Verborgene Schätze

Ergriffen von meiner Berufung

Januar 2025

Ergriffen von meiner Berufung

Es ist ein großer Unterschied, ob ich in der Gemeinde bin, weil dies für mich ein schönes Leben und gute Freunde im In- und Ausland bedeutet, oder ob ich wirklich ein Glied in Gottes lebendiger Gemeinde bin, ergriffen von der himmlischen Berufung. Paulus ermahnt Timotheus: „Kämpfe den guten Kampf des Glaubens; ergreife das ewige Leben, wozu du berufen bist.“ (1. Tim. 6,12). Der natürliche Mensch kann unmöglich erfassen, wozu Gott uns berufen hat! Was Gott denen bereitet hat, die ihn lieben, ist in keines Menschen Herz gekommen (1. Kor. 2,9)! Aber durch den Glauben an das Evangelium erschließen sich für uns die Tiefen der Herrlichkeit unserer Berufung und Auserwählung. Wir machen unsere Berufung fest, indem wir dem Verderben entfliehen, das durch die Begierde in der Welt ist. Anstatt den Begierden nachzugeben, streben wir danach, dass die Tugenden aus unserem Leben hervorleuchten, wie es in 2. Petrus 1,4-8 steht. Wir sind unserer Berufung und Auserwählung treu, wenn wir in den zuvor bereiteten Werken wandeln. Auf diese Weise machen wir unsere Berufung fest (Eph. 2,10). Dann tritt das göttliche Leben zutage, und unsere Werke werden bis in alle Ewigkeit von Bedeutung sein.

Weil Christus im Fleisch gelitten hat, schreibt Paulus, sollen auch wir uns mit dem gleichen Gedanken wappnen, dass wir durch Leiden im Fleisch mit der Sünde fertig werden (1. Petr. 4,1). Wenn wir dem Eigenwillen und den Lüsten nicht nachgeben, führt dies zu Leiden im Fleisch. Und wenn wir im Verborgenen, dort, wo niemand hinsieht, treu sind und unseren Eigenwillen unter den Willen Gottes beugen, kommen wir zur Ruhe und zum Frieden im Heiligen Geist. Dann können wir Gott in der Freiheit dienen, die das Evangelium gibt, und das Leben führen und den Weg gehen, den Jesus uns gewiesen hat.

Wir sind dazu berufen, gemeinsam mit Jesus Christus, unserem Vorläufer, zu erben! Er, der sein Werk auf der Erde getan hat, war Gott absolut treu. Niemals versagte er; deshalb wurde er für uns der Urheber des ewigen Heils. Um dieses Erbes würdig zu werden, müssen wir ergriffen und lebendig für unsere Berufung sein. Dann ist es ganz natürlich, dass unsere Gedanken in jedem freien Augenblick dorthin wandern. Und sobald sich die Gelegenheit bietet, sprechen wir gern darüber. Wir haben ein lebendiges Interesse daran, über unser Leben nachzusinnen, um mehr von dem zu finden, was zu reinigen ist. Wir finden den Weg nach unten und demütigen uns selbst, so dass wir nicht uns selbst darstellen, sondern Christus durch unser Leben verherrlicht wird. In dieser Entwicklung bekommen wir Gemeinschaft mit den besten Menschen der Welt und Geistesgemeinschaft mit Jesus Christus selbst. Wir werden reich in Gott! Was wollen wir mehr?

Paulus ermahnt Timotheus, sich die heilsamen Worte zu Herzen zu nehmen, die er von Paulus gelernt hatte. Mögen auch wir uns heute diese Worte zum Vorbild nehmen und ein Leben führen, das unserer Berufung und Auserwählung würdig ist. Lasst uns unseren himmlischen Bräutigam so lieben, dass wir, wenn wir ihm begegnen, nicht vor Scham erröten, sondern ihm mit unserer Kleidung aus glänzender und reiner Seide entgegentreten können, welches die gerechten Werke der Heiligen sind (Offb. 19,8).