Hirte und Prophet

- Licht und Recht

Hirte und Prophet

Licht und Recht

Durch Urim und Thummim konnte man den Herrn um Rat fragen. Urim und Thummim sind ja Licht und Recht (oder: Vollkommenheit). Die Men­schen sind wegen der Sünde in viele Schwierigkeiten gekommen, sie sind in großer Not und fühlen sich in Satans Stricken gefangen. Viele wünschen sich, einen Menschen zu treffen, der ihnen helfen kann; einen, an den sie sich wen­den können und der ihnen den Weg zur Freiheit zeigen kann.

Im praktischen Leben ist dies leicht zu verstehen, wenn wir uns einen ge­wöhnlichen Mann vorstellen, der ein Haus bauen will. Er wird oft in Situa­tionen kommen, in denen er nicht weiß, wie er die Sache angehen soll. Ist er demütig, wird er in der Regel einen Baumeister fragen und sich in seinem Herzen fest vornehmen, dessen Rat zu befolgen. Dann wird es einfach und er versteht, wie er die Sache angehen soll, so dass das Bauwerk solide und gut wird. Er wird erleben, dass es klug war, dem Rat des Baumeisters zu folgen. Dadurch kommt er auch selbst zu mehr Verständnis und Einsicht. Bleibt er weiterhin demütig und lernt, indem er Rat sucht, kann er ja selber eines Tages Baumeister werden!

„So nähert er sich der Grube und sein Leben den Toten. Kommt dann zu ihm ein Engel, ein Mittler, einer aus tausend, kundzutun dem Menschen, was für ihn recht ist, so wird er ihm gnädig sein und sagen: Erlöse ihn, dass er nicht hinun­terfahre zu den Toten; denn ich habe ein Lösegeld gefunden.” Hiob 33, 22-24.

Es war schon immer schwierig, eine solche Person zu finden. „Und über Levi sprach er: Deine Lose „Licht und Recht” sollen bleiben bei deinem Ge­treuen, den du versucht hast zu Massa, für den du gestritten hast am Hader­wasser, der von seinem Vater und von seiner Mutter spricht: „Ich sehe sie nicht” und von seinem Bruder: „Ich kenne ihn nicht”, und von seinem Sohn: „Ich weiß nichts von ihm”. Die hüten dein Wort und bewahren deinen Bund.” 5. Mose 33, 8-9.

Weil er Gottes Gesetz lieb hatte und auf Gottes Wort acht gab, wurde er beschnitten und frei, um dem höchsten Gott zu dienen. Wie viele Menschen haben Gottes Wort so lieb, dass sie es in Geist und Wahrheit so haben? Wir verstehen, dass es nicht viele sind! Licht und Recht sollen bleiben bei deinem Getreuen – dies ist eine Prophezeiung von Jesus Christus. Es ist klar - wenn Gott Jesus mit all der Weisheit und Kraft, die er hatte, als er Werkmeister beim ihm war, vom Himmel gesandt hätte, dann hätten wir dies im Grunde genommen verstehen können; aber Jesus musste eine ganz andere Ausbil­dung bekommen, um sein Werk als Hohepriester ausführen zu können.

„Denn jeder Hohepriester, der von den Menschen genommen wird, der wird eingesetzt für die Menschen zum Dienst vor Gott, damit er Gaben und Opfer darbringe für die Sünden. Er kann mitfühlen mit denen, die unwissend sind und irren, weil er auch selber Schwachheit in sich trägt. Darum muss er, wie für das Volk, so auch für sich selbst opfern für die Sünden. Und niemand nimmt sich selbst die hohepriesterliche Würde, sondern er wird von Gott be­rufen wie auch Aaron. So hat auch Christus sich nicht selbst die Ehre beige­legt, Hohepriester zu werden, sondern der, der zu ihm gesagt hat: „Du bist mein Sohn, heute habe ich dich gezeugt.” Hebr. 5, 1-5.

Jesus wurde auch nicht Hohepriester, weil er Gottes Sohn war. Er musste den Weg dazu gehen. Er musste gleichermaßen wie die Kinder Fleisch und Blut annehmen und an dem, was er litt, Gehorsam lernen. Hier wurde der Weg schmal, wie wir in V. 7-10 lesen: „Und er hat in den Tagen seines irdischen Lebens Bitten und Flehen mit lautem Geschrei und Tränen dem dargebracht, der ihn vom Tod erretten konnte; und er ist auch erhört worden, weil er Gott in Ehren hielt. So hat er, obwohl er Gottes Sohn war, doch an dem was er litt, Gehorsam gelernt. Und als er vollendet war, ist er für alle, die ihm gehorsam sind, der Urheber des ewigen Heils geworden, genannt von Gott ein Hohe­priester nach der Ordnung Melchisedeks.”

Melchisedek glich Gottes Sohn, indem er ohne Vater und Mutter war. Er war niemandem verpflichtet, weder Verwandten, Freunden noch jemand an­derem. Wenn wir – vor dem Hintergrund, dass wir auch berufen sind, eine königliche Priesterschaft zu sein und ihm nachzufolgen - von Jesu Ausbil­dung zum Hohepriester lesen, schreibt der Verfasser des Hebräerbriefes: „Darüber hätten wir noch viel zu sagen; aber es ist schwer, weil ihr so harthö­rig geworden seid.” Hebr. 5, 11. Die Hebräer waren träge gewesen, auf das zu hören, was Gott schon früher durch den Hohepriester geredet hatte. Deshalb hatten sie keine Entwicklung bekommen und befanden sich noch in den An­fangsgründen von Gottes Wort. Sie brauchten Milch und vertrugen keine fes­te Speise. Sie hätten in der Weise heranwachsen sollen, dass auch sie Gehor­sam gelernt hätten an dem, was sie litten, und dass sie durch den Gebrauch von Gottes Wort geübte Sinne bekommen hätten, um Böses und Gutes zu unterscheiden. Hier sind wir berufen, Jesus als Priester in der Priesterschaft Melchisedeks nachzufolgen. Wenn ich alles aufgebe, werde ich ein Jünger und es gibt nichts mehr, was mich hindert. Dann kann Gott mich führen und dann komme auch ich zu Licht und Recht, so dass ich auf dieselbe Weise wie Paulus ein Opferpriester Jesu Christi werde. Die Opfer, die bei den Heiden ausersehen wurden, waren im Leben von Paulus wohl schon lange vorher ausersehen worden, so dass er zu Licht und Recht gekommen war und dadurch das Evangelium Gottes priesterlich verwalten konnte. Durch seine Rede konnte er die Heiden dazu führen, ein wohlgefälliges Opfer zu werden, geheiligt durch den heiligen Geist. Alle, die das können, haben in ihrem Dienst für Gott ihren Ruhm in Jesus Christus. Sie haben Licht und Recht und können daran mitar­beiten, die Menschen zu befreien. Sie werden selbst getötet nach dem Fleisch und lebendig gemacht nach dem Geist. Das bedeutet, dass sie Licht und Voll­kommenheit haben und die Menschen zu Gott führen können.

Um dieses Werk auszuführen, musste Jesus selbst Sündopfer darbringen, nicht nur für das Volk, sondern auch für sich selbst. Hebr. 5, 3. Es ist klar, dass auch in seinem Leib eine Opferung stattfinden musste, um immer in der Liebe bewahrt bleiben zu können. Die Sünde musste getötet werden, damit er ein solches Werk für uns tun konnte. Wäre Jesus aus der Liebe gefallen und auf diejenigen böse geworden, denen er dienen sollte, hätte er sie ja nicht zu Gott führen können, und selbst hätte er sein Werk als Priester nach der Weise Melchisedeks nicht vollführen können. Dann wären wir alle in unseren Sün­den gestorben.

„Sie lehren Jakob deine Rechte und Israel dein Gesetz; sie bringen Räucherwerk vor dein Angesicht und Ganzopfer auf deinen Altar. Herr, segne seine Macht, und lass dir gefallen die Werke seiner Hände! Zerschlage den Rücken derer, die sich wider ihn auflehnen und derer, die ihn hassen, dass sie nicht aufkommen!” 5. Mose 33, 10-11.

Nur die, die in Wahrheit beschnitten und geheiligt sind und ein solches Ver­langen und ein solches Jüngerherz haben, können dieses Werk tun: Jakob die Rechte lehren und Israel Gottes Gesetz. Wir sehen, dass solche einen besonders kräftigen Segen über sich haben. Auch ich möchte sagen: Mögen die Werke solcher Männer in alle Ewigkeit gesegnet sein -so dass ihre Kraft gesegnet werden kann und ihr Tun dir gefallen kann, oh Gott! Wir sehen auch, dass es schrecklich ist, ein Feind solcher Männer zu werden. „Zerschlage den Rücken derer, die sich wider ihn auflehnen und derer, die ihn hassen, dass sie nicht aufkommen!” Wenn es welche gibt, die man nicht zum Feind haben sollte, dann sind es gerade solche. Es geht entsetzlich schlecht mit denen, die Feinde von solchen Gottesmännern sind.

Durch treue Nachfolge und Gehorsam gegenüber dem Geist kann Jesus als Hohepriester die Opfer so aussuchen, dass auch wir an dem, was wir leiden, Gehorsam lernen. Auch wir bekommen zu spüren, dass der Weg hier schmal ist. Wir bekommen Gemeinschaft mit ihm, der mit lautem Schreien und Trä­nen Bitten und Flehen dem dargebracht hat, der ihn erretten konnte – wenn auch immer ein Unterschied bestehen wird zwischen ihm, der den Weg ge­bahnt hat und uns, die ihm auf demselben Weg nachfolgen.