haben! In freudiger Erwartung machen wir uns für die Wiederkunft Christi bereit.

Das Zeugnis des Blutes

Es ist sehr wichtig, dass alle, die Jünger Jesu sein wollen, verstehen, warum er eigentlich zur Erde kam. Viele Christen verstehen das Evangelium falsch, denn sie hören auf, den Weg der Heiligung zu gehen. Es kann schnell passieren, dass man sich mit dem Zeugnis des Wassers zufrieden gibt: Gott hat mir meine Sünden verziehen, ich sehe mich als Jünger Jesu und habe ein gutes Zeugnis bei den Menschen, mit denen ich zu tun habe. Die meisten Leute sind nämlich der Meinung, sie könnten ein Kind Gottes werden allein dadurch, dass sie Vergebung empfangen für ihre Sünden. Aber Gottes Wort sagt, dass noch ein anderes Zeugnis wichtig ist: das Zeugnis des Blutes. „Dieser ist’s, der gekommen ist durch Wasser und Blut, Jesus Christus, nicht im Wasser allein, sondern im Wasser und im Blut; Und der Geist ist’s, der das bezeugt, denn der Geist ist die Wahrheit. Denn drei sind, die das bezeugen: der Geist und das Wasser und das Blut; und die drei stimmen überein.“ (1. Joh. 5,6–8)

Das Zeugnis des Wassers bezieht sich auf die Vergebung der begangenen Sünden. Johannes der Täufer taufte die Menschen im Jordan, wenn sie ihre Sünden bekannt hatten, doch bei der nächsten Versuchung fielen sie wieder in dieselbe Sünde. Jesus kam auf die Erde, um der Sünde ein Ende zu machen, und deshalb kam er nicht nur mit Wasser, sondern auch mit Blut. In seinem ganzen Leben sündigte Jesus nie, obwohl er in allem versucht wurde wie wir (Heb. 4,15).

Um das Zeugnis des Blutes zu bekommen, musste Jesus die Sünde verdammen, die in seiner eigenen menschlichen Natur wohnte. Er verleugnete sich selbst und trug sein Kreuz täglich (Lk. 9,23). Jeder, der Jesus nachfolgen und ihm ähnlich werden will, muss denselben Weg gehen. Wir werden dazu ermahnt, immer das Sterben Jesu in unserem Leib zu tragen, damit sein Leben in uns sichtbar wird (2. Kor. 4,10–11). Dann sind wir Gottes Kinder, getrieben und geleitet vom Geist Gottes, und Gottes Erben, Miterben Christi, wenn wir auch mit ihm leiden (Röm. 8,14–17).

Wir können ein scheinbar vorbildliches christliches Leben führen, nach dem Maßstab des Gesetzes gerecht und frei von offenbaren Sünden, sodass wir einen guten Ruf haben – und doch tun wir das alles nur aus eigener Kraft. Es ist etwas ganz anderes, innerlich verwandelt zu werden: neue Gedanken, einen neuen Geist, ein neues Leben zu bekommen! „Und stellt euch nicht dieser Welt gleich, sondern ändert euch durch Erneuerung eures Sinnes, auf dass ihr prüfen könnt, was Gottes Wille ist, nämlich das Gute und Wohlgefällige und Vollkommene.“ (Röm. 12,2)

Im zwölften Kapitel des Römerbriefs schreibt Paulus dann weiter darüber, wie wir Gottes Willen im Alltag umsetzen sollen, z. B.: „Lass dich nicht vom Bösen überwinden, sondern überwinde das Böse mit Gutem.“ (V. 21) Es ist ja schon eine gute Sache, nicht böse zu reagieren, wenn wir ungerecht behandelt werden, doch sind wir auch dazu in der Lage, das Böse mit Gutem zu überwinden? Da müssen wir zugeben, dass uns wohl noch einiges fehlt (Röm. 7,18) und uns danach ausstrecken, in unserem Sinn erneuert zu werden. Das wird uns leicht fallen, wenn wir uns wirklich danach sehnen, Jesus gleich zu werden. So bekommen wir das Zeugnis des Blutes. „Und das ist das Zeugnis, dass uns Gott das ewige Leben gegeben hat, und dieses Leben ist in seinem Sohn.“ (1. Joh. 5,11)

Wenn der Geist zusammen mit dem Wasser und dem Blut Zeugnis ablegen kann über uns, haben wir Gottes Zeugnis. Schon früh in Jesu Leben wurde allen klar, dass er dieses Zeugnis besaß. Er hatte eine Weisheit, die von oben kam, und lebte im Gehorsam gegenüber den Geboten, die Gott ihm ins Herz gegeben hatte (Heb. 5,8). Gott ist ein Gott aller Gnade, und deshalb können wir jetzt das Zeugnis des Blutes in unserem eigenen Leben erlangen und dadurch Jesus gleich werden.