Gottes Wort muss verdaut werden
Johannes wurde befohlen, er solle das Buch essen. „Und ich nahm das Büchlein aus der Hand des Engels und verschlang es. Und es war süß in meinem Mund wie Honig, und als ich’s gegessen hatte, war es mir bitter im Magen.“ (Offb. 10,10). Das Wort Gottes als reine Erkenntnis schmeckt wie süßer Honig, aber es wird nicht zur Nahrung dienen und zum Wachstum führen, wenn es nicht verdaut wird. „Aber das gehörte Wort nützte jenen nicht, weil es bei denen, die es hörten, sich nicht mit dem Glauben verband.“ (Hebr. 4,2, ELB). Wenn nicht eine persönliche Glaubensverbindung mit dem Wort entsteht, das ich höre, bleibt es nur beim süßen Geschmack im Mund. Ich kann durch Gottes Wort gestärkt und begeistert werden, ohne dass es in mir ein Werk vollbringt.
Genauso wie der Körper die natürliche Nahrung verdauen muss, um zu leben und zu wachsen, ist es nötig, dass das Wort in den Bauch gelangt, damit mein Geist lebendig gemacht wird und wächst. Jakobus warnt in Kap. 1,22 davor, sich selbst zu betrügen: „Seid aber Täter des Worts und nicht Hörer allein; sonst betrügt ihr euch selbst.“ Wenn ich mich mit dem süßen Geschmack der Erkenntnis im Mund zufrieden gebe und nicht in den Gehorsam des Glaubens eintrete, lebe ich im Selbstbetrug und kann nicht zu geistlicher Entwicklung kommen.
Das Wort muss daher verdaut und praktiziert werden, damit es in mir zu Leben und Wahrheit wird. Dann werde ich spüren, wie es in meinem Inneren brennt. „So hat er, obwohl er der Sohn war, doch an dem, was er litt, Gehorsam gelernt. Und da er vollendet war, ist er für alle, die ihm gehorsam sind, der Urheber der ewigen Seligkeit geworden.“ (Hebr. 5,8-9). Jesus war mit Furcht und Zittern darauf bedacht, den Willen des Vaters in allem zu erfüllen. Den Willen seines Vaters zu tun, war sein tägliches Brot. Hier soll ich ihm im gleichen Gehorsam nachfolgen. Jeden Tag soll ich das gleiche Brot essen wie Jesus, und das geht nicht, ohne täglich mein Kreuz aufzunehmen und ihm auf dem Weg zu folgen, den er durch sein Fleisch für uns gebahnt hat (Hebr. 10,19-20). Dann muss ich dazu bereit sein, alles, was aus meinem Fleisch emporsteigt, sterben zu lassen. Mein fleischlicher Eigenwille muss sein Urteil und seinen Tod finden, damit ich den Willen Gottes in all meinen Lebenssituationen ausführen kann.
„Ihn möchte ich erkennen und die Kraft seiner Auferstehung und die Gemeinschaft seiner Leiden und so seinem Tode gleich gestaltet werden.“ (Phil. 3,10). Auf diese Weise werde ich Jesus gleich gestaltet, weil das Sterben Christi in meinem verborgenen Leben wirksam ist. Als Folge wird dann auch das Leben Christi aus mir hervorleuchten und dieser herrliche Duft der Erkenntnis kann durch mein Leben offenbart werden (2. Kor. 4,6).