Hirte und Prophet

- Vertraute Mitarbeiter

Hirte und Prophet

Vertraute Mitarbeiter

„Ich will euch nämlich wissen lassen, welchen Kampf ich um euch führe und um die in Laodizea und um alle, die mich nicht von Angesicht gesehen haben, damit ihre Herzen gestärkt und zusammengefügt werden in der Liebe und zu allem Reichtum an Gewissheit und Verständnis, zu erkennen das Ge­heimnis Gottes, das Christus ist, in welchem verborgen liegen alle Schätze der Weisheit und der Erkenntnis.” Kol. 2, 1-3.

Wie viel davon konnte Gott mir offenbaren? Für untreue Menschen ist es unmöglich, zum Glauben daran zu kommen, dass sie eine solche Herrlichkeit erreichen können. Das erfordert volle und ganze Treue gegenüber Gott, so­weit das Licht reicht. Jesus konnte Paulus für treu erachten und ihn in das Amt einsetzen. Er wurde ein Mitarbeiter, der eine Vertrauensstellung hatte, ein Haushalter, der es verstand, der Gemeinde Nahrung und Hilfe zum Wachstum und zur Gemeinschaft zu geben. Auch in unseren Tagen möchte Gott seine Mitarbeiter aus Gottes Ackerfeld aufrichten. 1. Kor. 3, 9-10.

Gott prüft seine Diener – oft in Verbindung mit Ehre und Macht. Besteht man diese Prüfungen, kann Gott diesen Menschen außerordentlich wichtige Dinge anvertrauen. Man wird ein Bevollmächtigter Gottes – einer, der Gottes Willen versteht und aus Gottes Ratschluss heraus handelt. Solche treuen Men­schen haben Macht in ihrem Geiste, Menschen zu binden und Menschen zu lösen. Sie haben eine unsichtbare geistliche Macht, die fleischliche Personen nicht haben können, denn das hätte schreckliche Auswirkungen. Nur Gottes Mitarbeiter können die Gemeinde bauen, das kann das Ackerfeld nicht. Jeder, der in Gott wachsen will, sollte sich daher an dem, was Gottes vertraute Mit­arbeiter sagen, genau ausrichten. Sie kennen Gottes Herz und lehren uns, Gott kennen zu lernen. Es besteht ein sehr großer Unterschied zwischen vertrauten Mitarbeitern und anderen Dienern. Jeder von uns ist zu aller Zeit ein Acker­feld für Gottes Wort und für seine Mitarbeiter.

„Davon haben wir nun viel zu sagen, und solches, was schwer zu erklären ist, weil ihr träge geworden seid zum Hören; und obschon ihr der Zeit nach Lehrer sein solltet, habt es wieder nötig, dass man euch gewisse Anfangs­gründe der Aussprüche Gottes lehre und seid der Milch bedürftig geworden und nicht fester Speise.” Hebr. 5, 11-12 (Schlachter Übers.).

Die meisten sind träge, Gottes Rede zu hören, auch unter uns. Dass man träge geworden ist zu hören, kommt davon, dass man träge war, das zu tun, was man schon früher gehört hat. Viele, die Lehrer sein sollten, sind immer noch Kleinkinder in Christus. Sie haben keine geübten Sinne und sind nicht tüchtig geworden im Gebrauch des Wortes der Gerechtigkeit. Deshalb haben sie auch Schwierigkeiten, zwischen richtig und verkehrt zu unterscheiden. Alle Geschwister müssen lernen, darauf zu hören, was Gottes Stimme in ih­rem Herzen redet. Wenn der Einzelne der Rede des Geistes gehorsam ist, bekommt er geübte Sinne und braucht andere nicht so oft um Rat zu fragen.

Es ist ganz entscheidend für die Gemeinde, dass Priester nach der Weise Melchisedeks heranwachsen. Solche kämpfen nicht für ihre eigene Ehre und deshalb bekommen sie auch Macht in der Gemeinde Gottes. Im alten Bund ging der König zum Priester, um in schwierigen Verhältnissen Rat zu suchen, aber im neuen Bund sollen Priester und König in ein und derselben Person vereint sein. Der Wille des Fleisches und der Sinne muss geopfert werden, damit man in seinem Geist Macht bekommt, Gottes wundervolles Licht zu verkündigen. Die Liebe zu Jesu Leben und Person muss dahingehend in uns wirken, dass wir immerdar in den Tod gegeben werden. Das ist unabdingbar notwendig dafür, dass sein Leben, und nicht unsere Person, in den verschie­denen Lebensverhältnissen in unserem Leibe offenbar wird.

Paulus kannte das ganze Gesetz und das Strafmaß für jedes Vergehen. Um jedoch ein vollkommener Mann zu werden und einer Person zur Hilfe zu kommen, muss man Eingang ins Herz haben und Verständnis dafür, warum der Betreffende so und nicht anders reagiert. Der Geist erforscht das Innerste der Menschen – er hat Einblick in das Verborgene. Deshalb ist es so wichtig, auf den Geist zu hören und ihm zu gehorchen. Versteht man die Nuancen nicht, liegt man mit seiner Beurteilung meistens völlig falsch. Allein mit Er­kenntnis und einem guten Gedächtnis kann man den Anforderungen nicht gerecht werden – man muss die Rede des Geistes hören. Unsere Ohren wer­den durch die Zucht geöffnet. Gottes Zucht wirkt oft in die Richtung, dass wir sehen, dass wir in unserem Geist zu schlapp waren.

„So lasst uns nun” ist eine durchgehende Ermahnung im Hebräerbrief. Wir dürfen nicht von dem wegkommen, was wir von Anfang gehört haben – was die Apostel gesehen haben und ihre Hände betastet haben vom Wort des Lebens. Die Erlösung ist so groß, dass der, der zur Rechten der Majestät im Himmel sitzt, uns als Brüder und Miterben haben will!

Ein Diener des Herrn darf nicht um seinen Namen und Ruf fürchten und menschliche Rücksicht nehmen, um populär zu sein. Sonst geht die Kraft verloren, und jeder Diener des Herrn hat es nötig, vom Geist der Kraft erfüllt zu sein. Im Krieg müssen manche Festungen im Sturm erobert werden. Man benötigt viel Kraft, um den Feind zurück zu treiben. So ist es auch im Geistli­chen. Menschen, die aufgeblasen und in sich selbst groß geworden sind, brau­chen manchmal eine geistliche „raue Behandlung”. Solche können nicht durch „Demut” gewonnen werden. Hier muss man feststehen und darf nicht wei­chen, bevor die Kraft denjenigen verlässt, der Unrecht getan hat. Mögen wir mehr dazu in Stand gesetzt werden, zu „wittern”, in welchem Geist die Men­schen sind. Jesus arbeitete nicht mit beleidigten Menschen. Daran arbeiten zu wollen, dass sich beleidigte Menschen in der Gemeinde wohl fühlen, ist geist­lich verstanden Schwachsinn. Ein törichter Mensch wird von seinen eigenen Wegen gesättigt, und ein guter Mann hält sich von solchen fern. Spr. 14, 14 (norw. Übers.). Manche sind vielleicht nicht das geworden, was sie in der Gemeinde nach ihrer Meinung hätten werden sollen - und meistens sind sie dann eingeschnappt und halb beleidigt.

Solche müssen von den Verhältnissen des Lebens gezüchtigt werden, sich demütigen und dankbar und gut werden. Erst dann können sie zu Wachstum und Entwicklung in Gott kommen.