Verborgene Schätze

„Habe ich nicht Macht zu tun, was ich will, mit dem, was mein ist?“ (Mt. 20,15)

Mai 2025

„Habe ich nicht Macht zu tun, was ich will, mit dem, was mein ist?“

(Mt. 20,15)

Jesus benutzte verschiedene Bilder, um uns zu zeigen, was in der menschlichen Natur wohnt. Wir müssen von ihm lernen und unsere gesamte sündige Natur hassen, um einen Platz im Himmelreich zu erhalten. Wenn wir zum Beispiel das Gleichnis von den Arbeitern im Weinberg lesen, die zu verschiedenen Tageszeiten von ihrem Herrn angeworben wurden, sehen wir deutlich, was in der gefallenen Natur des Menschen liegt: Wir vergleichen uns mit anderen und fordern Gleichbehandlung. Die Arbeiter hätten ja zumindest dankbar sein können für die Möglichkeit, im Weinberg des Herrn zu arbeiten. Sie hätten kein Problem gehabt, wenn die zuletzt eingestellten Arbeiter niedrigere Löhne erhalten hätten. Doch weil der Meister es für eine gute Idee hielt, allen den gleichen Lohn auszuzahlen und bei niemandem unter den Betrag zu gehen, den er mit den Ersten vereinbart hatte, kamen Neid und alle möglichen Argumente zur Rechtfertigung der Unzufriedenheit auf. (Mt. 20,1-15) So entstand eine Situation, wie sie Jakobus in Kapitel 4,1-2 beschreibt: „Woher kommt Streit, woher Krieg unter euch? Ihr mordet und neidet und gewinnt nichts. Kommt’ s nicht aus euren Gelüsten, die da streiten in euren Gliedern? Ihr seid begierig und erlangt’ s nicht; ihr hasst und neidet, und gewinnt damit nichts; ihr streitet und kämpft; ihr habt nicht, weil ihr nicht bittet.“ „Gott lässt seine Sonne aufgehen über Böse und Gute und lässt regnen über Gerechte und Ungerechte“.(Mt. 5,45) Die Unruhe, die entsteht, weil wir uns von anderen ungerecht behandelt fühlen, ist oft nichts anderes als Neid, eine Untugend, die schon so viel Krawall unter den Menschen ausgelöst hat. Viel Aufruhr unter den Menschen ist auf diese Forderung nach Gleichbehandlung zurückzuführen, und zwar Gleichbehandlung im Sinne der eigenen, engstirnigen Perspektive des Menschen. Der ältere Bruder des verlorenen Sohnes war beleidigt, weil sein Vater ein Fest für seinen Bruder veranstaltete. Auch auf Bitten seines Vaters hin war er nicht in der Lage, sich mit ihm zu freuen. (Luk. 15,32)

Gott ermahnte Kain eindringlich, als er zum Neid versucht wurde, doch dieser wollte nicht hören. Die Eifersucht übermannte ihn und er tötete seinen Bruder. „Und der HERR sah gnädig an Abel und sein Opfer, aber Kain und sein Opfer sah er nicht gnädig an. Da ergrimmte Kain sehr und senkte finster seinen Blick. Da sprach der HERR zu Kain: Warum ergrimmst du? Und warum senkst du deinen Blick? Ist’ s nicht so: Wenn du fromm bist, so kannst du frei den Blick erheben? Bist du aber nicht fromm, so lauert die Sünde vor der Tür, und nach dir hat sie Verlangen; du aber herrsche über sie. Da sprach Kain zu seinem Bruder Abel: Lass uns aufs Feld gehen! Und es begab sich, als sie auf dem Felde waren, erhob sich Kain wider seinen Bruder Abel und schlug ihn tot.“ (1. Mose 4,4-8)

„Nimm, was dein ist, und geh! Ich will aber diesem Letzten dasselbe geben wie dir.“ (Mt. 20,14).

Wir müssen dankbar sein für alles, was wir von Gott empfangen, und aufhören, unsere eigene Situation mit der anderer zu vergleichen. In seiner Verschlagenheit versucht Satan tatsächlich, unser Fleisch dazu zu benutzen, uns all die sogenannte „Ungerechtigkeit“ vor Augen zu führen, der wir ausgesetzt sind. So schafft er es, uns völlig blind zu machen für all die Güte und Gnade, die wir von Gott empfangen haben. „Ein großer Gewinn aber ist die Frömmigkeit zusammen mit Genügsamkeit.“ Von Nörgeleien, Forderungen an andere oder Anschuldigungen sollten wir weit entfernt sein. „Wenn jemand anders lehrt und bleibt nicht bei den heilsamen Worten unseres Herrn Jesus Christus und bei der Lehre, die der Frömmigkeit gemäß ist, der ist aufgeblasen und weiß nichts, sondern ist süchtig nach Fragen und Wortgefechten. Daraus entspringen Neid, Hader, Lästerung, böser Argwohn, Schulgezänk solcher Menschen, die zerrüttete Sinne haben und der Wahrheit beraubt sind, die meinen, Frömmigkeit diene dem Gewinn. Ein großer Gewinn aber ist die Frömmigkeit zusammen mit Genügsamkeit.“ (1. Tim. 6,3-6)

Gott ist absolut gerecht und er weiß ganz genau, warum er dies oder jenes in unserem Leben zulässt.

Unser Herr Jesus verstand das sehr gut, und in seinem Hohepriesterlichen Gebet konnte er inmitten von Prüfungen sagen: „Gerechter Vater!“ (Joh. 17,25). Wie gut und tröstlich ist es, zu wissen, dass unser Leben unter Gottes perfekter Führung steht. (Römer 8,28) Wir können uns unter seinen Willen demütigen, besonders wenn wir in Prüfungen geraten: „Darum sollen auch die, die nach Gottes Willen leiden, ihm ihre Seelen anbefehlen als dem treuen Schöpfer und Gutes tun“.(1. Petr. 4,19).