Gottes Wille – unsere Heiligung
„Weiter, Brüder und Schwestern, bitten und ermahnen wir euch in dem Herrn Jesus – da ihr von uns empfangen habt, wie ihr wandeln sollt, um Gott zu gefallen, was ihr ja auch tut –, dass ihr darin immer vollkommener werdet. Denn ihr wisst, welche Ermahnungen wir euch gegeben haben durch den Herrn Jesus. Denn das ist der Wille Gottes, eure Heiligung.“ (1. Thess. 4,1–3). Daran erkennen wir, dass Gott weit mehr mit uns vorhat als nur unsere Begnadigung. Gottes Wille ist es, dass wir Fortschritte machen, sodass sein Wohlgefallen in zunehmendem Maße über uns ruhen kann. „Denn wenn wir mit Gott versöhnt worden sind durch den Tod seines Sohnes, als wir noch Feinde waren, um wie viel mehr werden wir selig werden durch sein Leben, nachdem wir nun versöhnt sind.“ (Röm. 5,10). Sein Wille ist es, dass wir zu einem ganz neuen Leben kommen und in das Ebenbild seines Sohnes, Jesus Christus, verwandelt werden und in seinen Tugenden und seiner Weisheit Fortschritte machen. „Ich sage aber: Wandelt im Geist, so werdet ihr das Begehren des Fleisches nicht erfüllen. Denn das Fleisch begehrt auf gegen den Geist und der Geist gegen das Fleisch; die sind gegeneinander, sodass ihr nicht tut, was ihr wollt.“ (Gal. 5,16–17)
Jeder, der Gottes Willen tun will, wird den fleischlichen Eigenwillen und die Begierden des Fleisches wahrnehmen. „Und stellt euch nicht dieser Welt gleich, sondern ändert euch durch Erneuerung eures Sinnes, auf dass ihr prüfen könnt, was Gottes Wille ist, nämlich das Gute und Wohlgefällige und Vollkommene.“ (Röm. 12,2). Gottes Wille ist immer das Gute, das Wohlgefällige und das Vollkommene; das erleuchtet unseren Weg. Der fleischliche Eigenwille ist in der Sünde und im Fleisch verwurzelt und verdunkelt unseren Weg. Doch selbst mit einem neuen Sinn kommt es zu Konflikten. Denn der Eigenwille ist stark. Durch Selbsterniedrigung kann Gottes Plan durch mich gelingen, so wie er auch durch Jesus gelang (Jes. 53,10). Wir sollen uns dem Leiden und der Bearbeitung nicht entziehen, die Gott uns nach seinem Willen zukommen lässt, sondern uns unter seine mächtige Hand beugen. Dabei ist es entscheidend, dass wir die uns gegebenen Gebote und Worte kennen und dass wir sie in einem feinen, guten Herzen behalten, damit wir Frucht bringen in Geduld (Luk. 8,15).
„Wenn wir sagen, wir haben keine Sünde, so betrügen wir uns selbst, und die Wahrheit ist nicht in uns.“ (1. Joh. 1,8) Durch die Heiligung und den Wandel im Licht, wie Er im Licht ist, haben wir Gemeinschaft miteinander, und das Blut Jesu, seines Sohnes, macht uns rein von aller Sünde (1. Joh. 1,7). Im neuen Sinn tun wir unser Bestes, müssen aber dennoch im Lichte Gottes erkennen, dass uns etwas anhängt, das nicht so angenehm ist. Vielleicht gibt es immer noch eine gewisse Kälte und Härte, die uns daran hindern, innig und von Herzen zu lieben. Wir erkennen unsere Not, dass es mit uns besser werden muss, damit die Gemeinschaft gestärkt werden kann. Wir spüren das Bedürfnis und die Sehnsucht nach einer größeren Fülle des Segens Christi im Leben und im Dienst.
Paulus betete für die Kolosser, dass sie erfüllt würden mit der Erkenntnis seines Willens in aller geistlichen Weisheit und Einsicht, damit sie des Herrn würdig wandeln, ihm wohlgefällig in allen Stücken, fruchtbar seien in jedem guten Werk und wachsen in der Erkenntnis Gottes (Kol. 1,9–10). Dieses Gebet sollte auch in unseren Herzen sein. Um gefüllt zu werden, müssen wir leere Gefäße haben – ein Verlangen, zu verstehen, was der Wille des Herrn ist. Diese Sehnsucht wohnt in denen, die einen neuen Sinn gefasst haben. Ihr Drang ist es, dem Meister zu gleichen, der sagt: „Nehmt auf euch mein Joch und lernet von mir, denn ich bin sanftmütig und von Herzen demütig, so werdet ihr Ruhe finden für eure Seelen.“ (Mt. 11,29). Auch er musste während seiner Zeit auf der Erde in Demut und Sanftmut wandeln, damit der Heilsplan gemäß dem Willen Gottes gelingen konnte. Und wir? Wenn Gottes Heilsplan in uns gelingen soll, müssen wir von ihm lernen! Sein Weg ist der Weg der Erniedrigung – der neue und lebendige Weg durch sein Fleisch. Da hat er seine Fußspuren hinterlassen, damit wir darin wandeln sollen.
Unsere Hoffnung im Evangelium ist, dass wir heilig, makellos und untadelig vor seinem Angesicht erscheinen dürfen – vorausgesetzt, wir bleiben im Glauben, gegründet und fest (Kol. 1,22–23). Wir leben jetzt. Jetzt können wir uns darauf vorbereiten, unserem Bräutigam zu begegnen. Jetzt können wir unsere kurze Zeit auf der Erde nutzen und nach Gottes Willen Heiligung gewinnen und weiter Fortschritte in seinem Leben und seinen Tugenden machen, zur Ehre Gottes.