Ich
Paulus war sich bewusst, wer er nach dem Fleisch war, er war hier sehr ehrlich: „Denn ich weiß, dass in mir, das heißt in meinem Fleisch, nichts Gutes wohnt.“ (Röm. 7,18). „Christus Jesus ist in die Welt gekommen, die Sünder selig zu machen, unter denen ich der erste bin.“ (1. Tim. 1,15) Als Jesus sich ihm offenbarte und Paulus eine Antwort erhielt auf die Frage „Wer bist du, Herr?“, war er dem himmlischen Licht und dem Ruf, den er dort hörte, gehorsam (Apg. 26,15). Anhand seines persönlichen Zeugnisses in Galater 2,20 sehen wir, wie bewusst er sich seiner Berufung war und wie er entsprechend lebte: „Ich bin mit Christus gekreuzigt. Ich lebe, doch nun nicht ich, sondern Christus lebt in mir. Denn was ich jetzt lebe im Fleisch, das lebe ich im Glauben an den Sohn Gottes, der mich geliebt hat und sich selbst für mich dahingegeben.“
Das „Ich“ nach dem Fleisch ist weit entfernt von der dienenden Gesinnung Jesu Christi. Wenn wir nicht ebenso entschieden sind wie Paulus – „ich lebe nicht mehr selbst“ –, bleibt bei unseren Mitmenschen zuhause, am Arbeitsplatz oder in der Gemeinde der Beigeschmack unseres menschlichen „Ich“ zurück (Gal. 2,20). Paulus hatte selbst erfahren, dass das Wort vom Kreuz Gottes Kraft und Weisheit war. Dadurch kam er in direkten Kontakt mit Gott, der durch sein Wort Himmel und Erde erschaffen und für alles, was wir sehen, Gesetze aufgestellt hat, damit es funktioniert.
Das Leben, das Paulus nun im Glauben an diese Macht führte, gab ihm große Freimütigkeit in seiner Arbeit. „Ich weiß aber: Wenn ich zu euch komme, werde ich mit dem vollen Segen Christi kommen.“ (Röm. 15,29). Im Glauben an die Kraft des Kreuzes stoppte Paulus das Aufleben des alten Menschen, und dadurch blieb der Weg frei für Gottes Kraft und Gottes Weisheit, die sich durch seinen Dienst offenbarten. Durch diese Kraft und Weisheit hielt sich Paulus dem Fleisch nach gekreuzigt. An dessen Stelle wurde das Leben, das er durch das himmlische Licht gesehen hatte, in seinem sterblichen Fleisch offenbar – im Hier und Heute!
Wir singen im Liederbuch „Wege des Herrn“ im Chor von Lied Nr. 418: „Hör, der Ruf erschallet: ‚Christus gesiegt hat, Du kannst siegen nun wie er!’ Glaubst du dies, mein Bruder? Sieh des Geistes Güter!“ Diese Berufung und die Möglichkeiten, die uns durch die verfügbare Kraft gegeben sind, müssen im Glauben ergriffen werden. Paulus Umgang mit seinen Herausforderungen wird in 2. Korinther 4,8–11 deutlich beschrieben. Er trug das Sterben Jesu allzeit an seinem Leibe. Er tat dies, damit das Leben Jesu in seinem sterblichen Fleisch offenbart werden sollte. Was für ein Resultat, welch enorme Belohnung für ein gekreuzigtes Leben! Die Herrlichkeit Gottes strahlte aus dem Antlitz Jesu Christi hervor (2. Kor. 4,6). Wenn dieses „Christus lebt in mir“ wahr ist, werden Tugenden wie Liebe, Güte und Geduld in unserem Dienst sichtbar. Außerdem erhalten wir auch die Kraft, über die Sünde zu herrschen, über Mutlosigkeit und alles andere, worunter wir leiden (Gal. 2,20). Auf diese Weise wird der innere Mensch, das neue ‚Ich‘, durch den Gottes Geist stark gemacht! Paulus macht das in seinem Brief an die Epheser in Kapitel 3,14–21 deutlich. Dies ist eine bewusste Entscheidung, die wir jeden Tag im Glauben an den treffen müssen, „der mich geliebt hat und sich selbst für mich dahingegeben“ hat (Gal. 2,20). Alle, die das tun, sind wahrhaftig wiedergeboren „zu einer lebendigen Hoffnung durch die Auferstehung Jesu Christi von den Toten“ (1. Petr. 1,3),
Lasst uns im Gehorsam des Glaubens an den, der uns so sehr geliebt hat, dieses herrliche Leben praktizieren. Ein Leben, in dem wir mit ihm gekreuzigt sind. Dann wird Jesu Leben in Wahrheit aus uns hervorstrahlen.