Mir mangelt nichts
David sagt in Psalm 23,1–2 (ZB): „Der HERR ist mein Hirt, mir mangelt nichts, er weidet mich auf grünen Auen. Zur Ruhe am Wasser führt er mich.“
Die Verbindung zu seinem himmlischen Vater, der alles in seinem Leben lenkte, bedeutete alles für David.
Paulus schreibt in Philipper 4,10–11 (ZB): „Ich habe mich im Herrn sehr gefreut, dass ihr eure Fürsorge für mich endlich wieder entfalten konntet; ihr habt ja stets daran gedacht, hattet aber keine Gelegenheit dazu. Ich sage das nicht, weil mir etwas fehlt; ich habe nämlich gelernt, in allen Lagen unabhängig zu sein.“
Paulus war im Gefängnis und hatte eine Zeit lang keinen Besuch von seinen Brüdern und Schwestern bekommen. Aber er sagte das nicht aus einem Anspruch heraus. Man merkt, dass seine Aussagen nicht darauf zurückzuführen waren, dass ihm etwas gefehlt hätte. In seinem Geist ging es ihm auch unter diesen Umständen sehr gut.
Es liegt in manchen Situationen sehr nahe, Forderungen zu stellen, leise Vorwürfe zu machen, zu seufzen, zu murren oder zu klagen. Im Gespräch miteinander ist es dann schnell passiert, dass man sich entsprechend äußert. Paulus konnte jedoch sagen: „Ich sage das nicht, weil ich Mangel leide.“ (Phil. 4,11). Forderungen oder Vorwürfe an andere waren bei ihm völlig verschwunden. Paulus konnte trotz seiner schweren äußeren Umstände aufrichtig sagen: „Mir mangelt nichts!“ Er war zum Wasser der Ruhe gekommen; zu wirklicher Ruhe. Er hatte Frieden in seinen Umständen, weil er alles vermochte durch den, der ihn mächtig machte (Phil. 4,13).
Durch den Glauben an Gottes Wort, durch Gottes Geist und Gebet werden wir stark. Die Lebensumstände sind uns gegeben, damit wir darin etwas lernen können. Lernen von Jesus. Dann kann in uns ein Werk der Heiligung geschehen. Dann können wir andere auf dem Herzen tragen und ungeachtet der Umstände zum Segen für sie sein. Alle Forderungen, Vorwürfe, alles Seufzen und Klagen kann in den Tod Christi gegeben werden. Außerdem können wir alle unsere Sorgen auf ihn werfen, auf unseren Hirten. Das hat so wunderbare Auswirkungen auf unser Leben, dass wir durch ihn, der uns Kraft gibt, alles tun können (Phil. 4,13). Dann können wir wirklich sagen: „Mir mangelt nichts!“
Mögen wir dem Vorbild folgen, das Paulus uns in allen Lebenslagen gewesen ist.