Hirte und Prophet

- Die Bevollmächtigten des Herrn

Hirte und Prophet

Die Bevollmächtigten des Herrn

„Nach dem Evangelium von der Herrlichkeit des seligen Gottes, das mir anvertraut ist.” 1. Tim. 1, 11. Denk nur, ein vertrauter Mitarbeiter Christi zu sein! Solche durch und durch treuen Menschen sind immer selig. Sie haben Freude und Frieden in ihrem Glauben, weil sie das Herz des Vaters kennen gelernt haben. Jesus konnte Paulus für treu erachten und in sein Amt einset­zen, und so wurde er ein Mitarbeiter Gottes. Gott erwählt seine Mitarbeiter aus seinem Ackerfeld und setzt sie ein. Sie führen eine Haushaltung, zu der die Menschen gehören, denen sie dienen. Sie verstehen, was die Gemeinde braucht. Sie dienen so, dass die Heiligen zu einer Zierde für die Lehre Christi heranwachsen.

Gott prüft seine Diener – oft im Zusammenhang mit Ehre und Macht. Be­stehen sie diese Prüfungen, dann kann Gott solchen Menschen außerordent­lich wichtige Dinge anvertrauen. Es besteht ein sehr großer Unterschied zwi­schen denjenigen, die zu Gottes Vertrauten gehören und denjenigen, die nicht dazu gehören.

„Da antwortete Simon Petrus und sprach: Du bist Christus, des lebendigen Gottes Sohn! Und Jesus antwortete und sprach zu ihm: Selig bist du, Simon, Jonas Sohn; denn Fleisch und Blut haben dir das nicht offenbart, sondern mein Vater im Himmel. Und ich sage dir auch: Du bist Petrus, und auf diesen Felsen will ich meine Gemeinde bauen, und die Pforten der Hölle sollen sie nicht über­wältigen. ich will dir die Schlüssel des Himmelreichs geben: alles, was du auf Erden binden wirst, soll auch im Himmel gebunden sein, und alles, was du auf Erden lösen wirst, soll auch im Himmel gelöst sein.” Matth. 16, 16-19.

Diese prophetischen Worte kamen direkt aus dem Herzen von Petrus. Dar­auf kam derselbe prophetische Geist über Jesus, und er wollte seine Gemein­de auf diesen prophetischen Geist bauen, in dem Petrus war. Die Schlüssel zum Himmelreich sind auch heute in der Gemeinde. Es gehen unsichtbare göttliche Wirkungen von dem Leben eines solchen Menschen aus. Daran kommt niemand vorbei. Solche Personen sind Bevollmächtigte Gottes ge­worden – sie verstehen Gottes Willen und handeln aus dem Rat des Herrn und aus den Wirkungen des Geistes heraus. Hier ist eine unbeirrbare Treue erfor­derlich und Reinheit von allem, was nach dem Suchen eigener Vorteile riecht. Deshalb haben sie Vollmacht in ihrem Geist – eine unsichtbare geistliche Macht – Menschen zu binden und zu lösen. Wenn jemand gebunden wird, ist das Ergebnis ein „schwarzer Bildschirm”, und geistlich gesprochen weiß diese Person nicht, wo sie sich befindet.

Sie können nur von einem Bevollmächtigen Gottes wieder gelöst werden. Dann strömt das Licht wieder in sie hinein. Fleischliche Personen können keine solche Macht haben, das wäre schrecklich. Es ist sehr klug, sich zu demütigen und unter das zu beugen, was treue Gottesmänner sagen – unter solche, die das Herz Gottes in einem solchen Grad kennen, das sie an Christi Statt ermahnen können. Sie haben das Edle vom Unedlen geschieden und sind wie Gottes Mund geworden. „Darum spricht der Herr also: Wenn du umkehrst, so will ich dich wieder vor mein Angesicht treten lassen; und so du das Edle vom Unedlen scheidest, sollst du sein wie mein Mund. Jene sollen sich zu dir wenden; du aber sollst dich nicht zu ihnen wenden!” Jer. 15, 19 (Schlachter Übers.).

Wir müssen ein Ohr für das haben, was sich in der Welt des Geistes regt und in Demut die anderen größer achten als uns selbst. Wo es solche Brüder gibt, wird eine Gemeinde wachsen und gedeihen. Sie freuen sich über diejenigen, die aus Gottes Ackerfeld heranwachsen und stärken sie. Sie sind rein von Vorwürfen und Anklagen und sie arbeiten in großer Liebe und Ausdauer mit den Schafen. Sie sehen, welche Türen Gott jedem einzelnen auftut, und rich­ten sich in ihrer Arbeit danach. Gott kannte ja unsere Gesinnung und hat uns berufen, ehe er der Welt Grund legte. Das gehört zu seinem Vorherwissen und seiner Vorsehung.

David war ein Mann nach dem Herzen Gottes. Beachte, wie er Israel be­schützte und seine Feinde vollkommen zunichte machte. In Ps. 101 können wir Davids Regierungserklärung lesen:

„Ein Psalm Davids. Von Gnade und Recht will ich singen und dir, Herr, Lob sagen. Ich handle umsichtig und redlich, dass du mögest zu mir kommen; ich wandle mit redlichem Herzen in meinem Hause. Ich nehme mir keine böse Sache vor; ich hasse den Übertreter und lasse ihn nicht bei mir bleiben. Ein falsches Herz muss von mir weichen, den Bösen kann ich nicht leiden. Wer seinen Nächsten heimlich verleumdet, den bring ich zum Schweigen. Ich mag den nicht, der stolze Gebärde und hoffärtige Art hat. Meine Augen sehen nach den Treuen im Lande, dass sie bei mir wohnen; ich habe gerne fromme Die­ner. Falsche Leute dürfen in meinem Haus nicht bleiben, die Lügner gedeihen nicht bei mir. Jeden Morgen bring ich zum Schweigen alle Gottlosen im Lan­de, dass ich alle Übeltäter ausrotte aus der Stadt des Herrn.” Denselben Feuer­eifer, die Sünde auszurotten, sollten die Diener des Herrn in der heutigen Zeit haben. Dann wird immer - selbst in der Finsternis dieser Zeit - eine Leuchte des Herrn brennen - zur Freude für aufrichtige Seelen.