Wer wird in der Gemeinde zum Dienst eingesetzt?
„Einem jeden aber von uns ist die Gnade gegeben nach dem Maß der Gabe Christi. Darum heißt es: Er ist aufgefahren zur Höhe und hat Gefangene mit sich geführt und hat den Menschen Gaben gegeben. Dass er aber aufgefahren ist, was heißt das anderes, als dass er auch hinab gefahren ist in die Tiefen der Erde? Der hinab gefahren ist, das ist derselbe, der aufgefahren ist über alle Himmel, damit er alles erfülle. Und er hat einige als Apostel eingesetzt, einige als Propheten, einige als Evangelisten, einige als Hirten und Lehrer, damit die Heiligen zugerüstet werden zum Werk des Dienstes. Dadurch soll der Leib Christi erbaut werden, bis wir alle hingelangen zur Einheit des Glaubens und der Erkenntnis des Sohnes Gottes, zum vollendeten Mann, zum vollen Maß der Fülle Christi.” Eph. 4, 7-13.
Gott hat vollkommene Fürsorge für seine Gemeinde. Darum hat er der Gemeinde die Gaben gegeben, die sie braucht, um wachsen und sich entwickeln zu können. Jesus selbst gab diese Personen der Gemeinde, und ohne sie könnte die Gemeinde nicht erbaut werden. Sie sind deshalb außerordentlich wertvolle Diener, und sie arbeiten dafür, dass die ganze Gemeinde zum Werk des Dienstes vollkommen gemacht werden kann zur Erbauung des Leibes Christi. Durch ihren Dienst wird der Glaube an Sieg in den Herzen geboren, so dass die Heiligen zur Einheit des Glaubens gelangen, dass es vollkommen möglich ist, zum Sieg über Sünde zu kommen. Ihre Rede und ihr Leben, ja, ihr ganzer Wandel bewirken übereinstimmend diese Einheit im Glauben, dass es vollkommen möglich ist, von der Sünde freigemacht zu werden, ja, zu überwinden, wie er überwunden hat. Offb. 3, 21. Ein solcher Glaube ist ja in der religiösen Welt unbekannt. Dieser alles besiegende Glaube ist auch der Grund dafür, dass die Pforten der Hölle keine Macht über die Gemeinde bekommen. Die Gemeinde steht und fällt mit solchen gläubigen und treuen Menschen.
Durch den Heiligen Geist und die Hilfe von Gottes Mitarbeitern können die Heiligen heranwachsen, damit sie nicht mehr unmündig sind und sich von jedem Wind einer Lehre bewegen und umher treiben lassen durch trügerisches Spiel der Menschen, mit dem sie sie arglistig verführen. Eph. 4, 14. Man muss damit rechnen, dass jene Personen, die Gott in der Gemeinde eingesetzt hat, ein besonders gottesfürchtiges Leben von ihrer Jugend an gelebt haben. Sie waren brennend und ganzherzig und sind in der ersten Liebe geblieben und Sterne in Jesu Hand geworden. Jesus gebraucht sie auf besondere Weise. Dennoch brauchen auch sie Ermahnungen und Behandlung. Das sehen wir an den Sendschreiben an die Gemeinden in Kleinasien. Mehrere von den Sternen in Jesu Hand bekamen Bescheid sich zu bekehren.
„So denke nun daran, wovon du abgefallen bist, und tue Buße und tue die ersten Werke! Wenn aber nicht, werde ich über dich kommen und deinen Leuchter wegstoßen von seiner Stätte – wenn du nicht Buße tust.” „Tue Buße; wenn aber nicht, so werde ich bald über dich kommen und gegen sie streiten mit dem Schwert meines Mundes.” Offb. 2, 5 und 16. „So denke nun daran, wie du empfangen und gehört hast, und halte es fest und tue Buße. Wenn du aber nicht wachen wirst, werde ich kommen wie ein Dieb, und du wirst nicht wissen, zu welcher Stunde ich über dich kommen werde.” „Welche ich lieb habe, die weise ich zurecht und züchtige sie. So sei nun eifrig und tue Buße!” Offb. 3, 3 und 19.
Diejenigen, die den Menschen als Gaben gegeben wurden, sind am weitesten nach unten gegangen. Sie haben sich in den Verhältnissen des Lebens in ihrem Herzen am tiefsten gedemütigt, wenn der Heilige Geist geredet und ihnen ihre eigene Sünde gezeigt hat. Gerade aufgrund dieser Treue hat Gott ihnen große Offenbarungen anvertraut, so dass sie für die Menschen zu Gaben werden können. Durch die Weisheit, die Gott in ihre Herzen hineinlegt, können ihnen Offenbarungen anvertraut werden - als Lösungsworte für Menschen, die sich sonst in Satans Netz verfangen hätten.
Alle, die Gott in der Gemeinde eingesetzt hat, haben das Geheimnis des Glaubens in einem reinen Gewissen bewahrt. 1. Tim. 3, 9. Sie leben also ein Überwinderleben, aber sie sollen dennoch geprüft werden. Danach sollen sie in der Gemeinde den Dienst versehen, wenn sie untadelig sind. V. 10. Gott achtet besonders genau darauf, wie man sich dazu verhält, Menschen gefallen zu wollen. Höre nur, wie bestimmt und ernst Paulus über diese Verhältnisse schreibt: „Wir sind ja nicht wie die vielen, die mit dem Wort Gottes Geschäfte machen; sondern wie man aus Lauterkeit und aus Gott reden muss, so reden wir vor Gott in Christus.” 2. Kor. 2, 17. „Predige ich denn jetzt Menschen oder Gott zuliebe? Oder suche ich, Menschen gefällig zu sein? Wenn ich noch Menschen gefällig wäre, so wäre ich Christi Knecht nicht.” Gal. 1, 10.
Wir verstehen, dass Gott sorgfältig darauf achtet, mit welchen Gedanken man in seinem Herzen umgeht. Gott eifert um seine Ehre. Sucht man seine eigene Ehre, dann kann man nach Jesu eigenen Worten nicht glauben. Joh. 5, 44. Ohne Glauben kann man auch nicht überwinden und ohne Sieg kann man andere Menschen nicht zu einem solchen Leben führen. Darum ist es wichtig, diese Dinge von Jugend an sehr genau zu nehmen, so dass man das ganze Leben hindurch das Geheimnis des Glaubens in einem reinen Gewissen bewahrt.
„Sondern weil Gott uns für wert geachtet hat, uns das Evangelium anzuvertrauen, darum reden wir, nicht, als wollten wir den Menschen gefallen, sondern Gott, der unsere Herzen prüft.” 1. Thess. 2, 4. Alles steht und fällt mit solchen Personen. Das Evangelium wird nur diesen treuen und reinen Menschen anvertraut. Wir verstehen, dass es von dieser Sorte noch nie zu viele gegeben hat. Sie werden im Glauben und in der Hoffnung bewahrt, und ihr Glaube beweist, dass sie nicht ihre eigene Ehre suchen. Hier haben wir es mit Gott zu tun, der unsere Herzen prüft.
„Ich danke unserm Herrn Christus Jesus, der mich stark gemacht und für treu erachtet hat und in das Amt eingesetzt.” 1. Tim. 1, 12. Er, der die Herzen prüft, hat ihn treu geachtet und in das Amt eingesetzt. Es ist ein großer Unterschied, ob jemand für einen Bruder oder eine Schwester bei einem Jubiläum eine gute Rede hält, oder ob Gott selbst diese Person für treu erachtet.
Der Galaterbrief erlaubt uns einen kleinen Einblick, was es heißt, so zu dienen, dass Gott einen für treu erachten kann. Man kann sich nicht von Menschen binden lassen und ihnen nach dem Mund reden. Von Gottes Haushaltern wird eine Treue verlangt, die weitaus größer ist als die Treue, von der man weiß, wenn man verhältnismäßig neu auf dem Weg ist. Die Liebe der Galater zu Paulus war offensichtlich für ihn, aber als er sie auf dem Weg weiterführen wollte, entstand großer Widerstand. „Wo sind nun eure Seligpreisungen geblieben? Denn ich bezeuge euch, ihr hättet, wenn es möglich gewesen wäre, eure Augen ausgerissen und mir gegeben. Bin ich denn damit euer Feind geworden, dass ich euch die Wahrheit vorhalte?” Gal. 4, 15-16.
Wir verstehen, dass nicht irgendwelche Personen Gottes Bevollmächtigte auf Erden werden. Es sind solche, die Gottes Willen in so einem Ausmaß kennen, dass sie in ihrem Dienst den Gläubigen gegenüber an Gottes Stelle stehen können. Was sie binden, ist gebunden, und was sie lösen, ist gelöst, so wie Jesus zu Petrus sagt: „Ich will dir die Schlüssel des Himmelreichs geben: alles, was du auf Erden binden wirst, soll auch im Himmel gebunden sein, und alles, was du auf Erden lösen wirst, soll auch im Himmel gelöst sein.” Matth. 16, 19. Alle diese Diener sind zu ihrem Werk gesalbt. Wurde man von Gott zu solch einem Werk gesalbt, dann ist man dazu gesalbt für den Rest seines Lebens, so wahr man in seinen Verhältnissen treu erfunden wird. Das Werk, das Gott diesen Personen gegeben hat, behalten sie für den Rest ihres Lebens. Eine andere Sache ist ja, dass es weisheitsvoll ist, den praktischen Dienst jüngeren Kräften zu überlassen, wenn man dem Leibe nach schwächer wird und den äußeren Dienst nicht mehr bewältigen kann.
