Hirte und Prophet

- Ermahnung und Zurechtweisung

Hirte und Prophet

Ermahnung und Zurechtweisung

Wenn man seine Geschwister ermahnen soll, kann der Ermahnung leicht ein Vorwurf oder eine Anklage anhaften. Viele Menschen wurden von Kindesbeinen an angeklagt und es wurden ihnen Vorwürfe gemacht. Haftet einer Ermahnung dann etwas Ärger oder Anklage an, werden sie dies sofort merken und leicht ihr Herz verschließen. Die Ermahnung muss deshalb ganz frei von allen Vorwürfen sein. Zu ermahnen bedeutet, neben einer Person mit begeisterten und aufmun­ternden Zurufen herzulaufen. Es liegt tief im Herzen solcher Menschen, der Person zu helfen, dass sie auf dem Weg vorwärts kommt.

Zurechtweisung ist ab und zu nötig und dafür ist auch Bedarf, damit niemand auf ein Nebengleis gerät. Wir haben es nötig, über unsere Natur zu wachen! Es geschieht leicht, dass wir vom anderen Gesetz in unseren Gliedern gefangen genommen werden. Der Geist kommt wie ein Richter - höre hin, hasse und töte das, was der Geist von deinem Menschen offenbart. Dann haben wir eine Zu­kunft. Wer nach dem Fleisch lebt, wird sterben müssen! Wir brauchen die Er­kenntnis Christi, um zu Leben und Entwicklung zu kommen. Um unser Leben zu finden und zu verlieren, müssen wir demütig sein. Dort, wo der Sündenleib nicht zunichte gemacht wurde, ist er noch wirksam und beeinflusst uns. Wir müssen ein Ohr haben, damit der Geist zu uns reden und so wirken kann, dass wir mehr Licht über unsere Natur bekommen.

Ein Prophet muss dem Volk seine Sünden vorhalten. Es dürfen keine solchen Sünden in die Gemeinde hinein kommen. Deshalb brauchen wir eine kräftige Verkündigung.

Der Vorhof ist ein großes Missionsfeld. Wir dürfen die, die dort sind, nicht als außerhalb stehend betrachten. Sie liegen dort wie das Korn in der Ähre, und durch Regen und Sonne reifen sie durch die Wärme und Güte der Gemeinde. Wir sehen ja, wie die Jugendscharen heranwachsen. Wir müssen uns über sie freuen, auch wenn sie ab und zu etwas Verkehrtes tun.

Wenn niemand leitet, entsteht Zügellosigkeit. Die Geschwister sollten spü­ren, dass eine gute Hand über sie wacht. Manche müssen etwas erhöht und andere etwas erniedrigt werden. Dies muss still und ruhig geschehen, so dass es ein ebener Weg wird. Verteidige auch dann nicht, was verkehrt ist, wenn du die Bruderschaft verteidigen willst. Hilf ihnen zurecht, so dass es friedlich und ge­segnet wird.

Die Erlösung geht gewöhnlich langsam. Sie dauert im Grunde genommen das ganze Leben lang. Man kann fühlen, dass alles so gut geht, aber warte nur, bis du nach Hause in deine täglichen Verhältnisse kommst. Du wirst sehen, dass du Sünde hast, die dich beeinflussen will, während du das Gute tun willst. Be­trachte dich nicht als eine homogene Masse, als ob alles nur Geist wäre. Du hast auch eine Seele und einen Menschen. In den Verhältnissen des Lebens müssen wir dafür wach sein, dass es etwas gibt, das aus unserem Leben entfernt werden soll, so dass wir als Frucht unserer Werke die Heiligung erlangen.