Hirte und Prophet

- Das neue Leben

Hirte und Prophet

Das neue Leben

Gott wiegt unseren Geist. Es ist nicht der Buchstabe, der so wichtig ist. Es sind die Früchte, die durch das Leben hervorkommen – die Tugenden –, die Gewicht, Vollmacht und Vertrauen bei Gott geben. Wenn es einen so großen Unterschied darin gibt, wie unsere Worte auf die Menschen wirken, so kommt das daher, dass ein Unterschied im Lebensinhalt besteht. Diejenigen, die nahe bei Jesus leben, leben in ihren Gedanken nahe bei seinem Wort. Solche kom­men in Not. Sie sind geistlich arm und diese Armut des Geistes reißt das Him­melreich an sich. Es geht darum, dass unser Geist mit der friedsamen Frucht der Gerechtigkeit erfüllt wird, so dass wir ihn sowohl als Mittler als auch als Hohe­priester kennen lernen. Dann können wir auch mit Vollmacht aus einem Leben mit Gott reden. Nur das, was unser Geist aufgenommen hat, nehmen wir mit in die Ewigkeit. Darauf müssen wir in den Prüfungen des Lebens achten. Die Er­kenntnis alleine ist ein Licht für uns. Sie zeigt uns den Weg und wie wir leben sollen. Wenn wir dann in den Verhältnissen des Lebens treu sind, wird dieses Licht ein Licht des Lebens. Es gibt ja keinen größeren Segen und auch keine bessere Weise, die Menschen zu stärken, als die, dass sie den Geruch eines Lebens mit Gott wahrnehmen – unerschütterlich und fest in allen Verhältnissen des Lebens.

Die allermeisten sind sehr schwach, was den inwendigen Menschen betrifft, es kann jedoch die ganze Fülle Gottes in uns Wohnung nehmen. Dann können die äußeren Trübsale absorbiert werden von der Fülle, die wir in unserem Inne­ren haben. Wir spüren, dass wir durch die Kraft seines Geistes gestärkt werden an unserem inwendigen Menschen. Jetzt soll das Wort in uns Fleisch werden, damit auch wir sein Volk des Eigentums sein und den Menschen zeigen können, wer der Meister ist.

Denk, dass wir verwandelt werden können - ein ganz neues Leben kann ent­stehen! Das, was früher völlig unmöglich war, ist jetzt möglich geworden! Gott sah uns ja, als wir noch in unserem Blut dalagen, und sprach „Du sollst leben!” Wir sind mit ihm in Verbindung gekommen, der überschwänglich tun kann. Lasst uns deshalb fest bleiben in unserem Lauf und nach dem Fleisch getötet werden, damit dieses lebendige Wasser auch aus unseren Fußspuren hervor­sprudeln kann. Unser Geist wird lebendig gemacht, und so kann es auch mitten in der Wüste wachsen und gedeihen. Wenn Geist und Salbung über uns kom­men sollen, dann müssen wir das ausleben, was wir verkündigen. Wir müssen allezeit davon ergriffen sein, mehr an diesem Leben Teil zu bekommen und das einzunehmen, was das prophetische Licht beleuchtet, damit der Morgenstern in unseren Herzen aufgehen kann. Dann sind Kraft und Vollmacht in unserer Rede – eine Vollmacht, die ihren Ursprung in dem Leben hat, das man im Glauben an Gott lebt. Das wird immer ein großer Gegensatz zu jeder pharisäerischen Rede bleiben, bei der man mit einem Formwesen beschäftigt ist und im Grunde kein Interesse daran hat, das Leben auszuleben, von dem man redet.

Gott wartet auf die kostbare Frucht der Erde. Er wünscht, Resultate von sei­ner Arbeit zu sehen. Wir haben vom Herrn alle Pfunde bekommen. Die Pfunde sind die Möglichkeiten, die uns Gott im Leben gegeben hat, und Gott erwartet Entwicklung und Wachstum aufgrund dieser Möglichkeiten. Wir sind berufen, tüchtige und treue Diener zu sein, die in Liebe das umsetzen, was Gott uns anvertraut hat. Dadurch wird unser geistliches Kapital vermehrt. Paulus hatte eine besondere Gnadengabe zu pflanzen und den Menschen Erkenntnis zu ver­mitteln, und Apollos hatte eine besondere Gnadengabe zu begießen. Aber wir sehen, dass Paulus sein Pfund dadurch vermehrte, dass er auch lernte zu begie­ßen. Er pflanzte Erkenntnis und gab Hoffnung, und durch seine Liebe gewann er die Herzen der Menschen. So sollten auch wir, wenn wir sehen, dass andere eine größere Gnade haben als wir selbst, den Bedürfnissen in Christi Leib ge­recht zu werden, danach trachten, dies in unseren Geist aufzunehmen.