Verborgene Schätze

Petrus – in der ersten Liebe zu Jesus bewahrt

Oktober 2025

Petrus – in der ersten Liebe zu Jesus bewahrt

Petrus ist einer der zwölf Jünger Jesu, die wir wohl am besten kennen. Wir lesen, dass er als junger Mann sofort seine Netze zurückließ, um Jesus zu folgen. Als Jünger konnte er ein bisschen impulsiv wirken. Er war oft der Erste, der etwas sagte. Als die Jünger Jesus auf dem See gehen sahen, war es Petrus, der ihm auf dem Wasser entgegenkam. Aber als er die Wellen sah, fing er an zu sinken und schrie zu Jesus um Hilfe. Es war Petrus, der die Offenbarung hatte, dass Jesus der Messias, der Sohn des lebendigen Gottes, ist. Aber als Jesus kurz danach sagte, dass er in Jerusalem leiden würde, war es derselbe Petrus, der Jesus zurechtwies und meinte, dass das auf keinen Fall passieren dürfe. Er wollte auf keinen Fall, dass Jesus ihm die Füße waschen sollte. Doch als Jesus ihm das erklärte, wollte er nicht nur seine Füße von Jesus waschen lassen, sondern auch seine Hände und seinen Kopf. Als Jesus beim Passahmahl voraussagte, dass Petrus ihn dreimal verleugnen würde, meinte Petrus, dass er lieber mit Jesus sterben würde, als ihn zu verleugnen. Und das war ja wirklich seine Gesinnung. Er hatte aus Liebe zu seinem Meister in Gethsemane sein Schwert gezogen und Malchus ein Ohr abgeschlagen. Aber kurz danach verleugnete er Jesus dreimal.

Nach der Auferstehung hatte Jesus ihn dreimal gefragt, ob er ihn liebte, und da wurde er traurig. „Herr, du weißt alles“, sagte er zu Jesus, „du weißt, dass ich dich lieb habe“. (Joh. 21,17) Und es stimmte, dass er trotz seiner Schwäche seine erste Liebe zu Jesus nie verloren hatte. Dann lesen wir in der Apostelgeschichte, dass Petrus den Heiligen Geist bekam. Jetzt sehen wir einen ganz anderen Petrus, der in der Kraft des Geistes und mit großer Kühnheit in Jerusalem redete, und es geschahen viele Zeichen und Wunder durch ihn und die anderen Apostel. Er war ganz am Anfang in der Gemeinde dabei. Wir wissen nicht viel darüber, wie es Petrus in den vielen Jahrzehnten seines späteren Lebens ergangen ist. Aber durch seine Briefe erhalten wir einen sehr klaren Eindruck von den großen Veränderungen, die in seinem Leben passierten. Er schreibt dann wenig über all das, was er als junger Jünger erlebt hatte. Auch nicht über die unglaublichen Wunder, die kurz nach Pfingsten geschehen waren. Es ist stattdessen ergreifend, in seinen Briefen zu lesen, zu welchem Leben und Verständnis er fand.

Am Anfang des zweiten Briefes sagt er, dass wir alles haben, was wir zum Leben und zur Frömmigkeit brauchen, und dass wir die größten und wertvollsten Verheißungen bekommen haben, damit wir an der göttlichen Natur teilhaben können (2. Petr. 1,3–4). Er schreibt über ein heiliges Leben auf allen unseren Wegen, ein Leben, in dem man dem Verderben, das durch die Begierde kommt, entflieht, ein Leben, in dem die Tugenden Christi im Überfluss wachsen. Das war für ihn das Wichtigste und Wesentlichste geworden. Und derselbe Petrus, der einst kein Verständnis für das Göttliche hatte, bekam wirkliche Offenbarung über das verborgene Werk, das in Jesus geschah, während er auf dieser Erde lebte. Er unterweist uns gründlich darüber, dass eben durch die Leiden und Prüfungen auch in uns eine Verwandlung geschehen kann. „Er ist getötet nach dem Fleisch, aber lebendig gemacht nach dem Geist“, schreibt er über Jesus in 1. Petrus 3,18. Und er fährt in dieser Offenbarung fort: „Weil nun Christus im Fleisch gelitten hat, so wappnet euch auch mit demselben Sinn; denn wer im Fleisch gelitten hat, der hat Ruhe vor der Sünde.“ (1. Pet. 4,1)

Er bekam Offenbarung über das Heil in Christus, indem er in die Fußstapfen Jesu trat, an den Leiden Christi Anteil bekam und im Fleisch litt. Es ist kein Wunder, dass gerade Petrus erklärt, dass wir in dieser Behandlung wachsam sein müssen gegenüber dem, was aus der Seele aufsteigt. Petrus verstand, dass unsere Seele gereinigt werden muss. Und vor allem, wenn wir in Leiden kommen, sollten wir uns nicht wundern und auch nicht denken, dass wir dann alles und jeden gerecht beurteilen können.

Petrus bewahrte sein ganzes Leben lang seine erste brennende Liebe zu Jesus. Sein Leben ist wirklich eine klare und sehr hoffnungsvolle Botschaft an uns. Er konnte aus seinem eigenen Leben schreiben: „Der Gott aller Gnade aber, der euch berufen hat zu seiner ewigen Herrlichkeit in Christus, der wird euch, die ihr eine kleine Zeit leidet, aufrichten, stärken, kräftigen, gründen.“ (1. Pet. 5,10)