Hirte und Prophet

- Vorhof und Heiligtum – Heiligtum und Vorhof

Hirte und Prophet

Vorhof und Heiligtum – Heiligtum und Vorhof

„Und es wurde mir ein Rohr gegeben, einem Messstab gleich, und mir wurde gesagt: Steh auf und miss den Tempel Gottes und den Altar und die dort anbe­ten. Aber den äußeren Vorhof des Tempels lass weg und miss ihn nicht, denn er ist den Heiden gegeben; und die heilige Stadt werden sie zertreten zweiundvier­zig Monate lang.” Off. 11, 1-2.

Wir können fragen: Warum sollte Johannes den Vorhof nicht messen? Die Antwort ist wohl ganz einfach die, dass es im Vorhof nichts zu messen gibt. Dort gibt es kein Wachstum. Man muss diejenigen, die im Vorhof sind, als sol­che betrachten, die unter dem Gesetz sind. Das ist ja das Missionsfeld, das uns am nächsten ist. Hier müssen wir so arbeiten, dass der Glaube in ihren Herzen geboren werden kann. Die meisten unserer Jugendlichen sind ja im Vorhof, bis sie durch das Wort der Wahrheit wiedergeboren werden. Die Kinder der Heili­gen sind besonders gesegnet und haben ein besonderes Erbrecht.

„Wenn ihr kommt, zu erscheinen vor mir - wer fordert denn von euch, dass ihr meinen Vorhof zertretet?” Jes. 1, 12. Es ist also sehr wichtig zu verstehen, dass Gott uns weder den Befehl - noch die Vollmacht - gegeben hat, die Menschen im Vorhof nach unserem eigenen Gutdünken zu behandeln. Wir müssen daran denken, dass wir in allen diesen Dingen mit Gott zu tun haben.

„Denn ein Tag in deinen Vorhöfen ist besser als sonst tausend. Ich will lieber die Tür hüten in meines Gottes Hause als wohnen in der Gottlosen Hütten.” Ps. 84, 11. Wenn wir lesen, wie David die Vorhöfe des Herrn gesehen hat, wird ganz klar, dass wir damit nicht auf eine leichtsinnige Weise umgehen können. Auf der anderen Seite soll der Vorhof auch keine Macht in der Gemeinde haben, so dass er bestimmend wirkt oder Einfluss nimmt auf das, was richtungweisend für die Arbeit in der Gemeinde sein soll. Die, die im Vorhof sind, verstehen ja den Willen Gottes nicht. Dazu muss man ihnen helfen. Wenn der Vorhof Macht bekommt, ist es genau so, wie wenn Stiere brüllen. Das Ganze führt zur Zerstö­rung und zum Verderben.

„Richte doch deine Schritte zu dem, was so lange wüste liegt. Der Feind hat alles verheert im Heiligtum. Deine Widersacher brüllen in deinem Hause und stellen ihre Zeichen darin auf. Hoch sieht man Äxte sich heben wie im Dickicht des Waldes.” Ps. 74, 3-5. Gott soll aus dem Heiligtum reden, von nun an bis in alle Ewigkeit. „Und dies ist mein Bund mit ihnen, spricht der Herr: Mein Geist, der auf dir ruht, und meine Worte, die ich in deinen Mund gelegt habe, sollen von deinem Mund nicht weichen noch von dem Mund deiner Kinder und Kin­deskinder, spricht der Herr, von nun an bis in Ewigkeit.” Jes. 59, 21. Die Rede aus Gottes Heiligtum soll die Richtlinie für alle Arbeit in der Gemeinde sein. Menschen, die von Gott für treu erachtet werden, haben Urim und Thummim – Licht und Vollkommenheit. Deshalb kann Gott zu ihnen reden, und was sie hören, das reden sie. Das sind Worte der Gnade, die die Gemeinde auf den Wegen des Lebens weiterführen.