Dienst vor Gott oder vor dem Volk
Auch im alten Bund gibt es kräftige Beispiele dafür, dass Gott sorgfältig darauf achtet, wie man in seinem Herzen eingestellt ist und ob man rein davon ist, vor dem Angesicht der Menschen zu stehen, rein davon, seine eigene Ehre zu suchen und rein von Gedanken der Selbsterhöhung.
„Darum spricht Gott der Herr: Es soll kein Fremder mit unbeschnittenem Herzen und unbeschnittenem Fleisch in mein Heiligtum kommen von allen Fremdlingen, die unter den Israeliten leben, sondern die Leviten, die von mir abgewichen sind, als Israel von mir abfiel und irreging, ihren Götzen nach, die sollen ihre Sünde tragen und sollen in meinem Heiligtum Dienst tun als Hüter an den Türen des Hauses und als Diener des Hauses. Sie sollen das Brandopfer und das Schlachtopfer für das Volk schlachten und sollen vor ihnen stehen und ihnen dienen. Weil sie ihnen gedient haben vor ihren Götzen und dem Hause Israel einen Anlass zur Sünde gegeben haben, darum habe ich meine Hand gegen sie erhoben, spricht Gott der Herr, dass sie ihre Sünde tragen müssen. Und sie sollen nicht zu mir nahen, um mir Priesterdienst zu tun, und sollen zu dem, was mir heilig ist, und an die hochheiligen Opfer nicht kommen, sondern sollen ihre Schande tragen für ihre Gräuel, die sie getan haben. Darum habe ich sie bestellt, den Dienst an meinem Hause zu tun bei aller Arbeit und bei allem, was dort zu tun ist. Aber die levitischen Priester, die Söhne Zadok, die den Dienst an meinem Heiligtum getan haben, als die Israeliten von mir abfielen, die sollen vor mich treten, um mir zu dienen, und vor mir stehen, um mir Fett und Blut zu opfern, spricht Gott der Herr. Sie sollen hineingehen in mein Heiligtum und vor meinen Tisch treten, um mir zu dienen, und sollen meinen Dienst tun.” Hes. 44, 9-16. Möge jeder von uns eine solche Treue beweisen, dass wir würdig erfunden werden, vor dem Angesicht Gottes zu dienen. Untreue und Unreinheit führen dazu, dass man vor dem Angesicht des Volkes stehen bleibt und diesem dient anstatt Gott. Es ist keine geringe Strafe, hier stehen bleiben zu müssen, schreibt Johan O. Smith in einem seiner Briefe. Möge dies unsere Herzen zu brennendem Eifer und Treue erwecken, so dass wir nützliche Werkzeuge in Gottes Hand sein können, zu allem guten Werk geschickt, eine Waffe der Gerechtigkeit, dem Dienste Gottes hingegeben.
All unser Dienst muss im Segen geschehen und jeder Diener des Herrn muss zu seinem Werk gesalbt sein. „Siehe, wie fein und lieblich ist’s, wenn Brüder einträchtig beieinander wohnen! Es ist wie das feine Salböl auf dem Haupte Aarons, das herabfließt in seinen Bart, das herabfließt zum Saum seines Kleides, wie der Tau, der vom Hermon herabfällt auf die Berge Zions! Denn dort verheißt der Herr den Segen und Leben bis in Ewigkeit.” Psalm 133.
Die Salbung liegt in unserem Geist. Je mehr man in der Erniedrigung steht, desto reicher strömt die Salbung aus unserem Leben hervor und zu desto größerer Hilfe und desto größerem Segen kann man für andere Menschen sein. Wenn man von Gott gesalbt ist, wird das, was man sagt und tut, im Heiligen Geist geschehen und die Tugenden Christi werden durch den ganzen Wandel reichlich offenbar. Solche Diener sind unsagbar wertvoll.
„Und Mose ließ herzutreten Aaron und seine Söhne und wusch sie mit Wasser und legte ihm das leinene Gewand an und gürtete ihn mit dem Gürtel und zog ihm das Obergewand an und tat ihm den Priesterschurz um und gürtete ihn mit dem Gurt des Schurzes. Dann tat er ihm die Brusttasche an und legte in die Tasche die Lose «Licht und Recht» und setzte ihm den Kopfbund auf sein Haupt und befestigte an dem Kopfbund vorn das goldene Stirnblatt, den heiligen Reif, wie der Herr es Mose geboten hatte. Und Mose nahm das Salböl und salbte das Heiligtum und alles, was darin war, und weihte es; er sprengte damit siebenmal an den Altar und salbte den Altar mit all seinem Gerät und das Becken mit seinem Gestell, dass alles geweiht würde. Und er goß von dem Salböl auf Aarons Haupt und salbte ihn, dass er geweiht würde.” 3. Mose 8, 6-12.
Es ist äußerst selten, dass solche geprüften Menschen, die Gottes vertraute Mitarbeiter geworden sind, abfallen. Wenn das geschehen sollte, wird Gott sofort einen Propheten über sie setzen und ihnen Gottes Willen verkündigen - und Gottes Gericht, wenn sie sich nicht bekehren. Gott ist barmherzig und arbeitet so, dass die Schande unserer Blöße nicht offenbar werden soll. Alle die Gemeindeengel in Kleinasien, die Jesus züchtigte, bekamen Zeit, um sich zu bekehren. Gottes Barmherzigkeit ging sehr weit und sein Erbarmen ist jeden Morgen neu. Das Erbarmen nimmt trotzdem nicht den Ernst der Sünde weg. Hier muss eine Flamme des Herrn in unserem Inneren brennen, so dass man keine Sünde im Finstern verbirgt. Erst dann können wir zu unserem Werk gesalbt werden. Jesus war in seinem Werk auch mit dem Geist des Herrn gesalbt. Darum sagt er: „Der Geist des Herrn ist auf mir, weil er mich gesalbt hat, zu verkündigen das Evangelium den Armen; er hat mich gesandt, zu predigen den Gefangenen, dass sie frei sein sollen, und den Blinden, dass sie sehen sollen, und den Zerschlagenen, dass sie frei und ledig sein sollen, zu verkündigen das Gnadenjahr des Herrn.” Luk. 4, 18-19.
