Das Leben verkündigen
In Apostelgeschichte 1,1 ist die Rede von „all dem, was Jesus von Anfang an tat und lehrte“. Der Apostel Johannes, der Jesus in den Jahren seines Wirkens nahe war, schreibt in seinem ersten Brief: „... was wir gehört haben, was wir gesehen haben mit unsern Augen, was wir betrachtet haben und unsre Hände betastet haben, vom Wort des Lebens – und das Leben ist erschienen, und wir haben gesehen und bezeugen und verkündigen euch das Leben, das ewig ist, das beim Vater war und uns erschienen ist –, was wir gesehen und gehört haben, das verkündigen wir auch euch, damit auch ihr mit uns Gemeinschaft habt; und unsere Gemeinschaft ist mit dem Vater und mit seinem Sohn Jesus Christus. Und dies schreiben wir, auf dass unsere Freude vollkommen sei.“ (1. Joh. 1,1-4).
Gepriesen sei Gott für die Gnade, die über uns gekommen ist. Auch wir haben das Wort des Lebens gehört und gesehen und mit unseren Händen betastet bei gottesfürchtigen Brüdern und Schwestern. An diesen leuchtenden Beispielen können wir das Wort des Lebens deutlich hören, sehen und begreifen. Das Wort des Lebens – das sind ja hörbare, sichtbare und betastbare Tugenden Christi. Die Tugenden Christi werden nie vergehen, sondern wir werden sie in die Ewigkeit mitnehmen.
Petrus schreibt, dass wir ein heiliges Volk sind, das dazu berufen ist, die Tugenden Christi zu verkündigen (1. Pet. 2,9). Indem wir in den verschiedenen Lebenssituationen die Tugenden Christi erweisen, sind wir ihre wahren Verkündiger. Das bloße Reden über Tugenden ist nur trockene Moralpredigt.
Johannes schreibt: „Wir verkündigen euch das Leben, das ewig ist, das beim Vater war und uns erschienen ist.“ (1. Joh. 1,2). Das Leben, das die Jünger an Jesus gesehen hatten, konnten sie nun durch ihr eigenes Leben verkündigen. Das Ergebnis solcher Verkündigung wurde eine herrliche Gemeinschaft im Licht. Johannes schrieb dies an seine Freunde, damit ihre Freude vollkommen sein sollte. Tugenden bauen die Gemeinschaft, während die Sünde sie zerstört.
Wenn wir in Jesu Fußspuren gehen und uns für Menschen halten, die der Sünde gestorben sind und für Gott leben in Christus Jesus (Röm. 6,11), dann wird dieses Leben auch bei uns offenbar. Wenn wir das tun, was Jesus gepredigt hat, nämlich jeden Tag unser Kreuz auf uns nehmen und uns selbst verleugnen, dann wird Jesu Leben durch uns geoffenbart. Das ergibt eine starke Botschaft an diejenigen, die uns hören und sehen. Mögen wir treu erfunden werden, damit auch unser Leben zu einer echten Verkündigung der Tugenden Christi wird, zum Nutzen derer, die unser Leben hören, sehen und „betasten“, nicht zuletzt unsere Kinder, Enkelkinder und alle weiteren Generationen.
Paulus schreibt, dass der Glaube aus der Predigt kommt (Röm. 10,17). Wie glaubensstärkend ist es doch, eine solche Predigt zu hören, zu sehen und zu erleben!