Gottes Zucht - Anklage
Gottes Zucht kann aus verschiedenen Ursachen über die Menschen kommen. Auch gottesfürchtige Menschen erfahren Trübsal. Das sind Menschen, mit denen Gott arbeitet und bei denen er sieht, dass er mehr aus ihrem Leben machen kann - zu einer Bereicherung in alle Ewigkeit.
„Wenn unsere leiblichen Väter uns gezüchtigt haben und wir sie doch geachtet haben, sollten wir uns dann nicht viel mehr unterordnen dem geistlichen Vater, damit wir leben? Denn jene haben uns gezüchtigt für wenige Tage nach ihrem Gutdünken, dieser aber tut es zu unserm Besten, damit wir an seiner Heiligkeit Anteil erlangen. Jede Züchtigung aber, wenn sie da ist, scheint uns nicht Freude, sondern Leid zu sein, danach aber bringt sie als Frucht denen, die dadurch geübt sind, Frieden und Gerechtigkeit.” Hebr. 12, 9-11.
Es ist sehr unklug, sich negativ oder sogar auf beinahe spöttische Weise über solche Menschen zu äußern, die unter Gottes Zucht stehen. Das ist in erster Linie für einen selbst sehr gefährlich. Auch wenn man selbst nicht in derartigen Verhältnissen steht, so sollte man besser für solche Menschen beten. Denn das sind gottesfürchtige Menschen, die Erniedrigung und Trübsal ertragen können. Gott beachtet keinen selbstklugen Mann. Solche eigensinnigen Menschen lässt Gott gehen - er kann sie nicht ausbilden. Sie zeigen die Zähne gegen alle weisen Ratschläge! Durch Trübsale öffnet Gott die Augen der Gerechten, damit sie mehr von ihrer Widerspenstigkeit zu sehen bekommen.
„Siehe, Gott ist mächtig und verwirft niemand, er ist mächtig an Kraft des Herzens. Den Gottlosen erhält er nicht am Leben, sondern hilft dem Elenden zum Recht. Er wendet seine Augen nicht von dem Gerechten, sondern mit Königen auf dem Thron lässt er sie sitzen immerdar, dass sie groß werden. Und wenn sie gefangen liegen in Ketten und elend, gebunden mit Stricken, so hält er ihnen vor, was sie getan haben, und ihre Sünden, dass sie sich überhoben haben, und öffnet ihnen das Ohr zur Warnung und sagt ihnen, dass sie sich von dem Unrecht bekehren sollen. Gehorchen sie und dienen ihm, so werden sie bei guten Tagen alt werden und glücklich leben. Gehorchen sie nicht, so werden sie dahinfahren durch des Todes Geschoß und vergehen in Unverstand. Die Ruchlosen verhärten sich im Zorn. Sie flehen nicht, auch wenn er sie gefangen legt; so wird ihre Seele in der Jugend sterben und ihr Leben unter den Hurern im Tempel. Aber den Elenden wird er durch sein Elend erretten und ihm das Ohr öffnen durch Trübsal. So reißt er auch dich aus dem Rachen der Angst in den weiten Raum, wo keine Bedrängnis mehr ist; und an deinem Tische, voll von allem Guten, wirst du Ruhe haben.” Hiob 36, 5-16.
Elihu beschrieb die Situation Hiobs, und danach bekam Hiob Licht, wenn Gott redete. Gott öffnete seine Augen für mehr Licht und eine größere Herrlichkeit als die, die er früher gehabt hatte. Das sind gottesfürchtige Menschen, die Erniedrigung und Trübsal ertragen können. Hiobs Glück wurde nachher größer, als es zu dem Zeitpunkt war, bevor die Trübsal über ihn kam. Aus Gottes Wort verstehen wir deutlich, dass man die Geistlichkeit eines Menschen nicht anhand seines irdischen Segens beurteilen kann. Auserwählte Seelen können von Gott tief nach unten geführt werden, wenn sie im Geiste der Demut sind. Dann geschieht eine Gleichgestaltung und Verwandlung in ihrem Inneren. Unter dieser Zucht kann es für oberflächliche Menschen leicht sein, andere danach zu beurteilen, was das Auge sieht und das Ohr hört. Jesus selbst hatte in solchen Verhältnissen den Geist der Furcht über sich. „Auf ihm wird ruhen der Geist des Herrn, der Geist der Weisheit und des Verstandes, der Geist des Rates und der Stärke, der Geist der Erkenntnis und der Furcht des Herrn. Und Wohlgefallen wird er haben an der Furcht des Herrn. Er wird nicht richten nach dem, was seine Augen sehen, noch Urteil sprechen nach dem, was seine Ohren hören, sondern wird mit Gerechtigkeit richten die Armen und rechtes Urteil sprechen den Elenden im Lande, und er wird mit dem Stabe seines Mundes den Gewalttätigen schlagen und mit dem Odem seiner Lippen den Gottlosen töten.” Jes. 11, 2-4.
Wird unser Leben nicht von diesen Geistern Gottes beeinflusst, sind Anklagen nicht weit weg, und es kann einem selbst sehr schlecht gehen, wenn man derartige Gedanken zulässt. „Wer will die Auserwählten Gottes beschuldigen? Gott ist hier, der gerecht macht. Wer will verdammen? Christus Jesus ist hier, der gestorben ist, ja vielmehr, der auch auferweckt ist, der zur Rechten Gottes ist und uns vertritt.” Röm. 8, 33-34. Wir dürfen niemals vergessen, dass im Ofen der Demut Menschen geprüft werden, die Gottes Wohlgefallen besitzen. Sir. 2, 1-6. Mitten in ihren Prüfungen haben sie es mit Gott zu tun und sind von Herzen dankbar. So werden sie vor Missgunst, Sorgen, Unglauben und Zweifel bewahrt. Sie segnen und sind gut. Welche Kraft für eine Gemeinde, wenn dort solche herrlichen, reinen und gläubigen Brüder und Schwestern mit Tragkraft und Geistesfülle zu finden sind! Auch wenn sie keinen hervortretenden Dienst in der Gemeinde haben sollten, sind sie doch eine unschätzbare geistliche Stütze und ein Schutz für jede Gemeinde. Gott wird solche treuen Menschen reichlich belohnen in Zeit und Ewigkeit. Ihr Lohn im Himmelreich wird groß sein!
