Frieden wird durch Krieg gewonnen
„Judas, ein Knecht Jesu Christi und Bruder des Jakobus, an die Berufenen, die geliebt sind in Gott, dem Vater, und bewahrt für Jesus Christus.” Judas V. 1. Wenn man an all das denkt, was einem Menschen im Lauf eines langen Lebens begegnen kann, dann ist es etwas Besonderes, wenn wir das ganze Leben hindurch für Christus bewahrt bleiben können. Deshalb sind ältere gottesfürchtige Geschwister ein sehr großes Zeugnis unter uns. Wenn man Gottes Wort verkündigt, aber im Dienst, den man für Gott tut, das Eigenleben nicht stirbt, dann verkündigt man das Wort sich selbst zum Gericht. Viele sind mitten in ihrem Christentum gottlos geworden - sie missbrauchen die Gnade unseres Gottes für ihre Ausschweifung. Um die Gemeinde zu bauen, ist ein Schwert notwendig, ein Schwert, das das Edle vom Unedlen und das Heilige vom Unheiligen scheiden kann. Krieg und Schwert sind nicht modern. Will man in dieser Welt ein großer Mann werden, dann muss man daran mitwirken, Frieden zu schaffen. Man redet von Allianz und Toleranz. So war Jesu Rede nicht. „Ihr sollt nicht meinen, dass ich gekommen bin, Frieden zu bringen auf die Erde. Ich bin nicht gekommen, Frieden zu bringen, sondern das Schwert.” Matth. 10, 34. Dieses Schwert ist notwendig. Ohne dieses Schwert geht die Gemeinde unter. Das Unedle muss ausgesondert werden. Alles Unreine muss weg.
„Lasst euch den Siegespreis von niemandem nehmen, der sich gefällt in falscher Demut und Verehrung der Engel und sich dessen rühmt, was er geschaut hat, und ist ohne Grund aufgeblasen in seinem fleischlichen Sinn und hält sich nicht an das Haupt, von dem her der ganze Leib durch Gelenke und Bänder gestützt und zusammengehalten wird und wächst durch Gottes Wirken.” Kol. 2, 18-19.
Manche verbreiten einen Schein von Heiligkeit und Reinheit um sich. Wenn du jedoch an den christlichen Kulturschichten kratzt, dann dauert es nicht lange, bis du auf rohes Fleisch stößt, und dann wirst du sehen, dass es nur getünchte Gräber sind. Sie sind falsch und hüllen sich in ein religiöses Wesen, das echt wirkt, aber sie haben nichts zu geben, was die Gottesfurcht stärkt. Sie sind eine Belastung und betören die Herzen der Menschen. Diese falschen Apostel brauchen einen Schafspelz – sie müssen ihre wahre Natur verbergen. Deshalb muss jeder lernen, zwischen dem, was echt und dem, was falsch ist, zu unterscheiden.
„Die zwar einen Schein der Weisheit haben durch selbsterwählte Frömmigkeit und Demut und dadurch, dass sie den Leib nicht schonen; sie sind aber nichts wert und befriedigen nur das Fleisch.” Kol. 2, 23. Durch selbsterwählte Frömmigkeit wählen sie ihre Werke so aus, dass ihre Handlungen und ihr Wandel ihnen Vorteile bringen. Viele solcher falschen Apostel verhalten sich so, dass die, die neu in der Gemeinde sind, sich zu ihnen hingezogen fühlen. Sie sind ja so gut und fürsorglich! Weshalb sind sie groß? Ja eben, weil sie einen Schein der Weisheit haben. Sie halten sich für groß und werden von törichten Menschen hoch geachtet. Das alles kommt aus dem Fleisch, deshalb müssen Gericht und Schwert darüber gehen, sonst geht es schief. Das Schwert muss durchdringen, bis es die verborgenen Gedanken und Sinne des Herzens richtet. Ohne diesen brennenden Eifer wird der Aussatz ausbrechen. Man irrt sich in seinen Urteilen und kann keine wahren und guten Ratschläge geben, man ist falsch und wird zum Verführer anstatt zum Wegleiter.
Selbst unter uns gibt es Personen, die genauso gut in der Staatskirche oder in einer Pfingstgemeinde reden könnten. Solchen fehlt ein Schwert in ihrer Verkündigung. Sie sind keine Diener Gottes und haben nicht im Rat Gottes gestanden. Es ist merkwürdig, dass auch viele der Geschwister so wenig Sinn dafür haben, dies zu beurteilen. Viele nehmen beinahe alles für bare Münze, wenn es nur in die rechte Form gekleidet ist. Solche Menschen haben keine geübten Sinne, zwischen Gutem und Bösem zu unterscheiden. Sie haben in den Verhältnissen des Lebens nicht das Wort der Gerechtigkeit getan und können deshalb auch nicht zwischen richtig und verkehrt, zwischen links und rechts unterscheiden. Das ist ein großer Betrug Satans. Wären sie treu am Tisch des Herrn geblieben und hätten sich in den Verhältnissen des Lebens zerbrechen lassen, dann hätten sie den Unterschied erkannt.
„Aber die Bürger von Gibeon hörten, was Josua mit Jericho und Ai getan hatte. Da erdachten auch sie eine List, gingen hin und versahen sich mit Speise und nahmen alte Säcke auf ihre Esel und alte, zerrissene, geflickte Weinschläuche und alte, geflickte Schuhe an ihre Füße und zogen alte Kleider an, und alles Brot, das sie mit sich nahmen, war hart und zerbröckelt.” Jos. 9, 3-5.
Josua hat das Volk nicht zur Ruhe geführt und dadurch seinen Kampfpreis verloren. Er wurde von den Gibeonitern überlistet und hat den Bund mit dem Herrn gebrochen, der darin bestand, dass er alles töten sollte, was Odem hatte, sogar Säuglinge. In der Gemeinde soll über alles Fleisch, das Odem hat, ein Schwert wirksam sein. Auch das „Schöne”, das einem vielleicht der eigenen menschlichen Neigung nach gefällt, führt einen weg von Gott. All das muss durch das Schwert fallen. Dann gibt es Frieden. Dann sammelt man durch seinen Gottesdienst andere nicht um seine Person, sondern man sammelt sie um Christus, der das Haupt der Gemeinde ist. Johan O. Smith hat in seinem Dienst immer danach getrachtet, die Geschwister mit Christus, dem Haupt in Verbindung zu bringen. Er wird groß sein von Ewigkeit zu Ewigkeit. Wir werden in dem Maß groß sein, wie wir dieselbe Gesinnung haben – nämlich die Gesinnung, die in den Verhältnissen des Lebens in den entscheidenden Augenblicken Gottes Wirkungen erkennt und ohne Murren und Zweifel das durchführt, was er wirkt. Komme nie in dieses Fahrwasser hinein, dass du vor dem Angesicht der Menschen lebst! Sei frei von aller Heuchelei – frei, um nach Gottes Wirkungen zu handeln. Diene dem lebendigen Gott, damit du zu dem hin wächst, der das Haupt ist, und die Gemeinschaft mit ihm zunimmt! Gerate niemals in ein solches Netz hinein, in dem du auf fleischliche Forderungen Rücksicht nimmst und nicht mehr frei bist, Gottes Willen zu tun! Hier können wir von Johan O. Smith lernen. Höre nur, was er am 15. Dezember 1911 an seinen Bruder Aksel schreibt:
„Du berichtest etwas von der Rede des Missionspfarrers J. in der „Vereinigung der Gebildeten” – eine in Wahrheit wirksame Grundlage für die Finsternis, in der man vereinigt sein kann – sie war abscheulich. Aber so wird es, wenn man nicht in Einfalt dem Wort glauben will. Da er widerlegt wurde, sollten anschließend ja Gespräche sein, die wahrscheinlich auch stattfanden. Aber die übertriebene Bewirtung nach dem Fleisch, sagst Du, ließ es nicht zu, dass man seine Gedanken dort hinschickte, wo der „Pfeffer wächst”.
Das verstehe ich so, dass die übermäßige Bewirtung nach dem Fleisch einen vollkommenen Sieg über die Torheit verhinderte. Aber ist das recht? Sollten wir uns nicht in Christi Treue über alles hinwegsetzen, was von der Welt angesehen und geehrt wird, sollten wir nicht sogar unsere eigene Ehre dorthin schicken wo der Pfeffer wächst, um in solch verfinsterten und eingebildeten gebildeten Kreisen einen vernichtenden Sieg gewinnen zu können? Es ist nur Untreue gegenüber Christus, wenn man nicht alles, was nicht vor dem Licht bestehen kann, zerbricht und zermalmt, wenn man Gelegenheit dazu hat. Dann schont man sich selbst. Der Leib muss in der Praxis als Opfer dargebracht werden, so dass wir in der vollen Gewissheit, dass uns niemand schaden kann, in die Reihen der Finsternis einbrechen können. Dazu wird Gott uns Gnade geben, indem er uns all unsere eigene Ehre und unser Ansehen nimmt.
Welches Recht haben wir, das Fleisch zu bemitleiden oder nicht geradeheraus zu reden? Keines. Die Kämpfer in Gottes Reich sind erlöst vom Ansehen der Person. Sie können deshalb auch als freie (freigemachte) Wesen in Gottes Kraft durch den Glauben Satans Bauwerk, das sich in Feindschaft gegen die Erkenntnis Gottes überhebt, kurz und klein schlagen. Dies ist die Kampfarena, in der sich zu allen Zeiten Gottes unüberwindliche Kämpfer getummelt haben. Halber Sieg gibt halbe Zufriedenheit, aber halbe Zufriedenheit ist nichts anderes als Unzufriedenheit. Die Bedingung, um siegen zu können, ist hart für das Fleisch, aber wenn der Leib in der Hitze des Kampfes als ein Opfer für Gott dargebracht ist, dann ist der Sieg gesichert. Nimmt man jedoch Rücksicht auf das Fleisch, dann kann man einpacken – je früher desto besser.”
