Fürsorge
„Meine Kinder und das Werk meiner Hände lasset mir anbefohlen sein!” (Jes. 45,11 MEB). In Gottes Liebe liegt eine alle einschließende Fürsorge! Und wenn wir Anteil an dieser Liebe Gottes erhalten haben, dann lebt diese Fürsorge füreinander auch in unseren Herzen!
Das genaue Gegenteil von der Fürsorge der Gerechten ist ein gottloses, hartes Herz (Spr. 12,10). Deshalb bewahrt uns die Fürsorge füreinander vor jeder Art von Zwietracht (1. Kor. 12,25).
Jesus hat große Fürsorge für seine Schafe, und wir kennen das Gleichnis, in dem der gute Hirte dafür sorgt, dass alle neunundneunzig Schafe sicher im Gehege sind, bevor er selbst hinausgeht, um das letzte, verlorene Schaf zu suchen.
Möge Gott uns Gnade geben, dass wir als Hirten und Mentoren Jesu Fürsorge für die Menschen haben, mit denen wir zusammen sind! Das verborgene Leben mit Christus in Gott führt zu wahrer Fürsorge. Deshalb konnte Paulus Timotheus zu den Philippern schicken. In einem persönlichen Brief hatte er Timotheus ermahnt, den Gläubigen ein Vorbild zu sein, unter anderem in der Liebe (1. Tim. 4,12). Sein Leben als Vorbild in der Liebe Christi machte Timotheus zu einem guten Diener Jesu Christi (Vers6).
Es liegt uns nahe, andere aus unserer Erkenntnis über richtig und falsch heraus zu beurteilen. So geraten wir in einen zerstörerischen, verderblichen Dienst. Doch nähren wir uns mit den guten Worten des Glaubens und folgen ihnen auch selbst, werden wir Teil von Gottes fürsorglichem Handeln an seinen Kindern. Dann können wir durch unser Leben, wie Paulus uns ermahnt, Botschafter an Christi statt sein und andere dazu ermutigen, sich mit Gott versöhnen zu lassen (2. Kor. 5,20)!
Viele, vor allem Jugendliche, die noch nicht wiedergeboren und gefestigt sind, brauchen Vorbilder, die sich fürsorglich um sie kümmern, sie lieben und für sie einstehen! Vielleicht haben sie etwas Unpassendes gesagt oder getan. Vielleicht erwarten sie Strafe und Schelte. Aber dann treffen sie bei dir und mir auf einen Mittler, vielleicht einer unter tausend, der das Gesagte und Getane ignorieren und stattdessen einen besseren Weg aufzeigen kann. Dann wird Gott Erbarmen zeigen, damit sie zu ihm beten können, der ihnen gnädig ist. Er wird sie sein Angesicht sehen lassen mit Jubel und ihnen ihre Gerechtigkeit zurückgeben (Hiob 33,23–26).
Welch ein Dienst – als Mentor, Mutter, Vater, Bruder oder Schwester ein Vorbild in der Liebe zu sein! Egal, ob man einen sichtbaren Dienst hat oder nicht, wir können für die eintreten, die der Fürsorge bedürfen, und dasselbe sagen, was Paulus an Philemon schreibt: „Nimm ihn auf, wie mich selbst […] Wenn er aber dir geschadet hat oder etwas schuldig ist, das rechne mir an!“
Dieses Leben ist in Christi Sinn verankert, wie Paulus in 1. Korinther 9,19–23 schreibt: „… mich selbst jedermann zum Knecht gemacht, auf dass ich möglichst viele gewinne […] Ich bin allen alles geworden, damit ich auf alle Weise etliche rette. Alles aber tue ich um des Evangeliums willen, auf dass ich an ihm teilhabe.“
Durch Gottes Fürsorge in der Liebe Christi zu den Menschen habe ich reichlich Gelegenheit, selbst am Evangelium teilzuhaben. Es kommt zu einer Kettenreaktion, wie Petrus es in seinem zweiten Brief, Kapitel 1, Vers 7 beschreibt: „... und in der Frömmigkeit Brüderlichkeit und in der Brüderlichkeit die Liebe.“
Die Frömmigkeit, die Gottesfurcht ist wirklich für alles nützlich (1. Tim. 4,8)! „Lernt Gutes tun! Trachtet nach Recht, helft den Unterdrückten, schafft den Waisen Recht, führt der Witwen Sache!“ (Jes. 1,17)
Jesu persönliche Fürsorge für jeden Menschen stand auch hinter der Frage, die er Petrus dreimal stellte: „Liebst du mich mehr als diese, dann weide meine Lämmer und hüte meine Schafe!“ (Joh. 21,15–17). Diese Fürsorge ist in einem Leben in der ersten Liebe zu Christus verwurzelt. (Offb. 2,4).
Diese Fürsorge gibt zur rechten Zeit nahrhafte geistliche Speise zur Erbauung, zur Ermahnung und zum Trost (Lk. 12,42 und 1. Kor. 14,3)!