Verborgene Schätze

Das Lied lernen

März 2025

Das Lied lernen

„Und sie sangen ein neues Lied vor dem Thron und vor den vier Wesen und den Ältesten; und niemand konnte das Lied lernen außer den Hundertvierundvierzigtausend, die erkauft sind von der Erde.“ (Offb. 14,3)

Wie lernen wir dieses neue Lied? Sollen wir es einst dort oder schon hier während unseres Lebens auf der Erde lernen?

Es ist klar, dass wir als Jünger Jesu, als seine Braut, dieses Lied jetzt lernen, und zwar unter der Bearbeitung Gottes, die uns im Leben zuteil wird. „Diese sind’s, die sich mit Frauen nicht befleckt haben, denn sie sind jungfräulich; die folgen dem Lamm nach, wohin es geht. Diese sind erkauft aus den Menschen als Erstlinge für Gott und das Lamm, und in ihrem Mund wurde kein Falsch gefunden; sie sind untadelig.“ (Verse 4–5)

Wer dem Lamm nachfolgt, wohin es geht, lernt das Lied. Der Weg in den Fußstapfen Jesu führt dazu, dass der Egoismus stirbt. Nur auf der Grundlage des Sterbens können neue Früchte und neues Leben heranwachsen. Es hat keinen Sinn, das Alte schön herauszuputzen, sich an das „Lebensmuster“ in der Gemeinde anzupassen oder sich vor den Leuten zusammenzureißen. All das wird zerfallen, und das Einzige, was sich daraus entwickelt, sind die alten, sauren, vorwurfsvollen und klagenden Töne. Wenn ich weiter mit dem Finger auf andere zeige, Forderungen stelle und unzufrieden bin, kann ich sicher sein, dass ich nicht in die Erde gefallen bin, um zu sterben. Der Same, der verrottet und stirbt, bleibt in der Erde verborgen. Dort bin ich allein mit meinem Gott. Wer über seine Leiden spricht, dem haftet ein übler Beigeschmack an; nämlich der Beigeschmack des Todes, und der ist nicht angenehm. Die Aufrichtigen salben ihre Angesichter, sind dankbar, dass sie beständig an diesem Sterben festhalten können und danken Gott für die Gnade, durchhalten zu können.

Auch Jesus dankte und ließ seinen eigenen, fleischlichen Willen brechen. Er pries den Vater dafür, dass es den Weisen und Klugen verborgen bleibt, aber den Unmündigen offenbart wird, denjenigen, die den Weg des Sterbens als die Lösung ihrer Probleme sehen. Die Frucht, die nach dem Tod aufwächst, ist völlig frei vom Geschmack des Todes. Keine Klage oder Bitterkeit, kein Nachtragen ist zu bemerken. Es entsteht ein ganz neues Lied, Töne der Dankbarkeit für die Bearbeitung Gottes – die Frucht der Lippen, die seinen Namen bekennen (Kol. 1,12, Hebr. 13,15). Selbst wenn etwas aus menschlicher Sicht als ungerecht empfunden werden kann, wird denen, die dem Lamm folgen, wohin es auch geht, nicht der Geschmack anhaften, dass sie ungerecht gelitten haben, denn der Tod hat all das dahingerafft. Wer das neue Lied lernt, wird verstehen, dass eben diese Verhältnisse nach göttlichem Maßstab gerechte und goldene Gelegenheiten sind und der Ausbildung der Braut Jesu dienen. Das neue Lied wird kein Klagelied sein, es hat keine verbitterten Töne – es wird ein kraftvolles neues Lied sein, ein Lied, das wir alle gemeinsam mit Würde und Dankbarkeit singen werden, wir alle, die wir dem Lamm gefolgt sind, wohin es auch ging, nämlich durch den Tod zum Leben.