Hirte und Prophet

- Die Stadt auf dem Berge

Hirte und Prophet

Die Stadt auf dem Berge

„Ihr seid das Licht der Welt. Es kann die Stadt, die auf einem Berge liegt, nicht verborgen sein.” Matth. 5, 14. Was nicht Fleisch und Blut offenbart haben, sondern was der Vater geredet hat, erbaut die Stadt auf dem Berge. „Geht hinein durch die enge Pforte. Denn die Pforte ist weit und der Weg ist breit, der zur Verdammnis führt, und viele sind’s, die auf ihm hineingehen. Wie eng ist die Pforte und wie schmal der Weg, der zum Leben führt, und wenige sind’s, die ihn finden!” Matth. 7, 13-14.

„Da sprach Jesus zu seinen Jüngern: Will mir jemand nachfolgen, der ver­leugne sich selbst und nehme sein Kreuz auf sich und folge mir. Denn wer sein Leben erhalten will, der wird’s verlieren; wer aber sein Leben verliert um meinetwillen, der wird’s finden.” Matth. 16, 24-25.

Wenn man durch die enge Pforte geht, muss man sein Leben in dieser Welt um Jesu willen aufgeben. Dann steht einem der Weg zum Leben offen und man lernt Jesus als seinen Herrn kennen. „Wie ihr nun den Herrn Christus Jesus angenommen habt, so lebt auch in ihm.” Kol. 2, 6. Hier kommen wir auf den Weg zum Leben, auf dem er unser Haupt und Herr wird. Paulus be­schreibt den Weg zum Leben folgendermaßen: „Denn wenn ihr nach dem Fleisch lebt, so werdet ihr sterben; wenn ihr aber durch den Geist die Hand­lungen des Leibes tötet, so werdet ihr leben.” Röm. 8, 13 (Elberfelder Übers.). Wenn wir also die Handlungen des Leibes durch den Geist töten, werden wir leben - und dadurch lernen wir Jesus als Haupt kennen.

Auf diesem Weg ist es absolut notwendig, alles aufgegeben zu haben. Das, was man nicht aufgegeben hat, wird einen daran hindern, Gottes Willen zu tun. Der breite Weg führt nicht zum Leben. Man kann Sündenvergebung erhalten durch Jesu Sühnopfer, so dass man nicht verloren geht, aber man ist dadurch noch nicht zum Leben gekommen! In diesem Punkt ist die religiöse Welt in ihrer Denkweise sehr verführt worden. Viele werden noch nicht einmal Sündenvergebung erhalten, weil sie nicht in der Liebe bleiben. Viele sind dazu verführt zu glauben, dass sie Sündenvergebung haben, obwohl sie zum Bei­spiel etwas gegeneinander haben. Das ist ein großer Irrtum.

Wollen wir auf dem neuen und lebendigen Weg gehen, müssen wir Jesus als Haupt kennen lernen. Das bedeutet, dass wir lernen, die Stimme des Geistes in unserem Inneren zu hören und ihr gegenüber gehorsam zu sein. Dann kommen wir zu Wachstum und Entwicklung. „Und er ist das Haupt des Leibes, nämlich der Gemeinde. Er ist der Anfang, der Erstgeborene von den Toten, damit er in allem der Erste sei.” Kol. 1, 18. Jesus ist der Anfänger – er hat seine Gemeinde geboren, als er am Kreuz auf Golgatha starb. „Und euch, die ihr einst entfrem­det und feindlich gesinnt waret in den bösen Werken, hat er aber nun versöhnt in dem Leibe seines Fleisches durch den Tod, um euch heilig und tadellos und unverklagbar darzustellen vor seinem Angesicht.” V. 21-22 (Schlachter Übers.).

Diese Versöhnung ist ein großes Geheimnis, und Paulus arbeitete daran, dessen Herrlichkeit zu offenbaren. Durch dieses Werk entsteht Jesu Braut und eine Gemeinde, die als ein Leib in vollkommener Harmonie wirksam ist. „…nämlich das Geheimnis, das verborgen war seit ewigen Zeiten und Ge­schlechtern, nun aber ist es offenbart seinen Heiligen, denen Gott kundtun wollte, was der herrliche Reichtum dieses Geheimnisses unter den Heiden ist, nämlich Christus in euch, die Hoffnung der Herrlichkeit.” Kol. 1, 26-27.

Christus in uns bedeutet unsere persönliche Gleichgestaltung mit ihm. Chris­tus unter uns bedeutet die Bruderschaft, die Christus als Haupt des Leibes durch seine Wirkungen – heilig, rein und unsträflich vor seinem Angesicht darstellt. Das ist die Erstlingsfrucht der Schöpfungswerke Gottes. Jak. 1, 18.

„Lasst euch den Siegespreis von niemandem nehmen, der sich gefällt in falscher Demut und Verehrung der Engel und sich dessen rühmt, was er ge­schaut hat, und ist ohne Grund aufgeblasen in seinem fleischlichen Sinn und hält sich nicht an das Haupt, von dem her der ganze Leib durch Gelenke und Bänder gestützt und zusammengehalten wird und wächst durch Gottes Wir­ken.” Kol. 2, 18-19.

Manche erheben sich selbst zu Wegleitern; sie leiten die anderen so, wie es ihnen selbst gefällt. Die Schafe bekommen den Eindruck, dass sie Gott wohl­gefällig sind, wenn sie es so machen, wie der Wegleiter es will. Sie glauben also, dass sie auf dem rechten Weg sind, weil sie den Segen des Wegleiters haben, aber dadurch werden sie verführt und verlieren ihren Siegespreis.

Solche selbsternannten Wegleiter führen die Schafe weg vom Haupt und setzen ihre eigene Person über Christus. Dann sind sie Räuber, die dem wah­ren Hirten die Schafe rauben, ihm - der wahre Fürsorge für sie hat – ihm, Christus, der das Haupt der Gemeinde ist. In diesem Licht gesehen ist es nicht verwunderlich, dass Johan O. Smith es als sein größtes Werk hier auf Erden betrachtete, sich in seinem Dienst allezeit bemüht zu haben, den Einzelnen mit dem Haupt in Verbindung zu bringen.