Gehen Segensströme von mir aus?
„Deine Brüder nicht richt‘! Wie die Sonne ihr Licht, so lass Segnungen strömen von dir!“ (Christliches Liederbuch „Wege des Herrn“ Nr. 304)
Aus dieser Liedstrophe spricht ein sehr starker Geist des Glaubens! Wir alle haben es ja mit ganz unterschiedlichen Menschen zu tun. Da ist es naheliegend, solche, die mir nicht so liegen, mit kalten Händen anzufassen oder abweisend zu behandeln. Ein solches Verhalten kommt jedoch nicht von Gottes Geist, sondern aus dem Fleisch. Wie gut, wenn mein Sinn stattdessen mit dem Geist und den Worten in dieser Liedstrophe eins werden kann: „Deine Brüder nicht richt‘! ... lass Segnungen strömen von dir!“ Dann wandelt sich meine Herzenseinstellung augenblicklich, sodass ich auf die betreffende Person zugehen kann, lösungsorientiert und warmherzig bin, unabhängig davon, wie meine ursprünglichen Empfindungen waren. „Liebesfeuer vom Herrn will in uns nun verzehr‘n, was vom Alten auch an uns mag kleben.“ („Wege des Herrn“ Nr. 251). Alle Mängel und Unzulänglichkeiten können durch diesen Strom des Segens behoben werden, der direkt in meinem Herzen entspringt.
Jetzt kann ich mich selbst fragen: Wie soll dies bei mir Realität werden, wo ich doch diese sündige Natur habe, in der nichts Gutes wohnt? Natürlich werde ich versucht, und genau dann brauche ich die Kraft des Kreuzes. Ich muss mich der Sünde für gestorben halten und ganz und gar damit aufhören, andere Personen zu verurteilen. Mein Wahlspruch soll also sein: „Deine Brüder nicht richt‘!“ So dichtete Elias Aslaksen in seinem Lied. Er erzählte auch, er habe sich ganz und gar davon ferngehalten, die Geschwister zu richten, ganz gleich, wie seltsam Einzelne auch auf ihn wirkten. Das sei der Grund, warum er eine so gute Entwicklung in seinem Leben genommen habe. Solche Ströme von Güte haben wir wohl alle von unseren Ältesten und vielen anderen erlebt.
Wer reinen Herzens ist, wird Gott schauen (Mt. 5,8). Ist mein Herz rein, bekomme ich Offenbarung in Form von Gedanken und Worten. Die Salbung lehrt mich, was ich sagen oder tun soll. Und eben aus dieser Salbung kommen die Ströme des Segens. „Wer an mich glaubt, von dessen Leib werden, wie die Schrift sagt, Ströme lebendigen Wassers fließen.“ (Joh. 7,38). Die Quelle ist die Liebe, diese gewaltige, unwiderstehliche Kraft! Selbst viele Wasser vermögen nicht, die Liebe auszulöschen.
Wir wollen diesen Geistesstrom, in dem Elias Aslaksen sich befand, ganz ausschöpfen: Immer auf der Geberseite sein, immer als Erster segnen und salben! Paulus schrieb an die Korinther, dass sie ohne diese Liebe nichts wären, auch wenn sie alle Geheimnisse wüssten, prophetisch reden und durch Glauben Berge versetzen könnten! Lasst uns lieber die Macht und Kraft der Liebe dazu nutzen, dass in uns und auch in unserem Umfeld neues, verwandeltes Leben entsteht! „... und alles soll gesund werden und leben, wohin dieser Strom kommt.“ (Hes. 47,9)