Was bringe ich mit?
„Ich weiß aber, wenn ich zu euch komme, dass ich mit dem vollen Segen Christi kommen werde.“ (Röm. 15,29). Paulus war sich dessen ganz sicher und völlig davon überzeugt, und darum konnte er mit großer Freimütigkeit sagen: „Ich weiß!“ Wie war ihm das möglich? Das erklärt er in seinem persönlichen Zeugnis in Galater 2,19 und 20: „Ich bin mit Christus gekreuzigt. Ich lebe, doch nun nicht ich, sondern Christus lebt in mir. Denn was ich jetzt lebe im Fleisch, das lebe ich im Glauben an den Sohn Gottes, der mich geliebt hat und sich selbst für mich dahingegeben.“
Wie steht es mit uns, wenn wir irgendwohin kommen? Kommen wir mit derselben Gewissheit, dass wir den vollen Segen Christi mitbringen und nicht unsere eigenen Gedanken und Meinungen? Was für Paulus möglich war, ist auch heute für uns möglich. Weil er das Kreuz Christi trug, war er zu dieser Gewissheit gelangt, deren er sich rühmte. Paulus erlebte, dass das Tragen des Sterbens Jesu an seinem Leib zum Leben Jesu führte – und genau das ist es, was unsere Gegenwart segensreich macht. Das selbstbezogene Leben muss ganz aufhören; die Fokussierung auf das Eigene, das Streben nach dem eigenen Vorteil und Gewinn usw. Wenn dieses „Ich selbst“ in all seinen Ausprägungen ans Kreuz kommt, dann kommt Segen. Das Richtige zu wählen, sollte uns leichtfallen!
Paulus schreibt in Römer 15,14: „Ich weiß aber selbst sehr wohl von euch, meine Brüder und Schwestern, dass auch ihr selber voll Güte seid, erfüllt mit aller Erkenntnis, sodass ihr euch untereinander ermahnen könnt.“ Wenn wir die die Erkenntnis im Leben umsetzen, nur dann wächst die Güte als eine Frucht des Kreuzes, das wir tragen, und dann kommt der Segen, der uns in die Lage versetzt, zu ermahnen und zu helfen. Der Kampf, den wir selbst führen, gibt uns Hoffnung für die Menschen, denen wir begegnen. Durch das Umsetzen der Erkenntnis erleben wir, dass das Leben Christi zum Vorschein kommt statt unserer Meinungen und unserer Menschennatur. Erkenntnis allein genügt hierfür nicht, wir müssen sie vielmehr gehorsam umsetzen, das bringt Segen – Christi Leben.
Im Liederbuch Wege des Herrn (Nr. 30, 3. Strophe) schreibt Thorleif Hansen: „Verkläre dich, o Gott, in unsrer Mitte in Heiligkeit, Gerechtigkeit und Kraft. Lass Jesu Namen größren Sieg bekommen, für seine Schmerzen Lohn in reichem Maß.“ Wie soll das zugehen, wenn nicht durch Menschen, in deren Leib das Sterben Jesu wirksam ist, so dass auch das Leben Jesu offenbar wird und den Sieg davonträgt? Dann wird unser Leben zu einem Lohn für Jesu Kampf, den er zu seiner Zeit als Menschensohn führte und den alle seine Getreuen nach ihm geführt haben. Wer in diesem Kampf steht, bringt immer eine Fülle von Christi Segen mit. Er ist in der Lage, zu ermahnen, zu trösten und zu helfen, damit diejenigen, die sich nach Freiheit von der Sünde sehnen, den Weg dahin finden können. Von anderen hingegen wird dies nicht unbedingt als Segen wahrgenommen. Im oben zitierten Lied steht in der nächsten Strophe: „Lass uns das Wort vom Kreuz mit Kraft verkünden, dass Sünder fallen auf ihr Angesicht, Dass nun dein Volk, in Gottesfurcht gegründet, Erbteil erhält mit dir in deinem Licht.“ Die Reife, um ein Lehrer in Gottesfurcht werden, kann ich mir nicht nicht anlesen; dazu komme ich ausschließlich durch mein Leben. Nur wenn wir selbst am Leben Christi teilhaben, können wir es in Geist und Kraft weitertragen, um auch andere zu Umkehr und Hoffnung zu führen! Dann bringen wir eine Fülle des Segens Jesu Christi mit.
Paulus macht uns wirklich Hoffnung mit seiner Freimütigkeit, wenn wir uns vor Augen halten, wie sehr er die Christen gehasst hatte und wie sein Leben vor seiner Bekehrung gewesen war. Und doch konnte er später freimütig versprechen, dass er mit dem vollen Segen Christi kommen werde. Dasselbe ist auch für uns heute möglich, doch es liegt an jedem Einzelnen, den persönlichen Kampf zu führen, den auch Paulus kämpfte. Das Ergebnis wird unserem Einsatz entsprechen.