Vorbeitreiben - Trägheit
„Deshalb sollen wir desto mehr achten auf das Wort, das wir hören, damit wir nicht am Ziel vorbeitreiben.” Hebr. 2, 1. Auf der Seefahrt des Lebens kann man leicht an dem vorbeitreiben, was man gehört hat, und manche haben dadurch an ihrem Glauben Schiffbruch erlitten. Vergiss nicht das Wort Gottes, das so reichlich verkündet wurde, um uns vom Weltgeist und von unserem Egoismus zu befreien. An Gottes Wort vorbeizutreiben ist schicksalsschwer.
„Denn wenn das Wort fest war, das durch die Engel gesagt ist, und jede Übertretung und jeder Ungehorsam den rechten Lohn empfing, wie wollen wir entrinnen, wenn wir ein so großes Heil nicht achten, das seinen Anfang nahm mit der Predigt des Herrn und bei uns bekräftigt wurde durch die, die es gehört haben? Und Gott selbst hat dazu Zeugnis gegeben durch Zeichen, Wunder und mancherlei mächtige Taten und durch die Austeilung des heiligen Geistes nach seinem Willen.” Hebr. 2, 1-4. Hier geht es um die Erlösung, mit der Jesus als Hohepriester im neuen Bund gekommen ist. Im alten Bund gab es ja die Opfer außerhalb des Leibes in Form von allerlei Tieropfern. Jetzt können wir uns Gott in der Hoffnung nahen, dass wir nicht mehr sündigen werden. Wir können rechtzeitig Gnade bekommen, nämlich dann, wenn wir Hilfe nötig haben. Das ist der neue Bund.
„Er aber hat, weil er in Ewigkeit bleibt, ein unübertragbares Priestertum. Daher kann er auch bis aufs äußerste die retten, welche durch ihn zu Gott kommen; da er immerdar lebt, um für sie einzutreten!” Hebr. 7, 24-25 (Schlachter Übers.). Dies ist also unsere lebendige Hoffnung.
„Darum spricht er, wenn er in die Welt kommt: „Opfer und Gaben hast du nicht gewollt; einen Leib aber hast du mir geschaffen. Brandopfer und Sündopfer gefallen dir nicht. Da sprach ich: Siehe, ich komme – im Buch steht von mir geschrieben -, dass ich tue, Gott, deinen Willen.” Hebr. 10, 5-7. Jesus hat Gottes Wort ausgeführt und wurde selbst ein Opfer.
„Um wie viel mehr wird dann das Blut Christi, der sich selbst als Opfer ohne Fehl durch den ewigen Geist Gott dargebracht hat, unser Gewissen reinigen von den toten Werken, zu dienen dem lebendigen Gott! Und darum ist er auch der Mittler des neuen Bundes, damit durch seinen Tod, der geschehen ist zur Erlösung von den Übertretungen unter dem ersten Bund, die Berufenen das verheißene ewige Erbe empfangen.” Hebr. 9, 14-15. Wir müssen uns selbst als Opfer darbringen – das ist Gott wohlgefällig. Es sind sehr große Dinge, die wir im neuen Bund erreichen können. Das Wort soll im Fleisch offenbart werden.
Wir leben in den letzten Zeiten. Die Menschen werden dann den Schein der Gottesfurcht haben, aber deren Kraft verleugnen. Von solchen Menschen sollen wir uns abwenden. Hast du dir das richtig zu Herzen genommen? Warum willst du mit solchen Menschen Gemeinschaft haben? Viele verschiedene Lehren sind wie ein Wind über die Welt hinweggegangen. Schon zu den Zeiten der Apostel waren sie wirksam. Alle haben ihre Wurzel in dem Betrug der Sünde, meistens im Zusammenhang mit Ehrsucht, Geld oder Hurerei. Das ist die Arbeit der Hure. Davon sollen wir uns abwenden. Es gibt keine Allianz zwischen uns und den religiösen Lehrern. Sollten solche auch unter uns aufstehen, dann müssen wir uns von ihnen abwenden. Sonst können wir unseren Wandel in Gottesfurcht nicht vollenden.
„Wenn aber Christus in euch ist, so ist der Leib zwar tot um der Sünde willen, der Geist aber ist Leben um der Gerechtigkeit willen. Wenn nun der Geist dessen, der Jesus von den Toten auferweckt hat, in euch wohnt, so wird er, der Christus von den Toten auferweckt hat, auch eure sterblichen Leiber lebendig machen durch seinen Geist, der in euch wohnt. So sind wir nun, liebe Brüder, nicht dem Fleisch schuldig, dass wir nach dem Fleisch leben. Denn wenn ihr nach dem Fleisch lebt, so werdet ihr sterben müssen; wenn ihr aber durch den Geist die Taten des Fleisches (and. Übers. Werke des Leibes) tötet, so werdet ihr leben.” Röm. 8, 10-13.
Es ist klar, dass es nicht gleichgültig ist, wo du bist und was du mit deinem Leib tust. Wenn du dich in weltliche Gesellschaft begibst, im Kino, in der Diskothek usw., bist du dann dort, weil dein Leib um der Sünde willen tot ist? Bewahrst du dich dann, damit die Sünde keine Macht in dir bekommt? Diese Fragen muss jeder für sich selbst beantworten und dabei ehrlich sein vor Gott. Wir sollen den Menschen nicht Gebote und Regeln aufzwingen. Unsere Berufung ist es, von der Sünde freigemacht zu werden. Die Lüste wohnen ja im Leib, und wenn der Leib seinen Willen bekommt, dann bekommen die Lüste Macht im Leib. Dann sind wir im Fleisch und dann werden wir sterben. Nur wenn wir die Werke des Leibes durch den Geist töten, werden wir leben.
Möge sich niemand von diesen freimachenden und herrlichen Worten abwenden und in die Irre gehen.
Der Geist, der unsere Leiber auferwecken soll, wohnt nur im Leib solcher, die mit ihm gekreuzigt sind. „Oder wisset ihr nicht, dass euer Leib ein Tempel des heiligen Geistes ist, der in euch ist und den ihr von Gott habt, und dass ihr nicht euch selbst gehört? Denn ihr seid teuer erkauft; darum preist Gott mit eurem Leibe.” 1. Kor. 6, 19-20. Wenn für unsern Leib eine Hoffnung bestehen soll, dann muss dieser ein Tempel des heiligen Geistes sein. Solche Menschen gehören nicht sich selbst. Sie haben ihren Eigenwillen in dieser Welt aufgegeben und leben, um Gottes Willen zu tun. Kein Mensch mit negativer Einstellung hat einen Leib, der um der Sünde willen tot ist. Bei der kleinsten Kleinigkeit, die ihnen widerstrebt, werden solche Menschen sauer. Sie müssen sich bekehren, um mit dabei sein zu können, wenn Jesus wiederkommt.
Siehst du, welche Hoffnung du hast, wenn der Leib um der Sünde willen tot ist? Siehst du die Hoffnung, die sowohl für deinen Geist als auch für deinen Leib besteht? „Du aber bleibe bei dem, was du gelernt hast und was dir anvertraut ist; du weißt ja, von wem du gelernt hast, und dass du von Kind auf die heilige Schrift kennst, die dich unterweisen kann zur Seligkeit durch den Glauben an Christus Jesus. Denn alle Schrift, von Gott eingegeben, ist nütze zur Lehre, zur Zurechtweisung, zur Besserung, zur Erziehung in der Gerechtigkeit, dass der Mensch Gottes vollkommen sei, zu allem guten Werk geschickt.” 2. Tim. 3, 14-17.
„Die dich unterweisen kann zur Seligkeit” - wir brauchen also Weisheit, um erlöst zu werden, so dass wir den Weg der Erlösung in unseren Lebensverhältnissen verstehen. Deshalb sollte ständig ein Gebet in unseren Herzen sein: „Lieber Gott, was soll ich tun? Ich brauche Weisheit für meine Erlösung und den Weg der Gemeinde.” Die Weisheit ist beweglich. Unsere Berufung ist es, für jedes gute Werk tauglich zu werden. „So ermahne ich dich inständig vor Gott und Christus Jesus, der da kommen wird zu richten die Lebenden und die Toten, und bei seiner Erscheinung und seinem Reich: Predige das Wort, steh dazu, es sei zur Zeit oder zur Unzeit; weise zurecht, drohe, ermahne mit aller Geduld und Lehre.” 2. Tim. 4, 1-2.
Wenn es am Geist der Kraft mangelt, werden bei unseren Zusammenkünften leicht Trägheit und Lauheit die Oberhand gewinnen, und damit wird der ganze Ablauf mechanisch und vorhersehbar. Man wird träge darin zusammenzukommen, und träge darin, etwas zu sagen. Das ist nicht erbaulich. Wir sollen das Wort verkündigen und zur Zeit und zur Unzeit bereit sein. Niemand soll sich selber leben, sondern wir sollen für Gott und dadurch für die anderen leben. Wir haben eine Verantwortung in der Gemeinde, und wenn man nichts anderes auf dem Herzen hat, dann ist es gerecht zu danken. Wie kann man dazu beitragen, Christi Gemeinde zu bauen, wenn man nicht voll von ansteckendem Feuereifer für das Himmelreich ist?
Durch den Geist der Kraft treiben wir den Feind in seine eigenen Tore zurück. Wenn die Gemeinde zum Glauben an ein siegreiches Leben in Jesu Nachfolge gelangen soll, dann ist dazu der Geist der Kraft erforderlich. Der Geist der Kraft treibt alle Arbeit in der Gemeinde voran. Unter uns war es viele Jahre lang viel zu schlecht um den Geist der Kraft bestellt. Es gibt viel Besonnenheit und Weisheit, und das ist gut, was die Erbauung betrifft, aber es ist mehr vom Geist der Kraft nötig, damit die Jugend zum Glauben kommt. Ohne den Geist der Kraft verliert man derart an Fahrt, dass man nicht mehr steuern kann. Wenn diejenigen nicht steuern, die dazu eingesetzt sind, dann gibt es genug fleischliche Menschen, die das übernehmen wollen.
„Darum schäme dich nicht des Zeugnisses von unserem Herrn noch meiner, der ich sein Gefangener bin, sondern leide mit mir für das Evangelium in der Kraft Gottes!” 2. Tim. 1, 8. Viele Gläubige waren durch den Dienst des Paulus zu Leben und Reichtum gekommen, aber trotzdem schämten sie sich seiner, weil er so kompromisslos in seinem Eifer war, dass er sogar ins Gefängnis kam um seines Eifers willen. Um sie war es nicht besser bestellt, aber Paulus selbst war guten Mutes. Es ist nicht schwer, Unrecht zu leiden, wenn es in Gottes Kraft geschieht. Wir müssen fest darin beharren, Böses zu erdulden, so dass wir in unseren Lebensverhältnissen vor Kraft und Freude strahlen können! Stephanus strahlte vor Freude, und sah auf zum Himmel! Timotheus fehlte etwas von diesem Geist der Kraft. Diese Gnadengabe musste neu entfacht werden. Dass man ein solch erhabenes Leben führen kann, hat mit der Liebe zu Gott zu tun. Unsere schwachen Seiten müssen wir Gott zuwenden – und unsere starken Seiten der Gemeinde und den Menschen, die um uns sind.
Es muss etwas über uns kommen, durch das wir in unserem Geist ergrimmen, damit mehr Tatkraft und Eifer entstehen. Gottes Name ist ja Eiferer, und eben in diesem Geist des Eifers können wir sein Wort in die Tat umsetzen. Das ist ein Glaube, der durchträgt – er wird nie müde und nie matt. Jeden Morgen strömt eine neue Fülle in Herz und Sinn hinein, aber wir müssen uns dafür öffnen!
Unser Ziel ist es, Christi Braut zu werden. Diese ist mit der Sonne bekleidet und freut sich wie ein Held darauf, ihre Bahn zu durchlaufen. Alle Trägheit müssen wir hassen und töten! Gottes Wort soll uns durchdringen, so dass wir allezeit eine gereinigte Seele haben. Dann bekommen wir Kraft und können in der Gnade dienen, die Gott uns gibt.
Ohne den Geist der Kraft entsteht oft viel Unruhe in einer Gemeinde. Der Gemeinde fehlt es dann so an Fahrt, dass man sie nicht mehr steuern kann mit der Folge, dass die Versammlungen lang und schwerfällig werden. Lange Reden ohne Kraft sind sehr ermüdend für die Geschwister. Gehe nicht nach Gewohnheiten und Traditionen vor, wenn es nicht Gottes Geist ist, der dich dazu treibt. Sei frei und diene Gott in deinem Geist – dann wird er in dir beides wirken, das Wollen und das Vollbringen nach seinem Wohlgefallen.
„Zieh mich dir nach, so wollen wir laufen. Der König führte mich in seine Kammern. Wir wollen uns freuen und fröhlich sein über dich; wir preisen deine Liebe mehr als den Wein. Herzlich lieben sie dich.” Hohesl. 1, 4.
