Bewahre das Gebot unbefleckt und untadelig!
„Ich gebiete dir vor Gott, der alle Dinge lebendig macht, und vor Christus Jesus, der unter Pontius Pilatus bezeugt hat das gute Bekenntnis, und das Gebot unbefleckt und untadelig bewahren bis zur Erscheinung unseres Herrn Jesus Christus.“ (1. Tim. 6,13-14)
Paulus hatte zahlreiche Ermahnungen an Timotheus, doch hier ging er noch einen Schritt weiter. Jetzt gebietet er Timoteus etwas vor dem Angesicht Gottes. Es muss Paulus also sehr wichtig gewesen sein, dass Timotheus diese Anweisung genau befolgte. Das Gebot war offenkundig bereits von einigen befleckt und verdreht worden, und Paulus erkannte, in welche Richtung die Entwicklung gehen würde. Gottes Schöpferkraft lag in den Worten Jesu, aber wenn diese Kraft den Menschen weiterhin zugänglich bleiben sollte, waren Personen nötig, die das Gebot rein hielten.
Nur wenige Jahre nach dem Tod des Paulus war das Christentum mehr oder weniger zu einer Institution herabgesunken, zu einem Spielball der Politik, zu einem Mittel, um zu Macht und Ansehen zu gelangen. Die Kraft des Wortes Gottes war verloren gegangen, denn das Gebot leuchtete nicht mehr klar und deutlich. Glücklicherweise gab es jedoch zu allen Zeiten Menschen, die sich der Mehrheitsmeinung widersetzten und dafür kämpften, das Gebot unbefleckt und untadelig zu bewahren.
Als Johan Oskar Smith gemeinsam mit seinem Bruder Aksel 1912 mit der Herausgabe des Blattes „Skjulte Skatter“ (deutschsprachige Ausgabe: „Verborgene Schätze“) begann, veröffentlichte er viele Texte von Personen, deren Überzeugungen er teilte. Bis 1942 nahm er fast 500 Artikel von christlichen Verfassern auf, die keinerlei Verbindung zu seinem eigenen Umfeld hatten. Sie repräsentierten viele geschichtliche Epochen, angefangen bei den frühen Kirchenvätern bis hin zu Smiths Zeitgenossen, und sie hatten ganz unterschiedliche konfessionelle Hintergründe. Für J. O. Smith spielte es keine Rolle, woher diese Personen stammten, solange sie nur das Gebot unbefleckt und untadelig bewahrten und sich dafür einsetzten, das unverfälschte Evangelium der Nachfolge und Heiligung weiterzugeben.
„Skjulte Skatters Forlag“ will die Richtung weiter verfolgen, die Johan O. Smith seinerzeit vorgab. Smiths lag ein Monatsblatt über Heiligung am Herzen, das den Menschen durch Gottes klares Wort den Weg zu einem Jüngerleben weisen konnte. Das setzte voraus, dass man ihnen das Gebot unbefleckt und untadelig bekanntmachte. Zu unserer Zeit werden wir diese Linie fortführen, vor allem indem wir Johan O. Smiths tiefgründige Verankerung in der Lehre der Apostel, wie sie in seinen Artikeln und Briefen zum Ausdruck kommt, zum Maßstab nehmen. Jetzt, da wir das Blatt allen Interessierten frei zugänglich machen, werden wir auch insofern in J. O. Smiths Fußstapfen treten, dass wir Beiträge von christlichen Verfassern veröffentlichen, die zwar nicht dem Umfeld der BCC entstammen, aber vom gleichen Geist getrieben wurden.
In dieser Ausgabe drucken wir auszugsweise ein Buchkapitel eines solchen christlichen Autors ab, nämlich des deutschen Theologen, Pfarrers und Widerstandskämpfers Dietrich Bonhoeffer. Bonhoeffer verkündigte den im Fleisch geoffenbarten Christus, der nicht Adam vor dem Sündenfall glich, sondern in der Gestalt des sündigen Fleisches auf die Erde kam und ganz menschlich versucht wurde, doch ohne jemals selbst zu sündigen. Bonhoeffer betonte die Konsequenzen dessen für denjenigen, der als Christ leben will: Es bedeutet ein Leben in der Nachfolge Christi, in dem man täglich sein Kreuz aufnimmt und ihm nachfolgt.